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Der Weltkrieg im Jahre 1916

Full text: Der Weltkrieg im Jahre 1916

XIII
Vie 3age war ernst. Aber die Mittelm�chte s�umten nicht, die heranziehende Gefahr durch schnelle und starke
Entschl�sse zu beschw�ren. Vie Einheit der Front, von der die Gegner soviel sprachen, wurde jetzt in noch wirksamerer
weise als bisher durch Vereinheitlichung de5 Oberbefehls zur Geltung gebracht: am 29. August �bernahm Hindenburg,
der Russensieger, der Mann des allgemeinen Vertrauens, die verantwortliche Stellung eines Chefs des Generalstabes
mit seinem bew�hrten Gehilfen Tudendorff als ersten Auartiermeister zur Seite; der General von Falkenhayn, der
seinen f)lau von Verdun hatte scheitern sehen, �bernahm ein Armeskommando, das ihm herrlichere korbeeren bringen
sollte; gleichzeitig wurden neue Ma�regeln in der Rriegs- und Munitionsverwaltung ergriffen, die sp�ter zu durch-
greifenden organisatorischen Ver�nderungen gef�hrt haben. An der Vstfront bis nach Galizien �bernahm an Hindsnburgs
Stell�.' f?rinz Leopold von Vayern das Vberkommando, w�hrend in dem angrenzenden s�dlichen Teil der Thronfolger
der �sterreichisch-ungarischen Monarchie, Erzherzog Aarl, an der Spitze stand.
Auf allen Fronten, im Westen und im Vsten, am Aarst und in Mazedonien, steigerten sich im Taufe des
September und Oktober die Araftanstrengungen der Gegner bis auf das h�chste erreichbare Ma�, um die Streitkr�fte
der Mittelm�chte hier zu binden und wom�glich aufzureiben, w�hrend der kombinierte russisch-rum�nische Angriff auf
der Valkanhalbinsel die ersehnte Entscheidung herbeif�hren sollte.
Nach mehrfachen Uriegsratsperhan�lungen in Oaris beschlo� die englisch franz�sische Heeresleitung im September
die Wiederaufnahme des Vurchbruchsplans an der Front zwischen Somme und Ancre, w�hrend s�dlich der Somme
nur eine Erweiterung des dortigen Gel�ndegewinns unter Vindung und Zerreibung der gegen�berstehenden Streitkr�fte
angestrebt wurde. Im S�den fiel am 5. September Thilly, am ?. Vermandovillers, am Verny und Deniecourt
in die H�nde der Franzosen; im Oktober noch Ablaincourt, im November pressoire. Vas eigentliche Ziel des Sto�es
aber, das St�dtchen Thaulnes, konnte nicht erreicht werden. � Im Norden zeigt die Offensive, die sowohl in bezug
auf Artilleriewirkung wie auf Araftaiistrengung der Gruppen sich noch immer steigerte, w�hrend des Monats September
drei gewaltige, kritische H�hepunkte. Ver erste umfa�t die Tage vom I.bis ?. September und pflegt als die Schlacht
bei Veaumont bezeichnet zu werden. Die riesenhaften Anstrengungen dieses gro�en Angriffs, denen auf feiten der
Verteidigung, wie �berhaupt in diesen A�mvfen, eine �ber alles Tob erhabene opfermutige Hingabe und ausdauernde
Tapferkeit gegen�bertrat, brachten den Gegnern einen namhaften Gel�ndegewinn gerade m der Richtung des von ihnen
beabsichtigten Vurchsto�es, namentlich die V�rfer Guillemont und le Forest. Sei dem zweiten Hauptakt der allgemeinen
Offensive, 12. bis I?. September, konnten die Engl�nder nicht erheblich vorw�rts kommen; aber die Franzosen, die schon
am 5. Cle'rv genommen hatten, stie�en jetzt weiter vor bis nach Vouchavesnes September) und fa�ten damit Fu�
an der von S�den her im R�cken von Pe'ronne nach Vapaume f�hrenden gro�en Stra�e. Zu unbeschreiblicher H�he
steigerten sich dann die A�mpfe in den: dritten, furchtbarsten Akt, vom 25. bis 27. September, zwischen Ancre und
Somme, wo ein viert�giges Trommelfeuer von einer selbst hier bisher unerh�rten St�rke alle unsere Feldbefestigungen
wieder eingeebnet hatte. Es gelang dein Gegner in diesen Tagen, die kinie von Gueudecourt bis Rancourt in seinen
Vesitz zu bringen, samt den, dazwischen vorspringenden St�dtchen Combles, das bisher von der Verteidigung immer
noch gehalten worden war. An der Nordecke fiel Thievval in seine Hand. Die Einbruchsstelle hatte sich bedeutend
erweitert. Aber die Hauptsache war, da� der beabsichtigte Vurchbruch auch diesmal nicht gelang. In der entscheidenden
nord�stlichen Richtung war der Erfolg nicht so gro� wie an den Seiten des Linbruchsdreiccks, das durch den neuen
Gel�ndegewmn nun zu einer flachen Vogenform umgewandelt worden war. st�rker befestigte sich bei den
Verteidigern nach dieser furchtbaren Probe die Ueberzeugung: Vurch kommen sie nicht!
Vie mit gro�er Araft und Z�higkeit in, Vktober und November fortgesetzten Anstrengungen der Angreifer
und die vereinzelten Teilerfolge, die sie in dieser Zeit noch zu erringen vermochten, dienten mehr dazu, diese Heber
zeugung noch weiter zu verst�rken als sie zu ersch�ttern. Ver allgemeine Charakter der A�mpfe ver�nderte sich jetzt
dahin, da� die Gegner von Zeit zu Zeit, anf�nglich meist in einem Abstand von f�nf Tagen, ihre Ar�fte zu einem
neuen Massenangriff zusammenballten, wahrend in der Zwischenzeit zwischen diesen �Gro�kampftagen" best�ndige
kleinere Kampfhandlungen die Front unaufh�rlich in Vewegung hielten. Ein gro�er Durchbruchsversuch scheiterte noch
        
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