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Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

Full text: Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

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versichern, da� Uns nichts angenehmer w�re, als Gelegenheit zu erhalten, sotane vielmals versp�rte nachbarliche
Affektion bei allen vorkommenden Anl�ssen zu vergelten und alles beizutragen, was zur Fortf�hrung guter Aorrespondenz
dienlich sein kann.
(Euer kdlen fernerhin dem g�ttlichen Sch�tze anbefehlend.
Gegeben in Unserem Hauptquartier zu Vr�ll^ den 20. September J65<).
Euer Edlen freundwilliger
Friedrich Wilhelm."
Der Gro�e Aurf�rst hat die Stadt Amsterdam auch selber mehrmals mit seinem Vesuch bedacht.
Bei einer solchen Gelegenheit, sicherlich vor 5, in welchem Hahre Huydecoper das Zeitliche segnete, hal der
Aurf�rst mit feinem Schwager, dem F�rsten von Anhalt, und mit dein Grafen von Dohna an des Herin van INaersseveens
tische gesessen, eine Ehre, deren sonst nur wenige der hervorragendsten Amsterdamer teilhaftig geworden sind.
In das Jahr f�llt die bekannte Reise des Aurf�rsten nach Holland mit dem Vesuch der Flotte auf dem
Cexel unter dem Befehl des gro�en Admirals Alichiel de Ruyter, deren Besichtigung so recht danach angetan war,
Friedrich-Wilhelm in seiner Vorliebe f�r das Seewesen zu best�rken. In seiner Vcgleitung befanden sich sein f�nfzehn-
j�hriger Neffe Wilhelm der als Wilhelm III. Englands bestieg, ferner Graf Johann-
Moritz, der Brasilianer, und die F�rsten von Anhalt und Holstein, die Grafen von Solms, Dohna und van Hoorne,
die Herren van Brederode und andere hohe Herren. Am 2Nai kamen sie zur Flotte und wurden von
den Bevollm�chtigten der Staaten, darunter der Ratspension�r, bewillkommnet. An Vord zweier Jachten besuchten sie
Zun�chst das Grlogschiff die �Sieben Provinzen", und de Ruyter lie� ihnen zu Ehren von der Mannschaft allerlei
Segelmanover und Gesch�tzcxerzi�en vorf�hren. Danach begaben sie sich auch an Bord der (neuen) �Eintracht", des
Flaggschiffes des Admiralleutnants van Iles, und zu Cromp auf die �Hollandia". Von den Schiffen, die s�mtlich
Flaggengala gesetzt hatten, wurden sie mit Salut begr��t, und ihre Ankunft erweckte gro�e Freude und Jubel unter
dem Schiffsvolk. Va brach sich die lang verhaltene Aebe zum Hause Vranien Bahn; �berall, wo die f�rstliche Jacht
erschien, jubelten die Matrosen voll Begeisterung: �kang lebe der �rinz von Gramen!" Es war ein Festtag f�r die
Flotte, und auf jedem Admiralschiffe wurden Wonnen Bier ausgeschenkt. Gegen Abend begaben sich die hohen
G�ste nach dem Helder, uni tags darauf ihren Besuch zu wiederholen; verschiedene andere Schiffe wurden besichtigt,
und zur Mittagsmahlzeit erschienen die G�ste, in ihrem Gefolge die Bevollm�chtigten der Generalstaaten und der
Admiralit�ten sowie die vornehmsten Schiffskommandanten, an Bord der �Sieben Provinzen", wo de Ruyter sie ver-
bindlich empfing und gro�artig aufnahm, so da� jedermann zufrieden war. Zum Nachtisch lie� de Ruyter noch zwei
kleine Fregatten ein Scheingefecht abhalten, wobei sie sich gegenseitig im Vorbeisegeln beschossen. Die G�ste fanden das
Schauspiel ausgezeichnet; es gruselte ihnen aber nicht wenig, als ein Matrose des Admiralschiffes, ein richtiger Akrobat,
den Flaggenknopf des Gro�mastes erklomm und sich hier auf den Aopf stellte, ohne sich mit den H�nden festzuhalten.
Alan kam erst wieder zu Atem, als der Wagehals unversehrt wieder an Veck stand. Auch das geh�rte zu den
Aeu�erungen der Festfreude. Gegen Abend fuhren die G�ste wieder nach dem Helder, wobei ihnen die Schiffsboote
das Geleite bis zum Strande gaben. Das Schiffsvolk wurde von den hohen G�sten freigebig bedacht; im Namen
des Aurf�rsten wurden ihm von de Ruyter silberne Dukaten verehrt. So ist es zu lesen in Gerardt Brandts
Lebensbeschreibung de Ruyters.
Sp�ter zwischen und bei einem anderen Vesuch Amsterdams besichtigte der Aurf�rst mit dem Prinzen
von Vranien und dem F�rsten von Anhalt in Gegenwart des B�rgermeisters das neueingeweihte Schauspielhaus,
und in: Mai 2 brachte er seine zweite Gemahlin Dorothea mit. Die Stadtleitung begr��te den wohlbekannten
1Vr�el in Mecklenburg war am 9. ,md ?.o, September (659 alten Stils das Hauptquartier des Kiirfi�rf�en.
� *De Roeoer5 Angabe
�Juni l6?5" trifft nicht 311, da der Filrst des ZchwedenkriegeZ wegen am 23. Mai von 5chwci>lfurt aufbrach. Ich setze daf�r �Mai"in
Uebereinstimmlmg mi, y.kedebur: Schauplatz der Taten Friedrich Milhelms usw., Berlin \s^o,
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