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Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

Full text: Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

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Vom selben Cage [2% April, 4. Mai) datiert ein Schreiben �hnlichen Inhalts dc5 Aurf�rsten alt den B�rger-
meister van der Grave (Geh. Staatsarchiv Rep. 3H, Nr. {%).
Von der n�mlichen Zuneigung, weim auch ohne Anspielungen auf die gepflogenen diplomatischen Unter-
handlungen sprechen die gleichzeitig eingegangenen Vriefe der Gemahlin und der 2Nutter des F�rsten.
Auch Prinzessin Amalia, des siatenkindes Gro�mutter, best�tigte die Genugtuung, die der Aurf�rst empfunden
habe, durch ein Schreiben 6.6. Colin a/Spree, in dem unter reichlicher Anwendung von Aurialien
ziemlich deutlich auf die politische Bedeutung der Angelegenheit hingewiesen wird.
Da� die Stadt Amsterdam auf die ihr gewordene Auszeichnung nicht wenig stolz war, daf�r zeugt die Schau-
m�nze, die dem Ereignis zur Erinnerung, allerdings nur in wenigen Abdr�cken, hergestellt wurde. Es ist dies ein
Schaupfennig m Gold und ein etwas gr��erer inSilber (vgl. die Abbildung auf S. 5Y3). Vcide zeigen auf der einen
Seit? das Wappen der Swdt, w�hrend die R�ckseite nachstehende Aufschrift tr�gt:
�Carolo Aemilio primo genito 1 Frid(eri�) Wilhelmi Brandenburg! ci S(ancti) R(oman�) Imp(erii) Electoris
i�lio per S(anctum) Baptismum Christianae Ecclesiae Solemniter inserto Ioanne Huydecoper, equite, Marseveniae
Dynasta, Amsteldamm. Reip(ublicae) Co(n)s(ule) et tunc civitatis nomine suseeptoris munus obeunte X May Ao.
CO.'IOC.LV. Co(n)s(ulc)s ad rei memoriam monumentum hoc F(aciendum) C(uraverunt)".
Eine Ausfertigung der !N�nze befindet sich in der st�dtischen Al�nzsammlung (penningverzameling) der Stadt
Amsterdam, eine zweite von reinem Golde, die Eigentum der Familie Huydecoper geblieben ist, wird von der K�niglichen
Altcrtumsgcscllschaft (Koninklijk Oudheidkundig Genootschap) daselbst aufbewahrt. 3n unserem k�niglichen !N�nz-
kabinclt in Berlin war ein Abdruck der M�nze nicht zu ermitteln.
Es fei noch mit einigen Worten des kunstvollen Patengeschenkes gedacht, der goldenen Dose, die der Schenkungs-
urkunde als Schalter diente.
lieber ihren Aunst- und Metallwcrt bringen die holl�ndischen Akten nichts 2. Nur eine Abschrift der Leibrenten-
akte ist in dem �Gro�en NIemonal" der Stadtverwaltung enthalten; sie lautet in der �bersetzung des von de Roever
wiedergegebenen holl�ndischen Originals wie folgt:
�Nachdem es Gott dem Allm�chtigen in seiner unendlichen Gnade und G�te gefallen hat, den Durchlauchtigsten
hochgeborenen F�rsten und Herrn Friedrich-Wilhelm Markgraf zu Brandenburg, des Heiligen R�mischen 'Reiches
Erzkammerer usw. usw. zu begnaden und Sr. Thurf. Durchlaucht Illustre Familie durch einen jungen ChurprinzeN
zu vermehren, durch die gl�ckliche Niederkunft Sr. Hochgemelten Thurfl. Durchlaucht Gemahlin, der Durchlauchtigen
F�rstin und Frau Louise, Markgr�sin und c^hurf�rstin von Brandenburg, geborenen Prinzessin von Granien, usw.
und Se. vorgedachte Churf�rstl. Durchlaucht geruht hat, nicht allein solche Geburt des jungen Churprinzen durch
2Nissive vom 3. M�rz B�rgermeistern und Rat von Amsterdam zu notifizieren, sondern auch mit der Ver-
sicherung sonderlicher Gewogenheit dieselben auszuw�hlen und zu ersuchen, als Aaten Zeugnis �ber die christliche
Taufe des jungen (Lhurpnnzen abzulegen und demgem�� die vorgemelte Stadt wohlwollend zu ehren, so haben
Wir, B�rgermeister und Rat der vorbesagten Stadt Amstelredamme, nachstehenden Beschlu� in der Ratversammlung
allhier den dieses gefa�t, (bei welcher die erw�hnte Patenschaft einstimmig und mit sonderlicher Danksagung und
Freude �ber besagte Geburt angenommen worden ist) und von unser gemelten Stadt wegen angelobt, zu einem f)aten-
gcschenk allhier zu Amsterdam durch den Herrn Schatzmeister selbiger Stadt an Hochgemelten Churprinz oder an die,
1 Diese geschichtliche Ungcnauigkeit hat schau de lloevcr berichtigt; erstgeborener Sotpt warPrinz Wilhelm-Heinrich, der, \ljt Jahr alt,
16+9 starb. � a ?s liegt Grund vor f�r die Annahme, da� sie von dem n�mlichen Kiiiifilor stammt, der die silberne Tchnssel nebst wasserkallne
anl��lich der Einweihung des neuen Stadthauses tm Jahre angefetligt hat, dem bekannten Goldschmied Jan lutma, gebaren zu Emden
um 4588 (von dem uns Rembrandt ein Portr�t hinterlassen hat). Seit etwa (620 in Amsteldam ans�ssig, starb er dasell�st im Jahre 1669,
nachdem er viele Jahre Vbmann der Goldschmiedezunft gewesen war. Vieser gro�e K�nstler, der co?t seinen Zeitgenossen als �Aunstjuwel"
gesch�tzt wurde, geno� bas vertrauen und die Gnnft des Magistrats der 5tabt. lutma f�hlte einen eigenartigen Stil bei seinen Arbeiten
ein. Oiese weifen meisten, gebogene Kartuschen auf, gefa�t in einen verzierten Rand, den man inHolland mit �Vuappcnornament bezeichnet,
weil der Anschein erweckt wird, als bestehe der Haitb au? einem quappencihnlichen Wesen, dessen gewaltiger Rachen um die Kartusche klafft.
        
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