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Aus dem Briefwechsel des Prinzen Wilhelm des Älteren von Preußen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marianne

Full text: Aus dem Briefwechsel des Prinzen Wilhelm des Älteren von Preußen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marianne

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ab von der unersch�tterlichen pflichttreue der f�rstlichen Gatten, der lautersten Auffassung ihres Berufes und ihrem
felsenfesten Gottvertrauen. Vor allem: sie erschlie�en uns bas tiefbewegte Innere dieser sonst so zur�ckhaltenden,
scheuen Menschen und erlauben uns, das Dunkel zu beseitigen, unter dem ihr Wesen bisher perborgen lag. Auch sie
geh�rten �zu den verschleierten Pers�nlichkeiten, die ihr Vestes nur kern Verstehenden geben k�nnen, die zu stark mit
der F�lle ihrer Gedanken zu ringen haben, um immer greifbar und durchsichtig sein zu k�nnen, die weich und vcr^
schwimmend erscheinen, aber imInnern von gespannter Energie und nur zu vornehm sind, um ihre Kraft und ihren
Wert immer geltend zu machen".
Im allgemeinen sind die Sriefe unverk�rzt wiedergegeben. Nur Abschnitte, die ohne Vedeutung zu sein
schienen, sind gek�rzt und eigene Zus�tze durch j kenntlich gemacht worden.
h
Prinzessin Marianne an Prinz Wilhelm.
Verlin, den 28./30. Januar
Gestern, mein lieber, geliebter tvillhelm, wirst Vu hoffentlich gesund in Deinem Breslau angekommen sein.
Wie monoton und traurig mir inein einsames keben vorkommt, kann ich Dir nicht beschreiben; vorz�glich abends
nach dem Lffen, da wei� ich garnicht, in welchen Winkel meines Zimmers ich mich wenden soll, und scheu betrachte
ich diese betr�bte keere. � Dir ist es gewi� gut, nach den traurigen Auftritten' f�r unsere Herzen, da� Du hinaus
sobald gekommen bist ins Treiben der Welt. Das tr�stete mich allein in Deiner Abwesenheit.
Alein
-Adalberlchen^ macht mir viel Freude, noch weit mehr als sonst, denn er ist seit Deiner Abreise, als
wenn er mir von tr�stendem Nutzen sein wollte, so zutunlich und z�rtlich gegen mich, wie er es nie war; er schreit
so schrecklich, wenn ich aus dein Zimmer gehe, und dann nun gar, wenn ich den TNantel antue, ohne ihn mitzunehmen.
TNimi^ lachte recht dar�ber vorgestern. Zein erster kauf im Aorb ist morgens nach Deinem Vette. wenn ich
angekleidet bin, nehme ich ihn mit in Vein Zinnner; manchmal mu� ich ihn dann bis ins letzte Zimmer tragen,
damit er sich �berzeugt, da� j)apa nicht darin ist. Nach dein Fr�hst�ck schl�fere ich ihn ein; er schl�ft nun nachmittags
Nicht wehr, statt dessen aber den ganzen Vormittag bis 2 Ithr, alsdann nehme ich ihn mit spazieren, oder er geht
mit der Mebus^. Nachmittags ist er da bis nach dem Tee jetzt, dann la�e ich ihn erst ausziehen, statt da� er sonst
nach der Suppe gleich ausgezogen wurde; aber da verlor ich ihn von 6�? dr�ber, lind �ber den� bestandigen Dasein
nachmittags mu� er mir, scheints, so gut geworden sein. Da mu� ich ihn noch einmal in Deine 5tube auf den
gro�en Tisch tragen, wo er mich viel k��t. Hernach spielt er auf dem gr�nen Tuch auf dem sch�nen neuen Tisch,
und das macht ihm viel, viel Freude. Da macht er sich immer �ber Dein INeoaillon her und k��t es zu Grund
beinah und sagt dazu sehr sanft Papa. Heut hat er auch mit kacheln dem Gro�papa 2 ein Au�h�ndchen werfen
m�ssen zum Geburtstag ....
Gestern ist Prinze� Radziwill" mit einem sehr h�bschen T�chterchen ? niedergekommen und sehr schnell.
Ich habe den Abend bei Mimi zugebracht; morgens ging ich zum erstenmal seit ewiger Zeit zu Fu� spazieren,
aber WA. war mit im wagen.
Vald werde ich Auguste wiedersehen; beide Schwestern gr��en Dich. Heinrichs Vleiben Berlins f�llt
allgemein und nicht gut auf ....
1Infolge des Codes des Prinzen Tassiw am \o. Januar ,6,5. � a Prinz (Heinrich Wilhelm) Adalbert, Zwillingsbruder Cassilos,
der nachmalige Amical, geb. 29. Oktober (su. gest. 6. Juni 1873.
� �
Prinzessin Wilhelmine, Schwester lies Prinzen Wilhelm des Gelieren,
geb. 
    
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