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Schloß Charlottenhof

Full text: Schloß Charlottenhof

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besch�ftigt er sich unter Oberleitung von Gentz mit dem 2Nausoleum f�r die K�nigin Luise in Tharlottenburg, dessen
S�ulenhalle ihm zuzuschreiben ist, bas Innere aber Gentz. Als dessen Nachfolger entwirft er bas gotische Cor in
Paretz zum Andenken an die verstorbene (18 U) und gleichfalls zum Andenken an die verklarte bas 2T?onument
in Gransee. F�r den Einzug des siegreichen K�nigs ;8J^ entwirft er die pr�chtigen Dekorationen f�r Brandenburger
Tor, kinden und Schlo�platz, 3n diesem Jahre schreibt der Aronprinz an seinen Vater nach Wien (2g. Dezember):
�Die Repetitionen im Ratzenpalast (palais Radziwill) gehen noch immer fort, jetzt geht's auf einem halsbrschenden
Ger�ste vor sich, bas Schinkel gezeichnet hat. Schinkel hat wieder eine Menge sch�ner Sachen gezeichnet, ein Font�nen^
Projekt unter anderen f�r den Schlo�platz und vor allem eine gro�e Airche, die wirklich �berschwenglich ift1/' Durch
den F�rsten Anton Radziwill, den Gemahl der Prinzessin tuise von Preu�en, zu dessen Auff�hrungen im palais in
der IVilhelmstra�e (jetzt Reichskanzlerpalais) Schinkel mehrfach die Dekorationen zeichnete und f�r den er bald das
Jagdschlo� Antonin erbauen sollte, wurde der junge Meister weiter in die Hofgesellschaft gef�hrt. 3n den Folgejahren
sehen wir ihn neben feiner H8J6 mit der neuen IVache beginnenden �ffentlichen Vaut�tigkeit eine Reihe von Arbeiten
f�r die Palais der Prinzen August, Friedrich, Carl, Albrecht und Wilhelm �bernehmen. Der Kronprinz aber zog
ihn zu seinen Teeabenden hinzu, an denen Hirt, A. von Humboldt, Niebuhr usw. teilnahmen. \825 entwarf Schinkel
zum Einzug des jungverm�hlten Paares die Dekoration, vor allem den Krari5 zehn korinthischer S�ulen an der
Schlo�br�cke. In den Zeichnungen des Kronprinzen zeigt sich nun das v�llige Eingehen in den Stil des gro�en
Meislers, dessen seit \8\<) erscheinende Sammlung architektonischer Entw�rfe der Kronprinz eifrig benutzte. Der feine,
klare kinienstil, der zarte Vaumschlag, die k�hnen Perspektiven, die Darstellung weiter Meeresk�sten, k�hn geschwungener
Verge, von Zypressen- und Pinienhainen, die Terrassen am Feldgestade und S�ulenh�fe, die antiken Villen mit Hecken-
Zangen und pergolamauern, die Schinkel von seinen mehrfachen Aufenthalten in Italien mitbrachte, besch�ftigten nun
die Phantasie des hochstrebenden, enthusiastischen Prinzen unabl�ssig. ?r zeichnete bei diesen Zusammenk�nften w�hrend
der Unterhaltungen und Vorlesungen fast ununterbrochen, w�hrend die Kronprinzessin, mit Handarbeit besch�ftigt,
feinem Stifte folgte. Sei den architektonischen Projekten, die nun in den Vordergrund traten, entwarf er, wie ein
richtiger Vaumeister, zuerst den Grundri� aufs papier; so berichtet St�ler, der an diesen Abenden teilnahm.
Kehren wir zu dein sch�nsten Produkt dieses selten harmonischen Zusammenarbeiten^ zwischen Bauherrn und
Vaumeister, zu Charlottenhof, zur�ck. Kamen die Projekte des gro�en r�mischen Landhauses beini Hippodrom nicht
zur Ausf�hrung, so wurde wenigstens ein Ceil dieser Pl�ne verwirklicht in den r�mischen V�dern beim G�rlnerhause.
Das G�rtnerhaus, der �lteste Teil dieser am �stlichen Rande des Parks an der Nordspitze des langgestreckten Sees
gelegenen Baugruppe, lie� der Kronprinz in den Jahren 5 828 �29 nach einer Zeichnung Schinkels von Persws auff�hren.
Mit dem stachen, �berh�ngenden, auf Pfeilern liegenden Ziegeldach, mit dem stachen Pyramidendach des Turmes,
den der Kronprinz nach der italienischen Reise hinzuf�gte, mit den kleinen Rundbogenfenstern sowie der au�en auf
Konsolen sitzenden, zum ersten Stock f�hrenden Treppe ahmt dieses Geb�ude v�llig die kleine Villa oder Fabbrica nach,
wie sie in Gberitalien und um Rom anzutreffen ist. Es ist das Vorbild f�r die zahlreichen �hnlichen Bauten geworden,
die Friedrich-Wilhelm IV. sp�ter durch Persms und Hesse im Wildpark und an den Ufern der Havel errichten lie�,
die dann weiterhin durch Privatleute in der Potsdamer Gegend bis zur Erm�dung wiederholt worden sind. Schinkel
hatte bereits auf seiner ersten italienischen Reise eine Reihe solcher villetten aufgenommen (ein tandhaus bei
Syrakus im Schinkcl-Museum, ein Gelgem�lde eines Winzerhauses von in Steinh�vel, eine Meierei aus der
1 Vgl. �rontcr, HohenzoUernbnefe ans den Fiecheitskriegen
�
15. Leipzig � bezeichnend f�r die Gesinnung des
alten K�nigs ist die Unterredung, die Sd/aboiu \�{7 bei Grundsteinlegung zum lntherdenkmal in Wittenberg hatte. Als der Meister sich
mit den H�hnen des K�nigs unterh�lt, tritt dieser hinzu nnd fragt, wovon die Rede fei. �(Ss ist", antwortete ich, �des Herrn Kronprinzen
Idee, da� die Statue unter einem Valdachin zu stehen komme, wenn nicht von Vronze, dach von Eisen, und da dies gotischer Geschmack ist,
so w�re die Zeichnung dem Herrn Zchinkel 311 �bertragen." Der K�nig: �Dtm mu� man einen Zaum anlegen."
        
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