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Der Weltkrieg im Jahre 1916

Full text: Der Weltkrieg im Jahre 1916

VIII
\ 660000 Mann, im Felde gehabt; mau wollte jetzt au die Aufstellung ducs Heeres von H�5 Millionen gehen und
appellierte dabei an die patriotische Freiwilligkeit, indem man den gesetzlichen Zwang mir im Hintergr�nde wirken lie�.
Zugleich trafen die Alliierten Anstalten 511 einem wirksameren strategischen Zusammcngreifen ihrer 'Kr�fte unb Unter
nehmungen an den verschiedenen Fronten, um den Mittelm�chten soviel wie m�glich von den Vorteilen der inneren
strategischen Cinic 311 entrei�en. (Ein Kriegsrat, der in Paris im Mai tagte, f�hrte zu einem Einverst�ndnis �ber
diesen Punkt, und seitdem war viel von der �Einheit der Front" die Aede, die nun auch in der Tat mehr als bisher
in die Erscheinung getreten ist.
Die Fortschritte der Deutschen vor Verdun hatten im April und Mai die lebhaftesten Besorgnisse der Alliierten
und die verzweifeltsten Gegenanstrengungen der Franzosen hervorgerufen. Immer neue Divisionen wurden herangef�hrt;
im April z�hlte man auf HO km Frontbreite HO Divisionen, im Mai sogar 5 5, d. h. also eine Armee von etwa
765000 Mann! General petain, der bisher die Verteidigung geleitet hatte, wurde im Mai zum Oberbefehlshaber
des gesamten Zentrums der franz�sischen Front ernannt, das 'Kommau6o bei Verdun selbst ging auf den General
Nivelle �ber; man wu�te nicht recht, sollte das eine Auszeichnung f�r den bisherigen F�hrer bedeuten, oder war es
ein Ausdruck des Mi�trauens in seine Methoden. Nach dein Verlust von Cumi?res (25, Mai) kamen die Angreifer
links der Maa5 auf der Linie: Wald von Av�x'ourt, Hohe 50^, Toter Mann, Cumieres, bis unmittelbar vor die
best�ndige VefestigungZlime von Verdun; auf dem rechten Maasufer brachten sie ihre Errungenschaften 1 zu einem
dauerhaften Abschlu� durch die Eroberung der Panzerfcstc Vaux (2. Juni). Es konnte damals scheinen, als stehe
Verdun unmittelbar vor dem Fall, Bei den Franzosen selbst machte sich vielfach eine sehr gedr�ckte Stimmung bemerkbar.
Die Kriegslage der Mittelm�chte war �berhaupt nie so gl�nzend gewesen wie damals. Auch die �sterreichisch --ungarische
Armee ging Mitte Mai 311 einer gro�en, erfolgreichen Offensive gegen Italien vor.
Der Stellungskrieg an der italienischen Front hatte bisher im Jahre 59(6 keine sehr hervorragenden Ereignisse
gebracht. An der Isonzofront waren namentlich die Br�ckenk�pfe von Tolmein und von G�rz das Ziel mehr oder
minder starker Artillerieangriffe gewesen; am 59. und 22. April war in S�dtirol heftig um den Col di Tana gek�mpft
worden. Mille Mai aber kam eine neue Bewegung in die tiroler Gruppen, die bald zu cineni vollst�ndigen Umschwung
f�hrte. Zwischen Gardasee und Vrenta, in einer Front von HO km Vreite, ging Erzherzog Aarl, der Thronfolger,
vor zum Einbruch in die Po-Ebene in der Richtung auf Vi^enzci, so da� bei seinen, weiteren vorschreiten die italienische
Isonzofront in der Flanke bedroht werden mu�te. Alle Schwierigkeiten des Gebirgskrieges wurden �berwunden, eine
italienische Stellung nach der andern wurde gest�rmt; bald war die Grenze �berschritten; Ende Mai war die Haupt'
stellung der italienischen Grenzverteidigung erreicht, die Linie, welche durch die, Forts Asiago und Arsiero und den hinter
ihnen aufragenden Vergr�cken bezeichnet ist. Am 50. Mai fielen die beiden stark befestigten St�tzpunkte in die Hand
der Angreifer; die Italiener halten bisher 30000 Gefangene, 3!^ Gesch�tze, Maschinengewehre verloren; die von
ihnen vorbereitete Feier des Jahrestags ihres Eintritts in den Arieg erfuhr eine j�he St�rung. Den Eindruck, den
dies siegreiche Vordringen der Gefterreicher machte, den Umschlag in der Volksstimmung, die Haltlosigkeit der politischen
Areise bei diesem Mi�geschick bezeichnet der Sturm der �ffentlichen Meinung und des Parlaments gegen Salandra,
dem der Premierminister, dessen Name mit dem Aricgsentschlu� unaufl�slich verbunden ist, am Juni weichen
mu�te. Freilich, der eigentliche Tr�ger der ausw�rtigen Politik, Sonnino, wurde von England im Amte gehalten.
Italien war eben mit unaufl�slichen Vanden an England gefesselt.
Aber gerade diese vielversprechende Angriffsbewegung der Geslerreicher gegen das verha�te Italien, die wohl
zu einer Schw�chung der Gstfront Veranlassung gegeben hatte, leitete einen verh�ngnisvollen Umschwung der Kriegslage
ein. Nach gro�er Artillerievorbereitung erfolgte im Gsten am 5. Juni ein allgemeiner russischer Angriff auf die
�sterreichisch-ungarische Front im gr��ten Stil, in 550 km Ausdehnung, von Aolki am Styrknie bis zum Pruth,
General Vrussilow, der den Oberbefehl �ber die russischen Armeen f�hrte, brachte die Methoden von Caniow-Gorlice
in einem noch wesentlich verst�rkten Ma�e zur Anwendung, und er schien anfangs einen �hnlichen Erfolg errungen
zu haben. Die �sterreichischen Linien wurden an zwei Stellen durchbrochen, bei Vlyka in dem R�ume von 3uzk 
    
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