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Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

Full text: Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

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den Amsterdammischen Rinden� darunter etwas widriges begegnen: N?en(n) nun solches bei dieser Gelegenheit Zar zu
Nachdruck- und empfindlich sein w�rde, den man durch die wenigste �bele Begegenung, die etwa auch den geringsten
wiederf�hre, leichtlich allen guten willen, den man durch das ganze Inviwtwerck gewunnen, durch einen unebenen
Vericht eines emtzigen klagenden Menschen verlieren d�rfte: So verhaften wir gleichfalls, E. Ch. D. weiden darauf,
damit alles niit Freundschaft hingehe, umb desto fiei�igere Acht nehmen lassen, weilen ihro Gn. bekannt, wieviel ihr
daran gelegen, da� dasjenig, so alhier mit sonderbahrer Freundschaft angefangen, mit Freundschaft Zeeindigt werden
m�ge. N)as sonst das Alliantzwerck betrifft, da befinde ich bei denen von Amsterdam, sowohl Regenten als den Kaufs-
leuten, immer noch einen gro�en Lifer dasselbig bei dieser versamblung zuni Schl�sse zu bringen: Vie schwedische
Armatur kommt m�nniglich imn:er zu noch verd�chtiger f�r und r�stet die gantze V�rse schier gegen der Schweden
6?25ein5 und da� man denenselben f�rbiegen m�sse: Hier vernehme ich, da� andere Glieder au� Holland dergleichen
thun und lasset sich der Rahtspensionair selbst allerends verlauten, man wird mit E. Ch. D. dannenhero schlie�en:
Holland ist noch nur mit etwa sieben St�tten und 8 Edelleuten gestern versamblet gewesen, heute wird Amsterdam
anlangen, und andere mehr, also da� man vermeinete, die persamblung wird damit complet weiden und da� man
nunmehr etwas Haubtsachliches wird zur Hand nehnien k�nnen: Wir werden auf alles ein wachend Aug nehmen und
wollen verhoffen, E. Th. D. werden nunmehr in wenig Zeit sehen k�nnen, wessen Sie sich von diesem Etat zu versehen:
2Neincs unterth�uigsten Grtes kann ich nicht befinden, da� es irgendwo an crmangele, sondern glaube, da� nun eben
alles zum Schl�sse concurriro: Eines m�gte dem im Wege sein, da� man auf Aromwell gar zu sehr ressectil-ete und
da� deshalb bei diesem seinem wieder bl�hendem Gl�cke dieses werck einen widrigen 25pect g�be, Schweden sendet nach
Tondon und d�rfte solches zum wenigsten unter der Hand befordern. Und weilen E. Ch. D. daselbst niemand haben
und sonst verd�chtig sein, so d�rfte es ihnen umb desto leichter fallen: Dieses wird mir in frohen, Vertrauen gesaget,
da� die Holl�ndische cadale bereits au�tr�cklich den: Herrn Nieport auffgegeben, sich flei�ig zu erkundigen, ob etwa
der Herr ?iot�cwl die alliance des Etats mit E. Ch. D. wird leiden k�nnen. Line schlechte Sache zworn umb eine
solche r�publique, die Zeit aber und einwendigs Mi�trauen lasset sie darzu leichtlich verfallen: was nun endlich darau�
werden wird, mag die Zeit lehren. Ich werde bei allen Posten von allen denen, was f�rf�llt, umst�ndlich zu rcleriren,
untert�nigst unvergessen sein al� Gn�digsten Churf�rsten und Herrn
Euer Churf�rstlichen Durchlaucht
Nnterth�nigster Diener
Daniel weimann^."
Der Vericht zeigt zur Gen�ge, welche Schwierigkeiten es f�r Weimanu zu �berwinden galt, um die Vedcnken
des Oberb�rgermeisters gegen die f�r damalige Verh�ltnisse weite und anstrengende Reise zu zerstreuen, wobei ihn sein
diplomatisches Geschick wesentlich unterst�tzte, weimann gab dabei deutlich zu verstehen, welche Genugtuung der
Aurf�rst �ber die Abordnung empfinden w�rde, und sicherte volle Veihilfe von der tandesgrenze an zu. Den Haupt-
beweggrund f�r Huydecoper, die Reise auszuf�hren, d�rfen wir, abgesehen von seinem wohl begreiflichen pers�nlichen
Ehrgeiz, in der Begleitung D�gens, des kurf�rstlichen Residenten, erblicken. Ganz eigenartig ber�hrt uns in diesem
Bericht noch die Mahnung, auf den Volkscharakler der Holl�nder bei ihrem Eintreffen in Verlin R�cksicht zu nehmen,
weil durch Witzeleien �ber die Gesandtschaftsangeh�rigen leicht verdorben werden k�nnte, was so m�hsam angebahnt
sei. Der Herr Geheimrat hatte demnach seine lieben tandsleute am gr�nen Strand der Spree und ihre lose Zunge
ganz richtig eingesch�tzt, als er R�cksichtnahme auf berechtigte Eigent�mlichkeiten der fremden G�ste anempfahl.
Aus den Schlu�s�tzen erfahren wir ferner, da� es auch eine Gegenpartei gab, die mit Cromwell lieb�ugelte
und sich van England mehr des Guten versah als von dem kleinen Aurbrandenburg, � eine Erscheinung, die in der
allerneuesten Zeit ihre parallele findet �, da� sonst aber f�r das Traktat g�nstige Aussichten vorhanden waren.
1Daniel IV. tVctmann (\tt\�\G6\), brandenburgischer Gcheiinrat und Kanzler &es Herzogtums Cleoe, erwarb sich gro�e Verdienste
durch die Geschicklichkeit, mit der er die Politik des Kurf�rsten in Holland leitete. Obiger Vericht war in den �Urknnden und Akten zur
Geschichte des Kurf�rsten Friedrich-Wilhelm" nicht zu ermitteln.
        
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