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Aus dem Briefwechsel des Prinzen Wilhelm des Älteren von Preußen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marianne

Full text: Aus dem Briefwechsel des Prinzen Wilhelm des Älteren von Preußen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marianne

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Ver ungl�ckliche Krieg voll 1.806 und die Flucht nach K�nigsberg und Memel hatte auch f�r Marianne
eine Reihe schmerzlicher Pr�fungen int Gefolge. Und es bedurfte geraumer Zeit, ehe sie ihr inneres Gleich-
gewicht zur�ckgewann.
In K�nigsberg lebte die Prinzessin in innigen� Verkehr mit der K�nigin und der Prinzessin tuise Radziwill
und trat in n�here Beziehungen 511 den gro�en M�nnern der Zeit, besonders zu Stein und Scharnhorst. Von jenen�
liegt eine Charakteristik Mariannes aus dem Jahre \SOQ vor 1, die von h�chster Vedeutung ist. (Es hei�t hier: �Die
Prinzessin Wilhelm verbindet mit Sch�nheit und W�rde einen kr�ftigen, gebildeten, besonnenen Geist und ein edles,
gro�es, tiefes Gem�t, Ihre Gestalt ist der Abdruck ihrer Seele, Reinheit, Ebenma�, W�rde. Sie ist geboren zu
einem Thron, aber sie wird auch jede kage des Gebens versch�nern und veredeln, und w�re sie die niedrigste .. ..
Sie liebt Geschichte und erlernt sie aus den Ucbersetzungen der Alten, die sie mit gro�er Aufmerksamkeit liest
und durch Ausz�ge in ihr Ged�chtnis einpr�gt. Ihr Urteil �ber Menschen ist bei solchem Gem�t und bei solchen
Besch�ftigungen strenge, frei von Vorurteilen. Sie ist unerbittlich gegen das Flache und Gemeine, und w�re es auch
mit dem Gl�nze des Thrones umgeben. Eine Folge ihrer Vesonnenheit und W�rde, mit der sie jedem seine Stelle
anweist, ist die Verschwiegenheit, die sie in hohem Grade besitzt. Hie hat einen unwiderstehlichen Hang zur Einsamkeit,
zu einem inneren, in sich gesammelten (eben, das ihre �u�eren Verh�ltnisse, mehr als gut ist, bef�rdern. Ihre liebe
zur Aunst ist verbunden mit einem ausgezeichneten Talent im Zeichnen, das sich durch sich selbst, weniger durch
Unterricht, entwickelt hat." Aehnlich �u�erten sich Clausewitz" und Wilhelm von Humboldt ".
Seit 809 begann die edle F�rstin mehr und mehr hervorzutreten. Und nach dem Tode der A�nigin kuise
wandte des Volkes kiebe sich ihr zu, die den mutterlosen Neffen und Nichten eine zweite Mutter war und daf�r von
der dankbaren Schar mit dem lieblichen Titel �Tante Minnetrost" ausgezeichnet wurde. �Sie bildete in ihrer hohen
Weiblichkeit und w�rde den Mittelpunkt des Hofes und gab dem Ganzen Haltung."
Unverg�ngliche Verdienste um Preu�en erwarb sich die Prinzessin in den Jahren des Befreiungskampfes,
da sie, allein in Verlin zur�ckbleibend, die Stelle der kandesmutter vertrat, da ihre Geistesgegenwart, Entschlossenheit
und Vpferwilligkeit sich �im herrlichsten Lichte zeigten", da sie den Frauenverein ins keben rief und dem arg
vernachl�ssigten kazarettwesen ihre menschenfreundliche F�rsorge zuwandte.
Am Tage von Velle-Alliance, an dessen siegreichem Ausgang ihr Gemahl ehrenvollen Anteil hatte, wurde
Marianne durch die Geburt einer Tochter, Elisabeth, erfreut. Diese wurde die Gemahlin des Prinzen Aarl
von Hessen und bei Rhein. Zu ihr und den� �lteren Bruder Adalbcrt gesellten sich in den folgenden Jahren noch
der Prinz Waldemar 
    
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