Path:
Beiträge zur Baugeschichte von Sanssouci

Full text: Beiträge zur Baugeschichte von Sanssouci

92
noch nicht, sondern trat erst ins Leben, als A�m'g Friedrich der Gro�e imJahre de�, Aviegsrat Diterichs der Bauleitung
enthoben und solche dem schon von seinem Vater nach Potsdam berufenen Kastellan Johann Voumann �bertragen hatte.
Beide vorgenannten Tatsachen h�tten H�ckendorf veranlassen muffen, sich nicht auf das Material im Konto*
lichen K�niglichen Geheinlen Staatsarchiv und Vber-Hofmarschallamt allein 511 verlassen, sondern Nach^
forfchungen nach den alten Bauakten der Aurni�rkischen Kriegs- und Dom�nen! animer 1 anzustellen. Da es ihni bei
seinen Arbeiten In den Archiven nicht unbekannt geblieben sein kann, da� Me K�niglichen Regierungen ihre aus
den Zeiten der Kriegs- und Domcinenkammern stammenden Aklenbest�nbe noch nicht s�mtlich an die Staatsarchive
abgegeben haben, so h�tte sich h�ckcndorf zwecks Ermittlung der von ihm gesuchten Urkunden an die K�nigliche
Regierung zu Potsdam wenden m�ssen, wo er denn auch bas Aktenst�ck in der alte� Bauregistratur der Dom�nen-
abteilung gefunden h�ttet
Vei der Wichtigkeit der Frage lohnt sich eine Pr�fung der auch sonst noch von h�ckendorf �ber die Mangerschcn
Angaben aufgestellten Behauptungen.
H�ctendorf sagt w�rtlich folgendes: �Gin schriftlicher Kabinettsbefehl an Dietrichs, der die Anlegung von
sechs Terrassen zum Gegenstand h�tte, findet sich weder als solcher, dh. mit authentischer Unterschrift, noch ist er in den
Kopierb�chern enthalten. N?an darf annehmen, da� der Vefehl, oder die Befehle �ber die vom K�nige beabsichtigten
Erdarbeiten m�ndlich, entweder direkt an Dietrichs, oder durch eine kompetente Zwischenverson, vielleicht Knobelsdorff,
gegeben wurden. In diesem Falle aber konnte 2Nanger den genauen Inhalt der Befehle kaum kennen, weil Dietrichs
zu seiner Zeit nicht mehr in Potsdam war und Knobelsdarff vor Nlangers Ankunft gestorben war^."
Hierzu ist zu bemerken: Richtig ist nur die Feststellung, da� Diterichs nicht mehr in Potsdam war, als
Manger als Baukondukteur im Jahre nach Potsdam berufen wurde, denn Diterichs verlie� bereits im April ;?H5
seinen Posten in Potsdam. Falsch ist dagegen H�ckendorfs Folgerung, da� Manger aus diesem Grunde den genauen
Inhalt der Befehle kaum kennen konnte. Diterichs, welcher im Jahre 5 752 seinen Abschied als Vaubeamter der
Kammer nahm und im Jahre 5?69 als �au�er Berlin lebend" erw�hnt wird^, starb n�mlich erst im Jahre !?8H.
INanger h�tte somit reichlich Zeit und Gelegenheit gehabt, sich mit Diterichs schriftlich in Verbindung zu setzen und
Nachrichten �ber die �Lrbauungsjahre Sanssouci zu erbitten. Dies �bersieht H�ckendorf ganz.
H�ckendorfs Zweite Behauptung, da� Knobelsdorff vor Mangers Ankunft gestorben war, ist unbewiesen.
N)ir wissen nur, da� Knobelsdorff an, in Berlin starb und da� 2Nanger im Jahre als
Vaukonduktsur nach Potsdam berufen wurde. Den genauen Zeitpunkt seiner Berufung gibt weder Manger selbst
noch Nicolai. Ich m�chte aus Mangers eigenen Worten in der �Vorerinnerung" zu seiner Baugefchichte: �weil ich
seit den: Jahre selbst Antheil an allen Vaugesch�ften gehabt habe" und aus seiner Angabe: �Kondukteurs zu
Voumanns Zeiten waren .. . h). Manger, die drey letzten Jahre, als Voumann noch in Potsdam war^"
� Voumann
wurde im Jahre nach Berlin versetzt � eher folgern, da� Manger nicht gegen Ende des Jahres sondern
schon Zu Anfang desselben nach Potsdam berufen wurde. Dann l�ge aber auch hier die M�glichkeit vor, da� Manger
noch von Anobelsdorff baugclchichtliche Notizen erhalten h�tte. Und diese M�glichkeit festzustellen, gen�gt schon zur
Widerlegung der H�ckendorffchen Behauptung, wenn es auch gerade nicht wahrscheinlich ist, da� Manger, kaum nach
Potsdam berufen, schon Nachrichten zu einer Vaugeschichte zu sammeln begonnen hat. Dieser Gedanke d�rfte ihm
wohl erst sp�ter gekommen sein.
'Vie Kitrni�rfifdje Kammer besa� eine besondere Nrbeiiabteilung f�r die Vausachen, den sogenannten �Rnrm�rkischen kerntet"
bau", Acta Borussica, a. a. G., 3. 3^.
� s Ausweislich der Akten hat die Nurm�rk. Kr.u. D.Kr.Abschriften der A.K. V. v, ;
    
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.