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Der Weltkrieg im Jahre 1916

Full text: Der Weltkrieg im Jahre 1916

XI
bedr�ngten Italiener. Die �sterreichisch-ungarische Heeresleitung sah sich veranla�t, einen Teil der bort angesetzten
Streitkr�fte abzuberufen und die Front gegen Italien zwischen (Elfe*? und Vrenta zu verk�rzen, wobei die schwer
errungene Stellung von Arsiero und Asiago wieder aufgegeben werden mu�te (26. Juni). Der Vormarsch h�rte auf;
die Bedrohung der Isonzofront verschwand; die Italiener gingen bald wieder auf der ganzen Linie zum Angriff �ber.
Im August verst�rkte sich ihre Offensive an der Isonzofront zu einer neuen Schlacht gro�en Stils, die der russischen
Offensive pont Juni und der englisch-franz�sischen vom Juli wohl an die Seite gestellt werden kann. Nach tagelanger
Artillerievorbereitung, wobei auch hier das Trommelfeuer zur Anwendung kam, richteten sie am 8. August einen
gewaltigen Massenangriff auf den Br�ckenkopf von G�r.z am westlichen Ufer des Isonzo, dein die tapferen Verleidiger
schlie�lich nicht mehr standzuhalten vermochten. Ver Br�ckenkopf wurde aufgegeben, und am (0. August siel dann
auch die Stadt G�rz selbst, die nun nicht mehr zu halten war, in die H�nde der Angreifer und bald darauf auch ein
Teil der dahinter gelegenen so lange und heftig umstrittenen Hochebene von ?>ober6o. Es war der erste gr��ere Erfolg
der Italiener, und er wurde von ihnen und ihren Verb�ndeten ungeheuer aufgebauscht. Seine strategische Bedeutung
war nicht sehr gro�. Die H�henstellungen auf dem Karstplateau �stlich von G�rz, wo schon l�ngst Feldbefestigungen
und vorbereitete Stellungen hergerichtet worden waren, blieben fest in den H�nden der Verteidiger und boten ihnen
eine g�nstigere Position, als sie fr�her in der Ebene gehabt hatten; alle weiteren Anstrengungen der Italiener scheiterten :
der beabsichtigte Durchbruch auf Trieft zu gelang ihnen nicht.
Vei dieser Kriegslage, die den gegen uns Verb�ndeten trotz aller Erfolge keine entscheidende Wendung zu
ihren Gunsten in Aussicht stellte, dr�ngte ihre Politik mit steigender Ungeduld auf das schon l�ngst angestrebte Ziel
zu, Rum�nien zum Anschlu� an die gro�e Koalition zu bewegen, um mit Hilfe der halben Million Streiter, �ber
die es verf�gte, den Mittelm�chten endlich den t�dlichen Sto� zu versetzen. Von vornherein war ja die russische Offensive
immer zugleich auch auf dieses Ziel gerichtet gewesen, und bei der Versammlung einer englisch-franz�sischen Armee
bei Saloniki hatte man vornehmlich den Zweck im Auge gehabt, da� diese Streitkr�fte eines Tages mit Rum�nien
zusammenwirken sollten, um Bulgarien zu erdr�cken, Konstantinopcl zu gewinnen, die Dardanellen zu �ffnen und das
Uebcrgewicht der Koalition auf der ValkanHalbinsel herzustellen. Hier hoffte man die Entscheidung des Krieges zu
finden, die sich weder an der Vst- noch an der Westfront erzwingen lassen wollte.
Im Mai bereits hatte Sarrail den Aufmarsch seiner Armee an der ganzen griechischen Nordgrenze ins Werk
gesetzt. Seine Stellungen dehnten sich im Osten bis �ber den Struma, im Westen bis Florina'aus, in der Mitte
behaupteten sie den Unterlauf des wardar und die benachbarte Gegend bis zum Doiransee. Auf dem linken Fl�gel
standen auch die wiederhergestellten Reste der serbischen Armee. Aber Woche auf Woche verstrich, ohne da� die Saloniki-
armee zu gr��eren Unternehmungen schritt. Organisation und Disziplin in diesen bunt zusammengew�rfelten Truppen
scheinen Schwierigkeiten gemacht zu haben; man h�rte auch von Krankheiten, die die Schlagkraft l�hmten. Mit steigender
Ungeduld dr�ngten die Diplomaten der Ententem�chte den Roma Konstantin zur Aufgabe seiner mit Z�higkeit feft^
gehaltenen Neutralit�t. Ein unbeschreiblich verworrenes R�nkespiel wurde angezettelt, un: die venizelistische Partei, die
immer unpopul�rer im Tande wurde, zu einein wirksamen Instrument der Entente zu machen, wenn Drohungen und
Vergewaltigungen nicht helfen wollten. Man hatte ein schlechtes Gewissen gegen�ber dem so sch�ndlich behandelten
Griechenland, und man wollte diese Macht, die doch immerhin ein paar hunderttausend Mann auf die Veine bringen
konnte, bei der gegen Vulgarien geplanten Angriffsbewegung nicht im R�cken haben, ohne sie zum Anschlu� gezwungen
oder wenigstens unsch�dlich gemacht zu haben. Die Mobilmachung, die seit der Ber�hrung Griechenlands durch die
kriegerischen Ereignisse angeordnet war, mu�te r�ckg�ngig gemacht werden; H2 Kriegsschiffe der Ententem�chte lagen
vor dein Hafen von Athen und drohten im Fall des Widerstandes mit Absperrung und Beschie�ung. Der K�nig
und seine unter dem Druck der Ententem�chte best�ndig wechselnde Regierung gingen in ihrer Haltung gegen�ber den
Forderungen und Drohungen der ungebetenen G�ste bis an die �u�erste Grenze dessen, was ein selbst�ndiger Staat in
so bedr�ngter tage sich bieten lassen kann. Aber sie wu�ten dabei auf der einen Seite ihren so frevelhaft mi�achteten
Anspruch auf Selbst�ndigkeit und Neutralit�t doch wenigstens der Form nach aufrechtzuerhalten, auf der andern
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