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Beiträge zur Baugeschichte von Sanssouci

Full text: Beiträge zur Baugeschichte von Sanssouci

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Ende 3�iii \7^ hatte der K�nig mit seinen Kabmettsfefrd�r tautensack^ in Potsdam einige Vausachen
besprochen. Im leerlaufe dieser 23efprcdjung gab der K�nig Befehl, den Krieg$rat Viterichs nach potsoam zu beordern,
da ei ihn sprechen wolle, Cauknfatfs Brief war iedoch mit dem Vermerk nach dem Postamt in Potsdam zur�ck-
gekommen, da� Diterichs nach der Alten Mark verreist sei. ?auienfacf schrieb daher untern, 2. August an den Chef-
pr�sidenten der Rurm�rkischen Kriegs- und Vom�nenkammer non der Osten 2 und bat ihn, Viterichs wissen zu lassen,
da� er sich ohne Aufenthalt nach Potsdam verf�gen, zuvor aber bei ihm melden solle, da �wegen einiger Vausachen
5r. A�mgl. Majest�t feinen willen ihm erw�hnt habe". Viterichs befand sich auf dem Wege nach Haoelberg, um
oie �angefangene IVasser-Rommission" mit dem Rriegsrat �Saufe fortzusetzen. (Ein expresser Vote mu�te ihn zur�ck-
holen, und Diterichs traf einige darauf in Potsdam ein. Die Vesprechung des K�nigs mit ihm fand am
9. August statt, denn an diesem Cage meldete Viterichs aus Potsdam feiner vorgesetzten Veh�rde, der Kammer,
Sr. A�nigl. May. habe Allergn�digst befohlen, da� �bey pots�amm ein Weinberg mit gemauerten Terra�en an*
geleget und sogleich der Anfang damit gemacht werden solle. Die A�nigl. Alleraste Cabinet-Grdre werde desfals
n�chstens erfolgen" (Anlage 5). Um die Zeit bis zum Erla� der Allerh�chsten Aabinettsorder nicht ungenutzt vor�ber-
gehen zu lassen, hatte er gleichzeitig die Baumaterialien, wie Kalksteine, Aal?, dreiz�llige eichene Sohlen und R�stbretter,
veranschlagt und um schleunigste Verordnung gebeten, da� die Materialien nach Potsdam verabfolgt w�rden und
zoll-, schleuse- und gef��frei passieren k�nnten.
Die angek�ndigte Rabin ettsord er zum Vau des Weinberges erging bereits einen Tag sp�ter, am 50. August,
aus Potsdam. Ae ist an die Aurm�rkische Ariegs- und Vom�nenkammer gerichtet. Merkw�rdigerweise spricht diese
Grder nicht, wie die gleichfalls untern� August an den Ariegsrat Aeubauer gerichtete, von dem �Weinbergs-Vau",
sondern nur von einem �gewi�en in Potsdam angeordtncten Vau". Da� damit jedoch der weinbergsbau gemeint
ist, ergibt die der Aabmettsorder beigef�gte Spezifikation, 'denn diese ist die gleiche Aufstellung, die Diterichs bereits
am 9. August seineni Bericht an die Rammer beigef�gt hatte. Andrerseits l��t auch die auf Grund der Rabmetts-
order ergangene Anweisung an den Nutzholzschreiber Richter zur Verabfolgung von 360 3t�ck dreiz�lligen Vohlen
dar�ber keinen Zweifel, indem sie mit folgenden Worten beginnt: �Da 3e. A. M.laut (�abinetsordre vom heutigen
6ato allergn�digst entschlo�en sind, bey potsdamm einen Weinberg mit gemauerten Terra�en anlegen zu lassen und
darzu nach des Herrn Ariegs-Raths Dieterichs gemachten Anschlag . .. erfordert werden."
Die von h�ckendorf mit R�cksicht auf die vorhandenen Zeichnungen des Romas er�rterte Frage, ob gleich
anfangs die Anlegung von sechs Terrassen befohlen wurde, oder ob sich die Notwendigkeit oder Zweckm��igkeit dieser
Zahl erst sp�ter, vielleicht schon im verlaufe der praktischen Vermessungsarbeiten ergab, findet auch in diesem Akten-
st�ck keine k�sung. Zwar werden unterm 50. November noch kandprahm gro�e Ralksteine zum Vau des
k�niglichen Weinberges erfordert, jedoch l��t sich nicht ersehen, wodurch diese Nachbestellung verursacht worden ist.
Gbwohl der R�nig �u�erste Beschleunigung des Vaues angeordnet hatte, gingen die Arbeiten doch in einem
langsamen Tempo fort. Vereits H�ckendorf stellt aus den Vaurechnungcn diese Tatsache fest. Den Grund ergibt das
vorliegende Aktenst�ck, n�mlich den Mangel an Maurergesellen. Von diesem Umst�nde erhielt der A�nig Meldung durch
den Gbrist von Meyerinck. Daraufhin erlie� er aus seinen: �Haubt Quartier bey Aundratitzi" am 20. September
an die Aurm�rkische Anegs- und Dom�nenkammer den Befehl: �mehrere Maurers nach gedachten Potsdam zu
schaffen und allenfals dergleichen von andern Vrthen zu verschreiben, und �e an den von Meyerinck zu weysen"
(Anlage 2>. Der Gesellenmangel machte sich nicht nur in Potsdam, sondern auch in Verlm und in der ganzen Mark
1Geheimer Kriegsrat Julius Gebhard fautenfacf war bereits 111t*� K�nig Friedlich Wilhelm I.Kabineitsfefret�r und als solcher
mit der administrativen Aorrcspondenz betraut gewesen. ?r war der Nachfolger bes im Jahre (73? zum Minister bef�rderten K�binetts-
fekret�rs Boden und wurde neben Schumacher und Eichel vom K�nige Friedrich dem Gro�en als Rabinettssekret�r �bernommen. Seine
spezielle Aufgabe war die Verwaltung der prinzlichen Gesamtkammer und der mecklenburgischen Pfand�mter. Vald nach dem Thronwechsel
erhielt er, wie auch die beiden anderen Kabinettsbeamten, den Charakter als Geheimer Kriegsrai (vgl. Acta Borussica, Beh�rden-
organisation VI, 5, 5. 63 ff.). � 2 Mathias Konrad von der Osten war Chefpr�sidenl der Kurm�tfifdjcn Kriegs*, und Dom�nenkammer
bis zu feinem im 3a re 7^8 erfolgten Tode (vgl. Acta Bomssica, a, a. V., S- 2^().
        
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