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Der Ort der Abendmahlsfeier Kurfürst Joachims II. am 1. November 1539

Full text: Der Ort der Abendmahlsfeier Kurfürst Joachims II. am 1. November 1539

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Sic ist bekanntlich eine der �ltesten Streitfragen der m�rkischen Geschichtsforschung, denn wohl feit dreihundert fahren
wird sie erwogen. Es ist nat�rlich, da� in dieser langen Zeit die N)agc sehr hin und her schwankte, Ich willhier nicht
die einseinen Phasen genauer darlegen, sondern mich mit dem Hinweis begn�gen, da� w�hrend des 9.3aWur|^crt5
durchg�ngig Spandau der Ruhm zuerteilt wurde, so da� dort zur Feier des 55Oj�t)rt3cn Reformationsjubil�ums
bas Vronzestandbild Joachims II, von Enke enth�llt wurde; da� dagegen neuerdings durch das im Jahre \tyO3
ver�ffentlichte Vuch von Steinm�ller: �Die
Einf�hrung der Deformation in die Kur
mark Vrandenburg durch Joachim II."
ein vollst�ndiger Umschwung zugunsten von
Berlin herbeigef�hrt wurde. Fast alle
Forscher sind den Darlegungen Stein*
m�llers gefolgt; energisch wandte sich nur
eine Stimme dagegen: die des fr�heren
Spandauer Gymnasialdirektors, Geheimen
Rcgicrungsrats prof. Dr. Christian Gro�,
der im Jahrbuch f�r brandenburgische
Rirchengeschichte, 23b. VI(\9O8), S. 122 ff.,
einen Aufsatz �ber Zeit und Vrt der ersten
evangelischen Abendmahlsfeicr Aurf�rst
Joachims II. ver�ffentlichte. Aber da er
bereits seit langen Jahren den Porrang
Spandaus verteidigt hatte, so scheint man
ihn f�r defangen gehalten zu haben, denn
seine Ausf�hrungen blieben fast unbeachtet,
obgleich sie nicht unerhebliche Einw�nde
geltend machten'.
Fragt man nun, vorauf* Stein
miillct (eine Vcwei�f�hrung gegr�ndet hat,
so ist man �berrascht, da� er nicht durch
Aufschlu� neuer Quellen seine Ansicht ge-
wonnen hat, sondern aus einer Umwertung
der bisher bekannten Nachrichten, wenn
auch dieser Vorgang von Anfang an etwas
bedenklich stimmen mag, so wird mau
gewi� zugeben, da� ein Zrrtum der fr�heren
Forscher durchaus m�glich ist. Steinm��ets
Hurfflrfi II. tJoIjMjnitt in: �Hic llujstut^iid'r Confpifiou inrojrtinffurta. fi. ffl. ?uijhoru. 157^
Ausf�hrungen, durch die er f�r den Berliner Dom eintritt, gipfeln in drei Momenten, n�mlich erstens da� die
einstimmige Ansicht des Jahrhunderts sich f�r Verlin ausgesprochen habe, zweitens da� ein sp�terer Bericht, der
1 Von den gewichtigen Stimmen, die sich f�r Berlin entschiede!,, nenne ich hier K�ser, Geschichte der brandcnburgisch'preusiischen
Politik, ob. I(i?,3). 5. 233, und Hintze, Pic QoIiet?joUem und ihr Werk 2. Aufl.. (91*)� - � '25. Vorsicht,� �u�erte sich Nikolaus M�ller
im fur brandeilbunuschc liirchengefchichtc, V>�>. IV ((90:), 5. ,54: �?><*, nicht einmal die jeitgen�fftft^en Chroniken hielten es f�r
notig, das Geschehnis de� 2lllerheiligcntage5 \539 mit seinen (Em^lbeitcn der Nachwelt zu �berliefein, weshalb denn auch bis auf den
heutigen Tag der Ort der ersten Abendmahlsfoier Joachims II. a?s endg�ltig enlschieden nicht betrachtet werden darf." Allerdings neigte
er sich aus anderen Gr�nden (Erw�hnung der Domkirche in dem Gratulalionsschrcibcii des .surften Georg von Anhalt Dom 15. November 153'�)
311 der Annahme, da� die Domkirche der CDvt der Feier gewese,, fei. Ebenda f. ("�'..)
7"
        
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