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Der Weltkrieg im Jahre 1916

Full text: Der Weltkrieg im Jahre 1916

XII
Seile den offene!� Vruch mit den Dr�ngern, der den, Tande verderblich werden mu�te, zu vermeiden. Die Geschichte
der Vergewaltigung Griechenlands, die in diesen Umrissen mir angebeutet werden kann, bildet eine handgreifliche probe
Don dem Schutz der kleinen Staaten, dessen die Entente sich so gerne r�hmt.
Erst Mitte August wagte SarratI, zum Angriff vorzugehen. Aber die K�mpfe, die sich im IVardartal und
am Doiransce entwickelten, blieben f�r die Angreifer erfolglos; und der Gegensto� der Vulg�ren dr�ngte die Gegner auf
beiden Fl�geln zur�ck. Dabei mu�ten nun die Vulg�ren auch griechisches Gebiet betreten; sie taten es notgedrungen,
in Abwehr feindlicher Angriffe und nicht als Feinde Griechenlands, wie sie ausdr�cklich erkl�rten. Auf dem rechten
Fl�gel wurde Demihissar genommen und die englische Front nach heftigen R�mpfen bei Sercs �ber den Struma
auf das rechte, westliche Ufer zur�ckgeworfen. Auf dem linken Fl�gel nahmen die Vulg�ren Florina und dr�ngten
noch dar�ber hinaus. Sie besetzten am 2\. August auf dieser Seite Kaftoria, um die Verbindung der Salonikiarmee
mit den Italienern in valona zu erschweren; auf der andren Seite brachten sie (25. August) den wichtigen hafenplatz
Kaoafa in ihren Besitz. Sie umringten so die Armee Sarrails in einem gro�en Halbkreis.
So war die tage, als am Abend des 27. August die Anegserkl�rung Rum�niens an Gesterreich -Ungarn
erfolgte und mit ihr zugleich ein Angriff auf die Grenzposten der Monarchie, noch ehe man diese von der Ver�nderung
der l�ge hatte in Aenntnis setzen k�nnen. Der Schritt kam in diesem Moment �berraschend; man wu�te nat�rlich,
da� Rum�nien von Ru�land gedr�ngt wurde und da� die durch Bestechungen und R�nke aller Art gewonnenen
Politiker der russischen Partei samt der von ihnen geleiteten presse, die schon l�ngst den Arieg gegen Ungarn und
Gesterreich Zur Eroberung Siebenb�rgens und zur Befreiung der unerl�sten rum�nischen Vr�der forderte, einen �hnlichen
Taumel in der �ffentlichen Meinung, namentlich in Bukarest, erregt hatten, wie er in Italien der Ariegserkl�rung
vorangegangen war; aber man wu�te auch, da� Rum�nien trotz aller Vorbereitungen milit�risch doch noch keineswegs
fertig war, und man traute daher den falschen Versicherungen des Ministers Vratianu und des K�nigs selbst, da�
sie nicht beabsichtigten, die Waffen zu ergreifen. Hatten sie doch auch noch keinen Schritt getan, uni, wie seinerzeit
Italien, das noch immer bestehende B�ndnis mit den Mittelm�chten, das sie eigentlich zur Hilfeleistung verpflichtet h�tte,
zu k�ndigen. Tats�chlich war Vratianu, wie wir heute wissen, seit dem August durch schriftliche Abmachungen
an die Entente gebunden; aber da� Rum�nien so schnell losschlagen mu�te, ist doch wohl einem starken und pl�tzlichen
Druck von feiten Ru�lands und seiner Vundesgenossen zuzuschreiben, dein es nicht mehr zu widerstehen gewagt hat.
Zugleich mit der Kriegserkl�rung Rum�niens an Gestcrreich Ungarn erfolgte die Italiens an das Deutsche Reich.
Die Vorw�nde, mit denen dieser Schritt begr�ndet wurde, waren nichtig; Italien folgte einfach dem Druck seines Herrn
und Meisters England und zog die unvermeidlichen Konsequenzen aus der Tage, die es fr�her durch die Ariegserkl�rung
an Gesterreich geschaffen hatte, was Rum�nien anbetrifft, so wurde die Unklarheit der Verh�ltnisse, die durch die
einseitige Ariegserkl�rung entstand, hier schneller beseitigt: am 29. August erkl�rte das Deutsche Reich sich als im
Anegszuftand mit Rum�nien befindlich, am 3^. August die T�rkei, am 2. September auch Vulgarien-, die kleine
Versp�tung war in milit�rischen R�cksichten begr�ndet.
Nun sollte der gro�e Schlag gef�hrt werden, der die Mittelm�chte, wie man hoffte, zu Voden strecken w�rde.
Am 5^. August gingen russische Heeresmasscn bei Reni und an andern benachbarten Grten �ber die Donau, um durch
die Dobrudscha und �ber Vulgarien den Vormarsch auf Aonstantinovel anzutreten. InSiebenb�rgen gab die �sterreichische
ungarische Heeresleitung, von dem pl�tzlichen kosbruch der Rum�nen �berrascht, die Aarpathenp�sse preis und zog die
Greuztruppen auf eine r�ckw�rts liegende Verteidigungslinie zur�ck, petroseny, Kronstadt, Rezdi vasarhely wurden
aufgegeben und von den einr�ckenden rum�nischen Heers�ulen alsbald in Vesitz genominen. Hermannstadt glaubte man
anfangs halten zu k�nnen; am 2. September wurde aber auch diese Hauptstadt der Siebenb�rger Sachsen ger�umt.
Die nichtrum�nische Vev�lkerung war gro�enteils in das Innere der Monarchie gefl�chtet. Am 9. September fiel
auch Grsova in die H�nde der Feinde. Ini ungarischen Reichstag gab es heftige Erkl�rungen der Oppositionsf�hrer
gegen Tisza und Vurian; man warf der Diplomatie vor, da� sie sich durch die Hinterlist der rum�nischen Politik
habe t�uschest und �berraschen lassen.
        
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