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Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

Full text: Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

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mit ihn� zu besprechen, die so wichtig erschienen, da� man sich dazu der F�rsprache der Prinzessin Ainalia von Solms,
der lvitwe Friedrich-Heinrichs, zu versichern trachtete.
Das Ergebnis der Verhandlungen war, dank dem Entgegenkommen der Stadt, das Traktat vom 27. Juli
zu gegenseitiger Hilfeleistung, das zun�chst ans die Dauer von acht Jahren geschlossen und nach Ablauf erneuert ward
Ebenso wie es in der guten alten Zeit des patriarchalischen Magistratsregimes mit so vielen Dingen von
gr��eren, oder geringerem Velang ging, so auch mit dem Ratsbeschlu� vom 1?. April. Nachdem die Resolution
gefa�t und freier unumschr�nkter Aredit gew�hrt war, wurde alles weitere in das Ermessen der B�rgermeister gestellt.
Demgem�� geben denn auch weder die Ratsversammlungen noch die betreffende Iahresrechnung n�heren Aufschlu�
dar�ber, in welcher weise sich die B�rgermeister ihres Auftrages entledigt haben. Augenscheinlich ist alles von den
Herren m�ndlich abgemacht worden, wie es damals �blich war, ohne da� man darum an Nachl�ssigkeit in der Amts-
f�hrung zu denken braucht. Aus den Archiven m�chten wir also schwerlich erfahren, was es nnt der Ausf�hrung der
�Resolutie" vom April auf sich hatte, ein Beleg daf�r, wie die trockenen Dokumente der Archive in den Museen
und Galerien, in den Aupferstich-, M�nz- und Aartensammlungen, wie in den Werken der Dichter und Schriftsteller
vergangener Zeiten ihre Illustrierung und Erg�nzung finden.
Auch dar�ber ist kein Beschlu� aufgezeichnet, da� abweichend vom Herkommen, wonach zu ausl�ndischen
Misstonen lediglich Sekret�re verwendet werden sollten, der erste B�rgermeister, Herr Joan Huydecoper, den ehrenvollen
Auftrag erhielt, pers�nlich die Patenschaft namens der Stadt wahrzunehmen und den von ihr verliehenen teibrenten-
brief in Verlin zu �berreichen. Ebensowenig findet sich eine Bemerkung �ber den diplomatischen Zweck, der hinter der
Sendung verborgen war, und �ber ihre Bedeutung, die in dem glanzvollen Empfang Huydecopcrs nach Erledigung
feines Auftrages bei der R�ckkehr zum Ausdruck kam.
Dieser Ulage de Roevers, die sich aus der L�ckenhaftigkeit seines Materials erkl�rt, k�nnen wir nicht ganz
beipflichten; denn gerade hinsichtlich der Vorverhandlungen �ber Huydecopers Entsendung und die derzeitige politische
tage finden wir im A�mglichen Hausarchiv ausf�hrliche Angaben, zun�chst den Beschlu� des Rates �ber diese Gesandt-
schaft, von dem es in� Antwortschreiben der Stadt vom 2H. April 1.655 in der Ueberfetzung hei�t:
�Unsere sonderliche Freude �ber die Geburt des jungen F�rsten, nnt der es dem allg�tigen Gott gefallen hat,
Eure Churst. Durchlaucht zu segnen, und die achtungsvolle Dankbarkeit, mit welcher wir von Eurer Ch�rst. Durch-
laucht der Ehre des feierlichen Empfanges zur heiligen des so Durchlauchtigen Sprossen gew�rdigt worden sind:
Haben wir gedacht nicht nachdr�cklicher aussprechen zu k�nnen als durch den Mund unseres sehr ehrenwerten gegen-
w�rtig pr�sidierenden Aollegen, des Wohledlen, Gestrengen Herrn Johan Hu-ydecover, Ritters, Herrn van Maersseveen,
Neerdyck, und B�rgermeisters und Rats dieser Stadt, und haben wir darum seine Wohledle Gestrengen ersucht und
beauftragt, um, neben unserer ergebenen Ehrerbietung, diese unsere Schuldigkeit bei Euer Churf. Durchl. geb�hrend
abzulegen, und unter E. Ch. D. gef�lliger Gunst, Dero hochansehnlichem Vorgang im Namen unserer Gemeinde
beizuwohnend"
Interessante Einblicke in die innerpolitische tage jener Tage gew�hrt uns der Situationsbericht des Rates
Dr. Daniel weimann vom 27. April der in vieler Hinsicht die politischen Beziehungen der beteiligten Staaten
beleuchtet und am Schlu� die feinen F�den andeutet, die von der Handelsstadt Amsterdam zum Protektor Cromwell
hin�berspielen 2. Es hei�t da:
�Seitdem da� ich die verwichenen Tage die invitation zu Anisterdan: verrichtet, Hab ich nicht allein Ch. D.
Agent Dae^en versichert da� er den B�rgermeistern daselbst in Fortsetzung ihrer genohmenen Resolution fiei�ig zur
Hand gehn und E. Ch. D. vom v�rfall ungeseumet umbst�ndig berichten wolle. Sonderen nach Hab auch immerfort,
1 Nach Grlich: Der Gro�e Kurf�rst, enth�lt pufenborf, De r�bus gestis Friderici Wilhelmi etc., L.V. 21, 22 n�here Angaben
dar�ber. Vie bez�gliche l�?^:i3^naI^^^ln^c findet sich im (Bel}.Staatsarchiv 311 Verlin, Rep. 54, 22?�, 2. � *R�nigl. HauZarchiv zu Charlotte�-
b�rg, Geoatterkorrespondenz, Rep. XXXVV Vol. I,
� 3 R�mgl. r7aus?rc^t� 311 C^irlottcubiirg, <5e�atterforrefp?ii?>eii3, Rep. XXXV,Vol, I.
vgl. hierzu den Schriftwechsel CromwellZ bei �rlid?, a. a. (D.
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