Path:
Zur literarischen Tätigkeit Friedrichs des Großen

Full text: Zur literarischen Tätigkeit Friedrichs des Großen

30
2-N�hren und zwei Defensiv plane, einen f�r Niederschie�en, den aufaren f�r die Kurmarf. 3m Testament von \752
er�rtert er ausf�hrlich den Feldzugsplan gegen �sterreich, der bei einem "Kriege zur Eroberung Sachsens innegehalten
werden foll1, 3" dein Kapitel �Du militaire" (in den �Denkw�rdigkeiten vom ?}ubertusbuvger bis zum Teschener
Frieden") wird der Alan zur Verteidigung von (Dft� und Westpreu�en dargelegt 2. Dazu kommen endlich noch zwei
selbst�ndige Abhandlungen, die am \. Dezember \1?5 abgeschlossenen �R�flexions sur les projets de campagne" und
die am 28. September 1,779 beendeten �R�flexions sur les mesures ? prendre au cas d'une guerre nouvelle avec
les Autrichiens" ''. Jene erste Abhandlung tr�gt den Charakter ein�r Reinschrift, indem der K�nig plane f�r alle
drei f�llt entwirft, die denkbar sind: f�r den Offensivkrieg, f�r einen Krieg bei gleichen Kr�ften und f�r einen Defensiv-
krieg. Seine Grunds�tze, die er aufstellt, entwickelt er an einem FeldzugZplan f�r einen �Offensivkrieg gegen Frankreich,
gegen bas sich Preu�en, Vesterreich, dag Deutsche Seich, England und Holland verb�ndet haben, und f�r einen Krieg
zwischen Vesterreich und Preu�en. Die �R�flexions" von \7H) hingegen gr�nden sich wiederum ganz auf die
Erfahrungen, die er im letzten, um das bayrische t?rbc gef�hrten Krieg mit Vesterreich gesammelt hatte.
?i?it allen diesen Werken sind die kriegswissenschaftlichen Arbeiten des K�nigs noch keineswegs ersch�pft. ?s
kommt noch eine Reihe kleinerer Aufs�tze in Betratet, die die L�sung einzelner, begrenzter probl?me anstrebten. Vier
solcher Arbeiten hat von Cayfen in seiner Schrift �Zur Beurteilung des Siebenj�hrigen Krieges" 4 ver�ffentlicht.
Friedrich kn�pft darin an bestimmte Kriegser?igniffe an, und zwar in der ersten (Projet pour faire lever le si?ge de
Neisse ? l'ennemi) behandelt er die im kaufe des Feldzuges von anl��lich der Belagerung von Neisse aufgetauchte
Frage, in welcher weise sich am besten der Entsatz dieser Festung herbeif�hren lasse. 3n einem zweiten schlechthin
�M�moire" �bertrieben en Aufsatz untersucht er, durch die Kriegsereiguiffe von und 5 760 dazu angeregt, das
Problem, wie man den Gegner zwingen k�nne, seine Stellung an der Ratzbach zu r�umen. Zwei weitere Aufs�tze
endlich, �R�flexions sur la position de Domanze des Autrichiens" und �Projet d'attaque de la hauteur de Domanze",
betreffen die Stellung, welche die Vesterreicher \762 zwischen de^n Zobten und dem pitschenderg besetzt hatten �und
welche der Feind sicher jedesmal beziehen wird, wenn er in Schlesien eingedrungen ist und Hchweidnitz belagern will".
IXlxi dem Angriff auf Domanzc, so f�hrt der K�nig am, wird das Zentrum der feindlichen Armee durchbrochen und
dem anr�ckenden preu�ischen Entsatzheer der weg nach �chweidnitz ge�ffnet, wahrscheinlich sind aile diese Abhandlungen
erst nach Friedensschlu� geschrieben.
Zu ihnen gesellt sich ein weiterer Aufsatz, dessen urspr�nglicher Wortlaut bisher noch nicht bekannt geworden
ist, das im folgenden mitgeteilte �Expos� sur la d�fense de la Sil�sie du c�t� de la Boh?me" 5. E5 bildet das
Gegenst�ck zu dem schon erw�hnten Defensivplan f�r die Verteidigung von Niederschlesien in den �Generalpinzipien".
Wir haben es also auch hier, une bei dem plan f�r den Angriff auf Domanze, mit einer doppelten kosung zu lun.
Entstanden ist die Niederschrift nach 5?H5, wie aus der Erw�hnung der Hohenfriedberger Schlacht hervorgeht.
Gleich den gro�en Reinschriften sind auch die kleineren Abhandlungen ganz und gar auf den praktischen
Zweck berechnet. Das beweist der Umstand, da� der K�nig diese Arbeiten der Plankammer zur Aufbewahrung �ber-
gab )n dieser Kammer, die unter der Aufsicht eines K�niglichen Generaladjutanten stand, wurde alles verwahrt,
was auf das Heerwesen irgendwie Vezug hatte :Nachrichten �ber die fremden Armeen, fremde Stadtpl�ne und Karten,
milit�rische Aufzeichnungen jeder Art'. Damit stellt sie einen Vorl�ufer des heutigen Kriegsarchivs dar, das den.
Gro�en Generalstab angegliedert ists. 5o wurde die Plankammer zu einem geistigen Arsenal f�r k�nftige Kriege.
1 Vgl.liatxb�, Beitr�ge zur Entstellungsgeschichte des Siebenj�hrigen Krieges, I, S. �6f. (Leipzig (895). � 3 Pgf. ?uvres,
Vd. 6, S. �o^ss.
� � Abgedruckt: ?uvres, Si). 29, 5. 6?ff, und I2yff. � * Berlin 1882; S. 127 bis \$\, W bis (38. � � Die Vorlage
befindet sich imK�niglichen ?^ausarc^tp zu Charloltcuburg. � u Ausdr�cklich sagt es der K�nig von feinem oben angef�hrten verteidigungs =
plan f�r Vst- und westpreu�en, den er vollst�ndig und bis ins Einzelne hatte ausarbeiten lassen (vgl. ?uvres, Vd. 6, S. 109). Ferner
erw�hnt v. (Eayfen (S. l"� ?^nm, \), da� Friedrich am 5. August 1772 den Aufsatz �ber den Angriff auf Domcinze pou der Kammer
zur�ckgefordert habe.
�
7 vgl. daf�r die �politische Korrespondenz Friedrichs des Gro�en", Vd. 27, S. <*56; 29, 5, 2^8; 50, S. 290;
32, S, 
    
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.