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Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

Full text: Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

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ein Gedicht gemacht hatte, mag ;800 Gulden gekostet haben. 3m Jahre \660, a?s die B�rgermeister dem Grafen
anderweitig gef�llig gewesen waren, �nderten sie inocs ihre Absicht und beschlossen, das Stanobilo den, Aurf�rsten
a?s Geschenk anzubieten. Auf seinen Befehl ward es sodann im Tiergarten beim Amphitheater an dein gro�en
U)ege aufgestellt.
Vie n�mlichen Gr�nde, die f�r die �adtleitung zur Uebcrnahme der Patenschaft bestimmend gewesen waren,
gaben ihr auch Anla�, in der Folgezeit den F�rsten und seine Angeh�rigen immer durch die B�rgermeister mit aus-
gezeichneter H�flichkeit empfangen zu lassen.
Als im Sommer die Rurf�rstin kuise-Hennette in Holland weilte und bei ihrer Mutter in Rijswick
wohnte i, verabs�umten es die B�rgermeister nicht, sie mit der Prinz essin -Witwe (Amalia) und ihren eigenen Schwestern,
den F�rstinnen von Anhalt und Nassau-Dietz, zu einem Vesuch der Stadt einzuladen und sie in dem neuen, ob setner
Pracht �achtes Weltwunder" genannten Rathaus, dem jetzigen Palast der K�nigin, festlich zu empfangen. Der Besuch
fand am 29. August und den folgenden Tagen statt. Der Statthalter von Friesland^, der F�rst von Anhalt und
Iohann^Noritz von Nassau begleiteten oie durchlauchtigen G�ste. AM pollen H�nden mu� die Stadt f�r einen glanz-
vollen (Empfang gesorgt haben, denn ihr Haushaltungsplan ward dadurch in diesem Jahre mit einem Posten von
28 360 Gulden belastet. Eine Ehrengardc holte den hohen Vesuch ein, 3* van Vonbai und Vo� wurden in Anspruch
genommen, um mit den Kinoern ihrer 2.1?ufe die hohen Damen un& ihre Begleiter zu begr��en. Vol und Flinck
wurden herangeholt, um dag Veste, wag ihre IT?alfunft vermochte, zur Verherrlichung der G�ste beizusteuern.
Und damit die schaulustige Menge auch ein wenig von der Veranstaltung haben sollte, fuhren Staats-
wagen durch die Stadt mit Darstellungen, in denen allegorisch die Zweige des Gramerhauses und die Provinzen in
Gruppen vorgef�hrt wurden. Das Aoggeschiff der Stadt inachte dabei den Beschlu� Dann ward ein pr�chtiges
Feuerwerk abgebrannt, wobei in stammenden kettcrn das IVort �Vranje" am Himmel erschien und eine kurf�rstliche
Arone, der Aurhut, sich im Strahlenglanzc dartat. Dazu kamen drei Festauff�hrungen im Schauspielhaus, so da� die
Auif�rstin aufs angenehmste unterhalten ward und, nach Hause zur�ckgekehrt, ihrem Gemahl so viel Sch�nes von ihrem
Aufenthalt in Amsterdam erz�hlen konnte, da� er sich gedrungen f�hlte, seinem Dankgef�hl in einem Sendschreiben
Ausdruck zu geben. Dieser Brief ist nur in holl�ndischer Fassung vorhanden und lautet in der Uebersetzung:
�Friedrich Wilhelm von Gottes Gnaden usw.
Unsere g�nstigen Gr��e und wohlgeneigten willen zuvor. Edle, besonders liebe Nachbarn. Uns ist durch
die Person Unserer hcizviclgeliebten Gemahlin bei ihrer R�ckkunft von Holland h�chlichst ger�hmt worden, wie da�
ihre Person durch Sure Edlen in derselbigcn Stadt mit sonderbarer Gro�artigkeit empfangen und gehalten, ebenso mit
Betonung guter Affektion ihr begegnet worden sei, Und weil nun, je l�nger desto mehr, die gute Zuneigung bekr�ftiget
worden ist, die Eure Edlen Uns und Unserem Hause entgegenbringen, so haben wir nicht unterlassen k�nnen, Unsere
Dankbarkeit und Genugtuung, die Wir daraus sch�pfen, Eurer Edlen gegen �ber zu bezeugen und Euch damit zu
1Anl��lich der am 9. Zuli ,656 erfolgten Verm�hlung ihrer Schwester Katharina mit dem brandenburgifchen Feldmarschall
Zshann.Georg II.von Anhalt-Dessau (!�2?� auf dievondcl einwillkommengedicht mit dem Titel �Vief�rstliche Hochzeit zu Amsterdam"
schrieb.
�
2 Gemeint ist Wilhelm-Friedrich oder Willem-Frederik. Die Statthalter von Friesland geh�rten dem Hause ?taffau-Ptc^ an, wir
z�hlen Pott ihnen auf: Willem'lodewijf, ?3rui�ec Wilhelms de? Schweigers, 58^� ,620, Frederik �on Nassan-Dictz, Statthalter von Friesland, ,�40�5664. � " Verartige Schiffe
als Bestandteile von Festz�gen finden sich �fter. Tgl. meinen Aufsatz: �Ein Prunkfchiff Karls V." im �Ueberall", 5953, 5. 252. Die
umstrittene Erkl�rung des Wortes �Carncval" wird mit Schiffen dieser Art in Zusammenhang gebracht (Carrus navalis).
        
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