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Der Weltkrieg im Jahre 1916

Full text: Der Weltkrieg im Jahre 1916

XVII
Hun lag die Walachei vor der Armee Falkenhayns, uno es bedurfte des Zusammenwirkens mit der Dobrudscha-
armee, unt den Sieg �ber das zur�ckgedr�ngte, aber nach keineswegs vernichtete rum�nische Heer zu erringen. Am
2\. November �berschritt Mackensen die Donau bei der alten Festung Schiftowa; am 27. November wurde Alexandrie
genonnnen, am 28. Giurgiu an der Donau, gegen�ber von #uf(frfni?. Die Armee Falkenhayns (rat in vier getrennten
Heers�ulen den Vormarsch an mit dem Ziel, vor Bukarest zur Schlacht mit der Arniee Mackeusens zusammenzutreffen.
Am 28. November wurde der Alt-Flu� �berschritten; am selben Tage wurde Cuttca de Arge5 (am oberen �rgesul)
genommen, die St�tte der rum�nischen A�nigsgr�ber, wo der Aaiser einen Kraus ani Sarge des K�nigs Karol
niederlegen lie�. Am 29. fiel der wichtige Eisenbahnknotenpunkt pitefti in unsere H�nde; am 30. wurde das weiter
zur�ck vor dem Gebirge liegende Kampoluiig genommen, wo die Rum�nen die Kopfftation der nach pitefti f�hrenden
Bahn hartn�ckig verteidigt hatten; auch der T�rzburger f?a� wurde dadurch ge�ffnet. Am Argesul, s�d�stlich pou
pitefti, entwickelte sich nun seit dem 2. Dezember eine gro�e Entscheidungsschlacht, in die alle die getrennt heran-
marschierenden Heere und Heeresteile mit gro�er Pr�zision eingriffen, w�hrend zugleich in der Dobrudscha, im Cerna*
bogen n�rdlich von Monastir, in den U)aldkarpathen, ja selbst an der Isonzo- und Rarstfront mehr oder minder heftige,
aber �berall erfolglose Entlastungsst��e stattfanden.
Der gro�e kritische Moment der Schlacht am Argesul trat ein, als die Armee Mackensens, von S�den her
vorr�ckend, an ihren, linken Fl�gel einerseits von dem Angriff einer starken, von Bukarest abgehenden Sto�gruppe
des Gegners getroffen wurde, andererseits den Druck der hier sich zusammenpressenden rum�nischen Heeresmassen aus-
zuhalten hatte, die von der Armee Falkenhayns aus allen Teilen der Aleinen IValachei zur�ckgedr�ngt worden waren.
Es bedurfte der ganzen todesmutigen Tapferkeit unserer Truppen und einer kaltbl�tigen, umsichtigen F�hrung, um
diesen gef�hrlichen Aloment Zu �berwinden, die engere Verbindung der beiden sich begegnenden Armeen, die bisher
nur durch Aavallcriespitzen angebahnt worden war, k�mpfend Zu vollziehen und damit den Sieg zu erringen, der nun
allerdings f�r die Streitkr�fte des Gegners vernichtend wurde.
Die n�chste Folge war, da� nicht nur Campina und Ploesti nnt ihren Petroleumquellen und -rafsinerien,
sondern auch die Hauptstadt Bukarest selbst, die �hnlich wie Antwerpen mit einem rings um die Stadt sich ziehenden
befestigten kager umgeben war und als eine ganz modern ausgebaute Festung gr��ten Stils, als fast uneinnehmbar
gegolten hatte, ohne weiteren Aampf in die H�nde des Siegers sielen. Die Front konnte in der Walachei mit einem
Schlage von 700 auf km verk�rzt werden. Die nach Nordosten zu fl�chtende Armee, die das Schicksal der Ein-
schlie�ung hatte vermeiden wollen, wurde unaufhaltsam verfolgt bis an die kinie des Buzeu, hinter dem sie zun�chst
Schutz suchte. Noch vor Mitte Dezember war das ganze Gebiet s�dlich der Vahn von Ternawoda nach Vukarest vom
Feinde frei. Ru�land hatte dein von ihm in den Arieg gehetzten Bundesgenossen keine Hilfe zu bringen vermocht;
die Rum�nen mu�ten, wie imJahre zuvor die Serben, sich nnt der Aussicht begn�gen, in einzelnen Truppenverb�nden
und in Verschmelzung mit russischen Heeresk�rpern einen Arieg weiterzuf�hren, der ihnen bereits den Zusammenbruch
ihres heimischen StaatZwesens gebracht hatts.
Auf den au�ereurop�ischen Kriegsschaupl�tzen sind in diesem Jahre Wendungen von entscheidender Bedeutung
nicht eingetreten. An der Aaukasusfront gewannen die T�rken Ende August wenigstens auf dem linken Fl�gel wieder
einige Erfolge; weiterhin sind dann, namentlich seit dein Oktober, die A�mpfe hier abgeflaut. Die Gefahr, da� die
Russen sich auch in S�dpersien festsetzen m�chten, haben die Engl�nder durch Abmachungen, die nnt der russischen und
der persischen Regierung in Teheran im August getroffen wurden, abzuwenden gesucht. j)ersien schien sich damals
den beiden d�chten wieder v�llig unterwerfen zu wollen; indessen hat sich seitdem die Tage sehr ge�ndert dadurch,
da� der kriegerische Stamm der Nachtiaren im Vktobcr sich dein Heiligen Kriege gegen die Feinde des Islams angeschlossen
hat und da� Isvahan in ihre H�nde geraten ist. vielleicht ist das als der Anfang einer allgemeinen Erhebung
Oersiens gegen das Joch der Fremdherrschaft anzusehen. In Aegyvten ist es zu Unternehmungen von durchschlagender
Bedeutung bisher nicht gekommen. Eine Schlacht, die am H. und 5. August bei der Vase Aatia in der N�he des
Suezkanals stattgefunden hat, scheint mit einen, Siege der Engl�nder �ber die etwa Mann starke t�rkische
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