Path:
Aus dem Briefwechsel des Prinzen Wilhelm des Älteren von Preußen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marianne

Full text: Aus dem Briefwechsel des Prinzen Wilhelm des Älteren von Preußen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marianne

223
Kanonen une puh>ent>agen, bespannt, stehen in der Mitte des Lustgartens. �fugereau mit der Suite und etwas
Kavallerie fonmit geritten. Da sagte ich gleich den Damen; Geben Sie acht! Er verteidigt sich. Indem kommt ein
russischer Parlament�r, b�ckt sich vor Augereau, der ihn bald wieder entlie�. Ich hielt ihn f�r einen gefangenen
Rosaken. Nachher wollte er noch einmal heran, wurde aber abgewiesen, wie er fort ist, puff, wird eine Kanone
losgeschossen vor mir auf dem Platz nach der Vurgstra�e zu, und gleich darauf [fallen] 3, H Flintensch�sse. Darauf
drehe ich um uno schicke wegen U)A. Ich gehe zu meiner Schw�gerin 1 Zur�ck.
Nun gchts los. Aanonen werden aufgefahren nach der Tangen Vr�ckc und Vreiten Stra�e zu. krsterc
demontieren die V�rger. Vie andere wollen sie auch nicht leiden; ssie^ wurde auch 4 mal weggefahren, kam aber
immer wieder. Ich sah sie laden, und auf einmal
schie�en sie sie nach der Tangen Vr�cke 511 ab. Dadrauf
decampiren Deine Schwestern (schwcige dar�ber!
wollen mich auch dazu bereben) mit ihren Aindern
ins ZUti?jimmer, Auguste mit der Schatulle unter
dem Arm. Ich blieb auf dem Fenster sitzen. Heinrich
war auch da.
Hun h�rt niait in der Entfernung fort manche
mal Riefen. 3" niedreren Stra�en und dem Cier=
garten fielen Geschichten vor, und immer f�rd?t[d]
man, die Kanonen w�rden auf die unruhigen B�rger
abgeschossen werben, Nachmittags fommt die Nach.'
richt, die nur der Aastcllan schon am Zl�orgon mit
gittern gesagt hatte, wie die erste Kanone losging, fie 2
w�rden das schlo� als Zitadelle, ansehen und am den
Fenstern [Riefen. Allein Traum und meine ehe-
maligen Ahndungen! Deine Schwestern konnte nichts
bewegen, darin zu bleiben. Sie blieben mit ihren
Aindern zusammen bei 21Timi 8, wo Heinrich auch schlief.
3^ beredete mich mit mehreren, da� es besser sei zu
bleiben und bas verlassene Schlo� nicht dem auszusetzen,
was man vermutete uno so viel leichter geschehen w�rde
fein im Fall des n�chtlichen Angriffs, den man f�r
unvermeidlich hielt. Ce Coq A kam Zu mir, fand es auch
gut und versprach, mich avertieren zu lassen, wenn
er es f�r besser finden w�rde, da� ich ging. Wagen
blieben angespannt.
�prinj2I�aIbcrt u�tt preu�en als Knabe ini Illasfenfopftm. niintaturbilbnis
im i.)oi;E:ijoUeiTi4UuffUtll
Abende bat ich alle Schlo�bewohner zusammen, und es geschah nichts, Zu Augereau hatte ich geschickt, ihm
anzeigen zn lassen: das und das seien die Ger�chte; ich glaube sie nicht und frage ihn an, ob ich sicher bleiben k�nne.
Er bejahte es, lie� mir eine anbieten, die nat�rlich ausgeschlagen wurde.
Die Nacht ging ruhig vor�ber. Die Vr�ckcn blieben besetzt. Heut ist's ebenso gewesen, und auf einmal,
um halb vier, kommen die Franzosen zu Tausenden an, eine Recognoscierungssabteilung^ vom General poinccau^,
die ein l�ngst gefangen w�hnte. Nur Attgerean behauptete, es k�nne nicht sein.
1 Prinzessin 2Ingnftc. � 2 Pie Franzosen. -- '�' Prinzessin ?t>Utidimtte spornte im fogcndntitcn ,,2TicbccI�nbif�^cn pa�ais" Unter
&cn ?inben. � * poliscipr�fittcnt doh Berlin. � B p�hifot, franz�sischer General.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.