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Zur literarischen Tätigkeit Friedrichs des Großen

Full text: Zur literarischen Tätigkeit Friedrichs des Großen

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UnsHuld schlief. Durait lie� ihn noch ein aub?res Verdienst ahnen cils bas, wovon in� Umgang mit F�rst (eopold
(von Anhalt) un& feinem Vater die Rede war, sprach ihm von einem F�rstenruhm, der nicht von dem Schwerte
abh�ngt, wie ihn Titus und die Antonine erworben, richtete seinen Slicf non der getumme wollen Tatkraft der M�nner
des Theatrum europaeum 1 und den verwickelten Vestrel'lingen religi�s-politischer K�mpfe auf die pers�nliche Gebens
Weisheit, die in einem beruhigten Zustand ni�glich ist, auf Denker und Dichter des Altertums, wie Sokrates und i)oraj
sind." Aber dieses dem tehrcr zugeschriebene Verdienst mat zugleich �die nat�rliche Wirkung der neuen und �lteren
Autoren, mit denen derselbe ihn bekannt machte, auf Friedrichs empf�nglichen und emporstrebenden Geist". Dublin
war es denn auch, der ihm eine Vibliothek anlegte, die bis J75O auf fast Vcinde stieg.
Er verblieb in seinem Amte bis zu der Einsegnung Friedrichs im Fr�hjahr Eigenh�ndig verschrieb
ihm damals der Aronprinz ein Iahrgehalt von 2H00 Talern, das ihm aus
gezahlt werden sollte, sobald er frei �ber seine Gelder verf�gen k�nnte'.
die Catastrophe, die �ber Friedrich hereinbrach, wurde auch
sein ehemaliger (ehrer hineingezogen. Als das Geheimnis der Bibliothek
gel�ftet wurde, erfolgte seine Verbannung nach Memel. Erst nach zwei fahren
erhielt er dank den eifrigen Vem�hungen des jungen Prinzen uud der Ver-
mittlung des �sterreichischen Gesandten Graf Seckendorff, der damit rechnete,
da� Duhan nach dem Thronwechsel �eine gro�e Pers�nlichkeit" sein w�rde,
die Erlaubnis zum Uebertrilt in braunschweigische Dienstes
Hn der Folgezeit wanderte insgeheim � denn ein offener Verkehr war
streng verboten � so manches vertrauliche Vrieflein an den �unschuldigen
Genossen seiner Leiden", wie der Aronprinz ihn genannt hat^, nach dem
Harzst�dtchen Vlankenburg, wo Duhan als Herzoglicher Bibliothekar ein still
beschauliches Dasein f�hrte. Friedrich ward nicht m�de, ihn seiner dankbaren
Erinnerung zu versichern: �Sie wissen vielleicht nicht," sagt er einmal, �da�
man sehr tief in mei�elt und da� dies f�r immer darin bleibt."
Ein andermal: �Ich stehe in Ihrer Schuld und brenne vor verlangen, sie
abzutragend" In jene Zeit geh�rt auch die Dankesepistcl, von der wir
schon vernahmen.
Kupftr|1tdf non �arflnis 2Nit Friedrichs Thronbesteigung war der Augenblick gekommen, das
verpf�ndete Wort einzul�sen. Bereits drei Tage nach seinem Regierungsantritt
erging das schreiben, das den alten tehrer zur�ckberief; eigenh�ndig f�gte er die Zeilen hinzu: �2Nein Schicksal hat
sich gewandelt, lieber Freund; mit Ungeduld erwarte ich Sie, lassen Sie mich nicht schmachten" st. Juni
Duhan wurde zum kcgationsrat im Ausw�rtigen Amt und einige Jahre sp�ter zum Direktor der Ritterakademie in
kiegnitz ernannt. �Ihre Pflichten", so belehrte ihn der A�nig, �sind: Genie�en Sie in Ruhe Ihr Gehalt, behalten
Sie mich lieb und lassen Sie es sich wohl sein" <^8. !N�rz 5?^)?. Nach ihrer Neubegr�ndung <^7^j erw�hlte ihn
auch die Akademie zu ihrem Ehrenmitglied.
'
Das �Theatrum europseam" bildet eine umfangreiche Materialienfammlung f�r die Heit von t*�te bis (7(8 tu 2l F'oliob�nden.
Friedrich'wilhelm 1. hatte bestimmt, ihre tektiire dem Geschichtsunterricht &es Kronprinzen zugrunde 311 legen. Pgl, Roser, �Geschichte
Friedrichs des Gro�en". Bb, i,5. 4f. und ? (^. und 5. 2lnfL, Stuttgart und Berlin t9^2>. � a Friedrich an Vichan, 20. 3��i (727:
?uvres, Vd. (7, S. 269.
�
3 !?gl. Koser, Vriefwechsel Friedrichs des Gro�en mit Grmnbkow und Maupertuis, 5.^7, 50, 52, 56, 83, 88
Publikationen aus den Kfl?.p�u�. Staatsarchiven, 33λ. 72, leipzig (898) nnd ?7. Droysen, Graf Sctfenborff und Kronprinz Friedrich
zur Brandenburg, uud prcu�. Geschichte, Bd. 28, S. 492f.).
� * Friedrich an (Srumbfoui, \7. August (732 (Vriefwechsel
mit Gnlinbkow, S. 50). Der Briefwechsel mit Zhlftan (IT27� wurde zuerst ver�ffentlicht von .y'oimey in der Schrift: �Correspondante
de Fr�d�ric II, avant et apr?s son av?nement au tr�ne, avec M.Diihan de Jandun" (Berlin (79(), und danach wieder abgedruckt in den
�?uvres", Bd. 5?, 5, 2syff. � 5 Dgl,Oeuvres, Bd. S. 27� und 276.
� 6 Vgl.?uvres, Bd. (7, S. 282.
�
7 Vgl.?uvres, Bd. {7,S. 2S^.
        
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