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Zur literarischen Tätigkeit Friedrichs des Großen

Full text: Zur literarischen Tätigkeit Friedrichs des Großen

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Vie Darstellung selbst gibt die ?�fung an die Hand. Tats�chlich f�hrt die noch ungedruckle erste Redaktion
die Erz�hlung nur bis zum 3a re 1^773: also ist sie gleichzeitig mit der verlorenen Urfassung bit Darstellung der
polnischen Teilung entstanden'.
Gin weiteres sicheres Zeugnis bietet der Schlu� des Kapitels �Des finances". Dort spricht Friedrich Don der
im tober 1.772 errichteten �Secfal5'I}an�lungs=Compagnie" und dem ihr �bertragenen Monopol des Absatzes von
Salz in polen. Da der K�nig f�rchtete, dar�ber mit dem wiener Hofe in Konflikt zu geraten, in dessen Vesitz durch
den Teilungsvertrag die Salzbergwerke von U)ieliczka �bergegangen waren, so schlug er, einer Anregung seines Gesandten
in Warschau folgend, den Vesterreichern die Festsetzung von Interessensph�ren vor, oie einer jeden der beiden M�chte
in polen vorbehalten bleiben sollten. Am 2\. Februar \773 erging die entsprechende Weisung an den preu�ischen
Vertreter in Wien, Varon Edelsheim 2. Noch am 1.7. M�rz �u�erte sich Friedrich voller Zuversicht auf das Zustande-
kommen des Vertrages 3. Als aber F�rst Aaunitz, der �sterreichische Staatslenfer, (?oefel?etm gegen�ber Bedenken
erhob und diese durch feinen Vertreter in Berlin wiederholen lie�, erkl�rte sich Friedrich sofort bereit, feinen Vorschlag
fallen zu lassen (9. April l.775), und damit war der plan begraben . U)ie unertnartei aber dein K�nig dieser Ausgang
kam, zeigt seine Darstellung in dem Kapitel �Des finances"; denn hier behandelt er das Abkommen mit dem wiener
Hofe als bereits vollzogene Tatsache. Daraus ergibt sich mit unumst��licher Gewi�heit, da� die Abhandlung nach
dem 2\. Februar und vor dem 9. April \?73 verfa�t ist, also unmittelbar im Anschlu� an bu Niederschrift des
Kapitels ,,De la politique", mit der er im Februar, wie wir sahen, sich besch�ftigte. Friedrichs Darfteilung lautet:
,,On �rigea une compagnie de sel, qui transporte de nos produits en Espagne et prend du sel pour lest en son
retour, et l'on s'arrangea pour ce d�bit avec la maison d'Autriche qui �tait en possession des salines de
Wieliczka, de sorte que la Prusse conserverait ce d�bit en Lituanie, le long des fronti?res de la Prusse et de
la Warthe, et que les Autrichiens auraient le reste"."
Durchmustern wir ferner die zweite Fassung, die nach Friedrichs Schlu�vermerk I.77H geschrieben ist, so
begegnen wir der Tatsache, da� der K�nig im Perlaufe seiner Ausf�hrungen immer wieder auf das 3a�jr 1.773
zur�ckgreift. Daf�r einige Beispiele aus dem Kapitel �Des finances", Friedrich spricht von der Vermehrung der
Manufakturen feit ;?65 und bemerkt: �So ergab sich denn im Jahre (773 eine Vermehrung der Fabriken in den
Provinzen um 26^." Ferner hei�t es bei der Schilderung der Urbarmachung und Vesiedelung des Netze^ und warthe-
bruchs: �Vas g�rige Werk war 5775 beendet; die dortige Bev�lkerung belief sich bereits auf \5 OOO Seelen." Bei der
Feststellung der Einwohnerzahl der Monarchie wird ausdr�cklich angegeben, da� �die Vev�lkerung (773 gegen�ber
dem Jahre 1756 einen Zuwachs von �ber 200000 Menschen auszuweisen" hatte. Unmittelbar darauf folgt eine
Gegen�berstellung von (7^0 und (779 fi-
Aehnlich in dem Kapitel �Du militaire", !vir h�ren, da� die Zahl der �Enrollierten" � das sind die in
den Stammrollen der Regimenter f�r den Heeresdienst eingetragenen Landeskinder � �schon (773" betr�chtlich die von
(756 �berstieg, da� �im Jahre (773 ;/ keine Infantcrie-Rompagnie mehr �teute unter 5 Fu� 5 Zoll hatte, da� �ic
Garnisonregimenter, die im Kriege zur Vesetzung der Festungen bestimmt waren, sich in so gutem Zustande befanden,
da� �jeder General sie von (773 an gern in feiner Briga�e gehabt" h�tte. Endlich wird ausf�hrlich die St�rke der
Armee �im Jahre \W5" angegeben'.
x Pie Tatsache, da� alle drei Kapitel in einem Z�ge niedergeschrieben sind, wird dadurch erh�rtet, da� an den beiden stellen der
Abhandlungen, wo von der Erwerbung westpreu�ens die Rede ist, der K�nig sich auf feine Darstellung im ersten Kapitel beruft, und zwar
in der Abhandlung �Du militaire" mit den Worten: �Ce concert des trois cours donna lieu ? l'acquisition de la Prusse que le Roi fit alorc,
comme tious l'avons dit dans le chapitre de la politique" (Berlin, Geh. Staatsarchiv). Die Hinweise finden sich auch in der Redaktion von \77y(vgl. ?uvres, Vd. 6, S. SS und (02). � 2 Pgl, p, (?., SE�, 23, S, 316, 3" dem Lrla� an Beno�t in Warfchan rom 3. M�rz \7?3(ebenda, S. 330) gibt Friedrich eine genaue Abgrenzung der Interessensph�ren, wie sie ihm vorschwebte. � 3 vgl.p.
    
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