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Beiträge zur Baugeschichte von Sanssouci

Full text: Beiträge zur Baugeschichte von Sanssouci

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Nach Hockendorfs Ausf�hrungen k�nnte man ferner glauben, da� nur Ditcrichs oder Rnobelsdorff �berhaupt
.in der ?age waren, �ber die Gr�ndungsjahre des Schlosses Auskunft zu geben. Vies trifft jedoch nicht zu, denn als
Manger als Vaukonduktcur nach Potsdam berufen wurde, fand er im dortigen Vaukontor zwei Beamte vor, die mit
Diterichs int Jahre nach Potsdam gekommen waren, um die Aufsicht �ber den k�niglichen Bau daselbst aus-
zu�ben. Diese Beamten, welche also die beste Auskunft �ber alle Fragen geben konnten, waren Hildebrandt und
V�ring. Hildebrandt blieb fast ununterbrochen bis zum Jahre 5 766 in Potsdam, V�ring ging {?<\5 aus poissant
weg, kam jedoch wieder zur�ck und blieb bis etwa daselbst. Manger hatte also w�hrend der 10 bzw.
5 Jahre, die er gemeinsam mit Hildebrandt und V�ring im Vaukontor arbeitete, reichlich Gelegenheit, die besten
Quellen f�r feine Vaugeschichte zu benutzen.
Beachtenswert ist es auch, wie wenig genau H�ckendarf bei Wiedergabe Mangerscher Angaben verf�hrt.
Aus Mangers Angabe: �Er szcU. der U�nig) lie� diese Anh�he zufolge Aabinettsbefehl aus Verlin vom
August 5?^, durch Diterichs in sechs verschiedene unter sich gleiche Abs�tze . . . ablheilen" macht H�ckendorf
einen schriftlichen Rabinettsbefehl an Dietrichs, der die Anlage von sechs Terrassen zum Gegenst�nde gehabt hatte.
Dem ist entgegenzuhalten: Alanger spricht gar nicht von einem Rabmettsbefehl an Viterichs, sondern behauptet nur,
da� der Bau der sechs Terrassen des Weinberges durch Diterichs zufolge Aabineltsbefehl vom August
begonnen worden sei. Und dieser Aabinettsbefehl ist vorhanden (Anlage 2). Manger irrt lediglich, indem er die
Grder aus Berlin datiert, denn sie ist �Potsdam, den Aug. 5?^" gezeichnet.
Ein zweites Mal, bei der Erbauung des Lustschlosses, gibt H�ckendorf Mangers Angabe falsch wieder, indem
er sagt: �Manger berichtet auch bei dieser Gelegenheit wieder von einer Aabinettsordre an Dietrichs von: 1^3. Januar 5?H5."
von einer Order an Ditcrichs sagt aber Manger kein Wort, sondern nur: �Der erste schriftliche Aabinettsbefehl wegen
dessen Erbauung ... war aus Verlin vom f,3"" Jenner ;?H5." � Auch dieser Aabinettsbefehl, ebenso wie der vorige
an die �Churm�rcksche Rrieges- und Domainen-Cammer" gerichtet, ist tats�chlich vorhanden (Anlage 5).
Hsckendorfs Behauptungen sind daher in beiden F�llen unzutreffend.
Das eingangs genannte Aktenst�ck hat auch Manger m. E. nicht benutzt. Es ist dies daraus zu schlie�en,
da� Manger die in ihm enthaltenen Vorg�nge nicht kennt, die er sonst bei seinem Bestreben, aktemn��ige Wahrheit
bis in die kleinsten Einzelheiten zu geben, seinen tefern nicht vorenthalten h�tte.
Diese Vorg�nge sind folgende:
J. Me pers�nliche Besprechung des K�nigs mit den� Kriegsrat Diterichs �ber Me K�niglichen Sauten in Potsdam,
2. der Mangel an Maurergesellen, welcher das langsame Fortschreiten des Baues und zu dessen Behebung
wiederum die Allerh�chste Aabmettsorder vom 20. September aus dem �^aubt Quartier bey Aundratitzi"
zur Folge hatte,
3. die Differenz zwischen Neubauer und Diterichs, welche zwar mit der Zurechtweisung Neubauers endete, die
aber gerade wegen ihres Ausganges vermuten l��t, da� Neubauer derjenige gewesen ist, welcher beim Konig
die Abberufung Diterichs' von der Leitung der Potsdamer Bauten im Jahre l^ 5^ durchsetzte,
% der seitens des Magistrats zu Rathenow unbefugterweise vorgenommene Abbruch des Ziegelofens, welcher
die schwarzen Dachsteine f�r das Lustschlo� Sanssouci liefern sollte.
Aus diesen Vorg�ngen, welche vornehmlich den Inhalt des Aktenst�ckes bilden, erhalten wir folgendes Bild.
Bereits bei Erbauung des Grangenhauses im kuslgarten zu Potsdam, im Fr�hjahr 1?HH, hatte sich der
A�nig der Mitwirkung des Ariegsrates Diterichs bedient. Ihm hatte n�mlich der A�nig den Auftrag gegeben,
einen Aostenanschlag vom Vrangenhause zu fertigen, weil ihm der von anderer Seite gefertigte zu hoch erschien.
Diterichs' Kostenanschlag fand die Billigung des A�nigs und aus diesem Grunde erhielt Diterichs auch den Auftrag,
die Anschl�ge �ber die Anlegung des Weinberges, Anfertigung der massiven Schalung am Lustgarten in der Stadt
und AdputzunZ des Stadtschlosses zu machen und diese Baue zu dirigieren. Da� der K�nig wegen der rein technischen
Fragen nicht durch Rnobelsdorff, sondern pers�nlich mit Dilenchs verhandelte, beweist folgender Vorgang.
        
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