Path:
Der Weltkrieg im Jahre 1916

Full text: Der Weltkrieg im Jahre 1916

II
Regierung baten um Frieden Januar). (Ein Freudenschrei ging durch die l�nder der verb�ndeten Mittelm�chte:
der erste Friedensschlu� mit einem besiegten Gegner! Freilich wurde man bald inne, wie wenig dieser Erfolg in dem
Gesamtzufammenhang der tage zu bedeuten hatte. Der Friede wurde gew�hrt unter der Vedingung vollst�ndiger
tt)affenftrecfung. Sie wurde zugestanden und auch eingeleitet und allm�hlich zur Durchf�hrung gebracht, obwohl K�nig
und Regierung unter beut Druck ihrer Alliierten die getroffene Abmachung alsbald ableugneten und Miene machten,
den Kampf fortzusetzen. ?s war ein erb�rmliches Gaukelspiel, bas nur barauf berechnet war, K�nig Hifttci tu dem
verb�ndeten Ausland nicht als g�nzlich unm�glich erscheinen 311 lassen. Der K�nig verlie� heimlich bas Tand Januar)
und begab sich zun�chst �ber Vrindisi nach Ron,, wo K�nigin Helena ihren fl�chtigen Vater nur eben begr��en konnte;
seines Bleibens war dort nicht; schon am Cage bei* Ankunft (23. Januar) reiste er mit beut Prinzen Peter weiter
nach ?yon, wo sein Verm�gen in der Vank deponiert war. �Wo sein Schatz war, da war sein Herz."
Inzwischen desetzten �sterreichisch^ungansche Streitkr�fte die Adriah�fcn Antivari, Dulcigno, Skutari (22. und
23. Januar) und traten dann in Albanien auch erfolgreich den Italienern und ihrem Parteig�nger Essad Pascha entgegen.
Die Italiener hatten Ansang Januar Truppen nach Durazzo und Valona gesandt, um die gefl�chteten Serben
aufzunehmen und ihnen beistand zu leisten. Gesterreichisch-ungarische Truppen entrissen ihnen am 28, Januar Alessio
und den Hafen S. Giovanni di Medua. Ein? andere, mit bulgarischen Streitkr�ften vermischte Kolonne wandte sich
weiter s�dlich gegen Essad Pascha, der sich mit den Italienern vereinigte. Am 25. Februar wurden die Italiener und
Essad Pascha bei Z)ura550 geschlagen; der wichtige Hafenplatz fiel in die H�nde bei Gcsterreicher; die Italiener entwichen
auf ihren Schiffen,
InMontenegro war inzwischen die Entwaffnung bis zum y. Februar vollst�ndig durchgef�hrt worden. Das
Land blieb in den H�nden der Sieger; ein Widerstand regte sich trotz der doppelz�ngigen Politik des geflohenen
Herrschers, der allen Anhang im kande verloren hatte, nicht mehr.
Die Engl�nder und Franzosen, die zu sp�t den Versuch gemacht hatten, den werben zu Hilfe zu kommen,
zogen sich Mitte Dezember nach Saloniki zur�ck, wo sie ein befestigtes Tager einrichteten; die Vulg�ren, die Doiran
und Gewgheli genommen hatten, lagerten ihnen gegen�ber; hier entwickelte sich eine neue Front in: Stellungskrieg,
Die Franzosen und Engl�nder, deren F�hrung General Narrai! �bertragen war. erweiterten allm�hlich ihre Stellungen,
besetzten verschiedene Punkte auf der Chalkidike, �stlich von Saloniki, sprengten am Januar die Eisenbahn br�cke
�ber den Struma bei Demihissar, nm eine Verbindung der T�rken mit den Vulg�ren zu verhindern, schnitten damit
aber zugleich einen Teil der griechischen Truppen von ihren, Oaterlandc und von ihrer Verpflegungsbasis ab. Am
wur�cn neue franz�sische Truppen bei Aavalla gelandet, am 28. Januar wurde das Saloniki beherrschende
Fort Aara Vurun besetzt, ebenso die gegen�berliegende Festung Aum Aaleh. Alles das waren nat�rlich weitere
Ilebergriffe gegen�ber der Neutralit�t Griechenlands, die von den� K�nig und seiner Regierung erkl�rt worden war
und durchaus festgehalten wurde.
Die Stellung der Ententem�chte bei Saloniki bedeutete �brigens nur eine Verschiebung der Dardanellenfront.
Schon am Dezember hatten die Engl�nder nach einem erfolgreichen Angriffe der T�rken bei Anaforta und An Vurun
ihre Stellungen auf der Nordseite von Gallipoli ger�umt; der Nebel beg�nstigte ihren Abzug. InAonswntinopel begr��te
man das bereits mit gro�er Genugtuung als das Ende der gro�en Offensive. Am 6. Januar wurden dann die
englischen Streitkr�fte auch von Scdi! Bahr vertrieben. Das war der ruhmlose Ausgang des gro�en Dardanellen-
Unternehmens, das �ber 5 Milliarden Mark und mehr als 20U000 Menschen gekostet hatte. Es hatte sich gezeigt,
da� die verb�ndeten Flotten der Angrisfsm�chtc nicht imstande gewesen waren, die Veffnung der Meerengen zu erzwingen;
das Selbstgef�hl der T�rken schwoll m�chtig an; ein Teil ihrer Streitkr�fte wurde zu anderer Verwendung frei.
wenn man erw�gt, welchen strategischen Zwecken die Verschiebung der Angriffsfront van �en Dardanellen
nach Saloniki dienen sollte, so konnte wohl auch daran gedacht werden, da� man Truppen in der N�he behalten
wollte, uni im gegebenen Fall einem st�rkeren Angriff auf Aegypten und den Suezkanal wirksamer begegnen zu
k�nnen; vor allein aber handelte es sich nat�rlich darum, die Verluste auf der Valkanhalbinsel wieder gutzumachen.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.