Path:
Beiträge zur Baugeschichte von Sanssouci

Full text: Beiträge zur Baugeschichte von Sanssouci

97
Vie vom R�nig befohlene schleunige Vehandlung der ganzen Vauangelegenheit wurde von Diterichs gewissen-
haft beobachtet. Schon am zweiten Tage nach Vollzug der Allerh�chsten Rabinettsorder war der Anschlag fertig,
gleichzeitig wurde das Generaldirektorium um Grwirkung der Freip�sse ersucht, auch erhielten die Hofstaats -Holzschreiber
Rr�ger, Nuhholzschreiber Richter, das Amt R�dergdorf und der P�chter der Verliner Ralkscheune die Auftr�ge zur
schleunigen Beschaffung der Materialien.
Die Materialbeschaffung sowie das Vrechen und Vrennen des Aalkes verz�gerten indessen vielfach das Fort-
schreiten des Vaues.
So bittet Johann Voumann in seinem ersten, bei den Akten befindlichen Schreiben vom H.April 1?H5 von
Potsdam aus die Rurm�rkische Ranimer, da der R�nig den Schlo�dau soviel als m�glich poussiert haben wolle, ihm
in Potsdam einige Fahrzeuge zur Heranschaffung von Ralk und Steinen zur Verf�gung zu stelle�, damit Sr. Majest�t
allergn�digste Intention dadurch nicht verhindert werde.
In demselben Monat wird dem Amtmann Vayer zu R�dersdorf in Erinnerung gebracht, da� ihm bereits
am Januar befohlen worden sei, 839 tandpram Ralksteine brechen und auf Verlangen des Rondukteurs Hildebrandt
verabfolgen zu lassen. Hildebrandt habe schon verschiedene Schiffe nach R�dersdorf abgefertigt, diese seien aber nicht
zur�ckgekommen. Va der Vau dadurch sehr aufgehalten werde, so wird ihm anbefohlen, die Schiffe unverz�glich
abzufertigen und hink�nftig nicht so lange aufzuhalten, ma�en er sonst sich leZpnns�dle machen werde.
Noch im Mai f�hrt Voumann �ber den Gberamtmann Vayer Klage, wegen dessen S�umigkeit in
den Auflieferungen habe er �ber 50 Maurergesellen vom Rsmglichen Vau abgehen lassen m�ssen, wor�ber Seine
K�nigliche Majest�t sehr ungn�dig gewesen seien und auf ihn dr�ngen mit pressierung dero Vaue.
Auch das Vrennen der Dachsteine f�r das Lustschlo�, welches am 15. April i,?H5 dem P�chter Zenner zu
M�gelin in Auftrag gegeben war, erlitt eine unerwartete Verz�gerung. Zenner meldete n�mlich Anfang Mai des-
selben Jahres, da� noch einige Tausend blauer Dachsteine zum Palais des Prinzen von Preu�en geliefert werden
m��ten, und bat, da er nicht alles brennen k�nne, das Vrcnnen der Rathenower Ziegelscheune zu �bertragen, welche
doch erst vor jo bis (5 Jahren einen ganz neuen Ziegelofen f�r schwarze Dachsteine auf Rosten der Rammer erhalten
habe. Er f�gte gleichzeitig hinzu, da� der Ralhenower B�rgermeister Rettler den Ofen wolle eingehen lassen. Daraufhin
bekam der Vauinspektor de Nevc in Rathenow den Auftrag, den Gfen zu besichtigen und einen Kostenanschlag ein-
zureichen, da nach wie vor schwarze Dachsteine darin sollten gebrannt werden, de Neve konnte nur berichten, da� der
Gfen, welchen man erst im Jahre 1?32 mit einem Aostenaufwande von 128 Talern 56 Groschen erbaut habe, bereits
abgerissen sei und die Steine verkauft seien. Nunmehr wurde der (^ommiz^arw� loci zu Rathenow zum Vericht auf-
gefordert. Dieser veranla�te den Magistrat, den Ziegelmeister Rrieg zu vernehmen. Die Vernehmung ergab, da� der
fr�here P�chter des Gfens, Senator Caroli, auf dem kleinen offenen Vrennofen eine h�lzerne Schauer errichtet und
diese bei Veendigung der Pacht wieder abgerissen hatte. Durch Regen und Schlacken war der Gfen verdorben, und
die Steine waren m�rbe geworden, teils auch gestohlen. Man hatte daher die Steine an einen gewissen Friedrich
D�blin f�r 5 Taler verkauft, und dieser hatte damit seinen wohnhausbau in der Neustadt vollendet. Der Magistrat
f�gte hinzu, da� V�blin bereits die onera von seinem Hause abf�hre, die Ranimer sonnt nicht gesch�digt sei.
Trotz dieses Versuches, die Ranimer g�nstig zu stimmen, erhielt der Magistrat wegen seines eigenm�chtigen
Vorgehens einen nachdr�cklichen Verweis.
So blieb denn der P�chter Zenner zu M�gelin f�r die lieferung der Dachsteine verantwortlich. Zwar stellte
er seine Zwangslage der Rammer mit beredten Worten vor und gab der Ranimer anHeim, die 30U00 blaue Mauer-
steine, welche er nach Verlin^zum Palais des Prinzen von Preu�en abgefertigt habe, zum Potsdamer Vau zu ver-
wenden, in diesem Falle k�nne er aber sein der Verliner Vauleilung gegen�ber abgegebenes Versprechen nicht halten,
doch belehrte ihn die Rammer, da� er sowohl sein versprechen halten wie auch den Auftrag f�r Potsdam ausf�hren
m�sse. Gleichzeitig (am August erhielt der Magistrat zu Rathenow den Vefehl, sofort einen Vfen zu bauen
und blaue Dachsteine soviel als nur m�glich zu brennen. Der Magistrat kam dem Vefehl unverz�glich nach, so da�
fJo�tnjoUcrn 'Zahibilch 19J6.. �3
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.