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Der Weltkrieg im Jahre 1916

Full text: Der Weltkrieg im Jahre 1916

III
uni� dabei rechnete man von vornherein auf ein Zusammenwirken mit Rum�nien. Der Ausbau der mazedonischen Front
war darauf berechnet, eines Tages mit Rum�nien zusammen Bulgaren und T�rken zu bew�ltigen und Aonstantinopel,
dem man zur See nichts hatte anhaben k�nnen, durch einen Angriff vom kande her 311 gewinnen. Dabei stand
nat�rlich auch die Mitwirkung der Russen im Hintergr�nde. Die gro�e Entlastungsoffmswe, die Me Russen an der
bessarabischen Front Ende Dezember begonnen hatten, verfolgte nicht blo� den Zweck, die �fterreidjif^-ungarif^En
Streitkr�fte von Montenegro und der Ausbeutung des Sieges �ber die Serben abzuziehen, sondern auch einen Druck
auf Rum�nien zum Zwecke des Anschlusses auszu�ben.
An der russischen Front war es im Dezember sonst ziemlich ruhig geblieben, sowohl in dem Abschnitt, wo
hindenburg, wie in dem, wo Prinz leopold von Vayern das Kommando f�hrte. Auch in Wolhynien ereignete sich
nichts von Bedeutung: Anfingen hielt die Styrlinie, und in Gstgalizien gingen die Russen von der unteren Strypa
an den Serelh zur�ck, so da� pflanzen Valtin auf die gleiche H�he wie Vothmer vorr�cken konnte. Ein Versuch der
Russen bei Friedrichstadt, �ber das Eis der D�na vorzubrechen, mi�lang Ende Dezember; es war dabei wohl nur
ihre Absicht, die Aufmerksamkeit des Gegners von der Stelle abzuziehen, wo sie den Hauptschlag vorhatten. An der
bessarabischen Front, am Vnjester und nord�stlich von Zaleszcyki hatten die Russen starke Truppen- und Artilleriemassen
zusammengezogen, von Weihnachten an begann dort das Trommelfeuer, dann folgten starke Massenangriffe der
Infanterie, mit der offenbaren Absicht, nach Czernowitz durchzubrechen uud Rum�nien unter dem Druck einer stegreichen
Angnffsbewegung zum Anschlu� zu zwingen.
Der Sto�, den haupts�chlich die Vathmersche Armee auszuhalten hatte, war sehr heftig. Am 29. Dezember
mu�ten einige Truppenk�rper bei Vurkanow zur�ckgenommen werden. Eine gro�e Schlacht entwickelte sich, die bis
Mitte Januar (9^6 dauerte. Der Zweck des Gegners wurde nicht erreicht, trotz ungeheurer. Munitions- und Menschen-
Verschwendung. Nach einem Verlust von 70000 Mann an Taten und Verwundeten und 6000 Gefangenen mu�te
das Unternehmen aufgegeben werden. Nachdem ein letzter Durchbruchsvcrsuch zwischen Toporoutz und Vojan noch
<*m \9* Januar mi�lungen war, flauten die "K�mpfe ab. Auch an der Stryva, n�rdlich von Vuczacz, war es zu
einem heftigen Vorsto� gekommen, der namentlich seit den, 8. Januar mit gesteigerter Wucht einsetzte; doch wurden
die Russen schlie�lich auch hier Zur�ckgeworfen. F�r einige Zeit trat nun Ruhe an der russischen Front ein.
Vei der Wichtigkeit, die Rum�nien offenbar in den strategischen VerechnunZen der Gegner besa�, hatte es
vielleicht f�r die verb�ndeten Mittelm�chte nahegelegen, die Frage zu erw�gen, ob man nicht nach der Erledigung der
Valkank�mpfe das Schwergewicht der weiteren Operationen an den s�dlichen Teil der Ostfront verlegen sollte, um
hier ein entschiedenes Uebergewicht herbeizuf�hren und Rum�nien vor die Notwendigkeit zu stellen, seine schwankende
Haltung aufzugeben und seinen Platz, wie es das alte Vundesverh�ltnis forderte und A�nig Aarol gewollt hatte, an
der Seite der Mittelm�chte zu nehmen. Wenn solche Erw�gungen angestellt worden sind, so haben sie jedenfalls
nicht zu einen, positiven Ergebnis gef�hrt. Die Zusammenkunft Aaiser Wilhelms mit dem Zaren Ferdinand in der
alten serbischen Hauptstadt Nisch s^8. Januar) und seiu Vesuch in Belgrad (20. Januar) markieren nur den Abschlu� des
Valkanfeldzuges, nicht den Veginn einer neuen Unternehmung auf dem �stlichen Rriegsschauplatz. Die Pl�ne der deutschen
Heeresleitung gingen vielmehr nach einer ganz andern Richtung. Es galt, der gro�en Gefahr zu begegnen, mit der
die Engl�nder und Franzosen, unterst�tzt durch die Munitionslieserungen Amerikas, f�r den n�chsten Fr�hling oder
Sommer die Westfront bedrohten. Der k�hne Plan wurde vorbereitet, dem Gegner durch eine Offensive gro�en Stils
zuvorzukommen, um seine Entw�rfe zu st�ren und wom�glich die Ausf�hrung seiner Angriffsabsichten unm�glich zu
machen. Man w�hlte dazu gerade einen der st�rksten Punkte der franz�sischen Stellung, Verdun: dieser vorspringende
Eckpfeiler des feindlichen Vefestigungssystems war zugleich das gef�hrliche Ausfallstor Frankreichs gegen Mitteldeutschland
und ewe sehr g�nstige Gperationsbafis f�r den vom Feind beabsichtigten Angriff, der durch die Nachbarschaft des
Erzbeckens von Vriey und unserer lothringischen Stahlindustricgebiete auch bedeutende kriegswirtschaftliche Neben-
wirkungen h�tte haben k�nnen. Diese Ausfallspforte Frankreichs galt es, so sagt der Generalstab, �zun�chst einmal von
deutscher Seite aus zu verrammeln und im weiteren Verlaufe der Ariegshandlungen sie nach Frankreich zu einzusto�en".
        
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