Path:
Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

Full text: Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

195
Den Tauffestlichkeiten hat auch der Rektor des Joachimstalschen Gymnasiums, Ernst wulstorp, in seinem oben
in Anmerkung 5, S. erw�hnten Werke �Narmon�A 5oli Li1�ri u^^v." schwungvolle lateinische Distichen gewidmet.
Aus dem weitschweifig ausholenden S�nge, der mit gro�er Gr�ndlichkeit hohenzollernscher Genealogie gerecht wird,
m�chten wir wenigstens die auf unfern Oberb�rgermeister bez�glichen Stellen hier nicht unerw�hnt lassen.
Vidit1, quem fama celebris respublica misit
Amstelodamensis, corpore et ore gravem 2.
Obvia cui multis cum curribus ivit equisque
Exceptum missi nobilitas et eques.
Weiterhin erfahren wir, wie Huydecoper in dem Festzuge zum Vom emherschreitet-
Hinc consul graviter praesentans Amstelodamum,
Zu deutsch:
Sah auch der machtigen weit ber�hmten Amstelgemeinde
Sendling, gewichtig an keib und an der Rede Gewalt.
Ven zu empfangen bereit mit vielen Wagen und Rossen
Namen entgegengesandt Adel und Ritter zumal.
Dann gravit�tischen Schritts der Amstelstadt w�rd'ger Vertreter.
wulstorp gibt auch eine Erkl�rung des Namens des hohen T�uflings. w�hrend Caralus bei den alten
Veutschen einen tapferen Held dedeutet, stammt Aemylius aus dem Griechischen (aimylios) und hei�t soviel wie
�lepidus, affabilis, humanus".
wir ersehen daraus, welche M�he man sich in jener Zeit gab, deutsche Gedanken m fremdes Gewand zu h�llen.
An der Festtafel war zu Huydecovers Aufwartung der Herr ke�ern von bestellt. Vie Tischordnung
ist noch vorhanden und eigenartig genug, als da� wir der Versuchung widerstehen k�nnten, sie nachstehend wenigstens
in ihrem Hauptteile wiederzugeben. (Siehe n�chste Seite.)
Es w�rde zu weit f�hren, auf die Rangordnung, die z. V. den schwedischen Gesandten als Vertreter seines
Monarchen an die Mitte der Haupttafe! setzte, n�her einzugehen. Es sei i^ur hervorgehoben, da� tzuydecoper seinen
Platz an derselben Tafel in n�chster Nahe des Aurf�rsten, ihm schr�g gegen�ber erhielt.
Zu all dem Glanz der Aufnahme f�gte der Aurf�rst noch einen pers�nlichen Veweis seiner Freundschaft f�r den
Oberb�rgermeister. Er verehrte ihm einen eigenh�ndig gedrechselten Elfenbeinbecher, anscheinend ein sch�nes St�ck; denn
der Dichter Jan po� sagt von ihm: �Die Hand, die die Erde durch das Schwert mit Toten zu bedecken kam und
Tyrannen bezwang, errang kein geringer tob durch den Mei�el als durch die Alinge." Der B�rgermeister war von
seinem Geschenk nicht wenig eingenommen und lie� den Vecher, als er seine R�ckkehr fr�hlich feierte, gef�llt bei seinen
G�sten kreisen.
Jan Vo� besang auch noch das Vernstein- und das Ambrak�stchen, die Huydecoper als Andenken f�r seine
T�chter keonora und Gertruid von der Aurf�rstin erhalten hatte. Diese und noch sonstige Veweise der Freundschaft
und Hochachtung, die Friedrich-Wilhelm den Taufzeugen seines Aindes gab, zeigen, in wie hohem Ma�e das edle
F�rstenpaar das Entgegenkommen der Stadt Amsterdam zu w�rdigen wu�te.
Vei seiner Heimkehr ward �Ritter Maersseveen" am 6. Juni von einer Ehrenwache eingeholt, die sich aus
S�hnen der vornehmsten Familien zusammensetzte, den sogenannten �Mutters�hnchen". Sie standen unter dein Vefehl
des Altsch�ffen Joan van waveren mit Jacob de Graeff als Aornctt. Mochte auch die Allgemeinheit im unklaren
1 seil. Lux = der Tag, der Festtag. � 2 Um Rand steht dabei: .Johannem Huydenkoper, consulem et equitein".
25*
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.