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Schloß Charlottenhof

Full text: Schloß Charlottenhof

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Ihre K�nigliche Hoheit die Aronprinze�" genannt, benutzt worden ist er aber nicht. Neben dein Atrium sind noch
zwei kleinere R�ume: links der Villardsaal, mit wei�er Holzvert�felung, rechts das �Viridarium", ein kleiner
oblonger Gartenhof, von hohen dauern umschlossen, mit immergr�nen B�schen und Blumenbeeten davor, in der
r�ckw�rtigen Nische die V�ste A�nig Maximilians von Bayern, des Vaters der Aronprinzessin ; vorgelagert ist
diesem Garten eine kleine, in drei Rundbogen ge�ffnete Halle mit sch�nen Groteskenmalereien und einer seitlichen
Nische, deren Gew�lbe f�cherartig dekoriert ist. Der Aronprinz plante, wie aus seiner Grundri�zeichnung zu ersehen
ist, zuerst die Vorhalle mit vier G�ulen zu versehen (Abb. auf 3. Ein Aquarell Schinkels in der Haus-
bibliothek gibt dieses Projekt wieder; durch die Geffnungen zwischen den vier korinthischen Kaulen erblickt man die
V�ste A�nig Maximilians und dahinter eine Ansicht von Tegernsee, dein Cieblingsort der Kronprinzessin, die also
als Wandgem�lde gedacht ist (Abb. 5? auf 3. Der Awnvrmz projektierte, wie seine Zeichnungen dartun, im
Anschlu� an diese Geb�udegruppe einen weiteren Geb�udekompler auf der anderen Seite des Kanals, durch Br�cken
mit jenen verbunden. Schinkel gibt davon in seiner Sammlung nur die Wohnung f�r einen Maschinenmeister an.
Der Aronprinz hatte aber die Idee, an dieser Stelle eine Airche inGestalt einer fr�hchristlichen Basilika, in Verbindung
mit S�uleng�ngen, zu errichten. Das Interesse f�r diesen Vautyvus war in dem Prinzen in Rom durch Bunsen
erweckt worden , der weiter in regem schriftlichen Verkehr not ihm blieb. Schon die Abschlu�nische des Impluviums
mit den aus den Formen des r�mischen Hauses herausfallenden Rundbogen und Apsiden scheint auf diese Studien,
die sich alsbald vertieften, hinzudeuten.
Auch in der Umgebung dieser Geb�udegruppe ist der Garten wie beim Schlosse selbst architektonisch gehalten;
ein laubengang aus Buchenhecken begrenzt den italienischen Garten vor dem G�rtnerhause nach Norden, ein regelm��ig
gepfianzter Aastanienhain dehnt sich davor aus mit einer halbrunden, erh�hten Steinbank am Rande. Partien hoher,
dunkler Nadelh�lzer sind in die angrenzenden wiesen so verteilt, da� sie dem G�rtnerhause als Rahmen dienen und
den s�dlichen Charakter des Ganzen heben. Der �brige Garten mit malerisch gruppierten hohen Laubb�umen und
weiten Rasenfi�chen schlie�t sich harmonisch an die �lteren, im englischen Stil verwandelten Anlagen des Neuen Palais
und von Sanssouci an. Der sch�nste Punkt ist der von hohen Birken und Ahoinen bestandene H�gel im See, auf
An�ppelbr�cken zug�nglich; die Vronzestatue des T�sar Germanikus auf hohem Pfeiler blickt von hier �ber den
schilf- und buschbes�umten See auf die Anlagen des r�mischen Hauses. In diesem park schuf der Aronprinz in
Gemeinschaft mit kenns das erste Werk in der Reihe der kandschaftsversch�nerungen, die die ganze Potsdamer Gegend
und die Havelufer umgestalten sollten, Graf P�ckler, der bald darnach mit dem Prinzen Wilhelm den Babelsberger
park schuf, berichtet in seinem Gartenwerk, welchen sicheren Blick der Aronprinz auch in diesem Aunstzweige besa�,
indem er, als ihn P�ckler durch den Park von Muskau f�hrte, durch seine Ratschl�ge zur Versch�nerung der kandschafts-
bilder beitrug. Die Mischung des italienischen und englischen Gartenstils, die in Tharlottenhof auff�llt, begegnet auch
bei den sp�teren Anlagen Friedrich-Wilhelms h�ufig, was er hier in k�rzester Zeit aus einem v�llig reizlosen Acker-,
Nutzgarten-, Wiesen^ und Sumpfland geschaffen hat, verdient die h�chste Bewunderung. Am Schl�sse seien noch das
sch�ne porlierhaus am Eingang der Stra�e nach Wildpark und ein kleineres G�rtnerhaus mit Stallgeb�uden am
Eingang des Weges nach Sanssouci genannt. Bald nach dem Regierungsantritt wandte sich das Interesse des A�nigs
anderen Projekten, an der Havel, im Marlygarten, auf den: pfingstberg und auf der H�he von Sanssouci wie im
Wildpark, zu;' die weitausgreifenden Pl�ne Schinkels f�r Charlottenhof blieben liegen. Noch das architektonische Album
von 8^1 spricht die Erwartung der baldigen Wiederaufnahme der Arbeiten in Charlottenhof aus. �wie gro�artig
aber die Ideen des Hohen Urhebers sind, welcher diese Anlagen hervorrief, la�t sich aus den bis jetzt vollendeten Teilen
der Villa nur ahnen, nicht erkennen. Das 23. Heft der Schinkelschen Entw�rfe deutet den gro�artigen Fortgang an,
der zun�chst folgen soll, und wir d�rfen gewi� mit Zuversicht der h�chsten Entfaltung dieses Areises der Baukunst
in n�chster Zukunft entgegensehen. Es ist nicht zu verkennen, in welcher innigen Verbindung die pliniamschen Villen
mit dieser Richtung stehen. Eine unmittelbare Aufforderung des Hohen Herrn, durch den jene Anlagen ins Dasein
traten, veranla�t� auch zur selben Zeit die Entw�rfe Schinkels (zum Cuskum und taurentinum)."
        
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