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Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

Full text: Die Beziehung des Großen Kurfürsten zu der Stadt Amsterdam

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In einem Vencht
'
des brimdeilburZischen Vertreters 3�*?* ?opes vom l)aag, April 5655', hei�t es
im Schlu�absatz:
�Messieurs de la Ville d'Amsterdam, ayants receu avec d�monstration singuli?re, l'invitation de Parain,
que Monsieur le Conseiller Weyman leur avoit faite de la part de S. Al. Electorale ont d�put� le premier
Burgemaistre de leur ville, le Seigr, de Marseheveen a aller en personne a Berlin et faire les C�r�monies de
leur part, et ilv est all� pass� deux jours accompagn� de cinq gentillomme, deux Pages et des laquais et de
ses propres Caroches, La dite Ville voulant paroistre en une action si c�l?bre, Et en sont tant plus honorez,
que le Roy de Su�de en est Parain aussi." usw. Joh. Copes.
Der B�rgermeifter, ein ansehnlicher Mann in den H�nfztgen, reiste nun Sonntag, den 25. April 5 655 �mit
Staatskarrossen imDienste von Stadt und ?an6 $um Aurhofe nach Berlin ab", wie der holl�ndische Vichter 3* van Vondel
jener Zeit sang, und nahm zur Erh�hung des Glanzes seiner au�ergew�hnlichen Sendung einiges Gefolge mit. Die
Personen, dencn solche Beg�nstigung zuteil ward, waren der eigene SoEm Jan und der Junker Mieter Hooft de Graef.
Vom poeten Vondel sind uns mehrere Dichtungen �ber diese beiden Amsterdamer Patrizier, die Junker van 2Naers-
fepeen und van Polsbroek, wie beide hie�en, und �ber ihre Berliner Reise �berliefert. Eine andere Quelle, Sonic�
mantel, erw�hnt noch zwei weitere Begleiter, den 5ohn des B�rgermeisters pan de poil und den Sekret�r 3oan
Corpcr. Als Bedienung gingen mit ein Rutscher, Diener und Soldaten, alle in der Uniform der Staot An:sterdan:,
bestehend aus Rock und Mantel von rotem Cuch, mit schwarzem Boy gef�ttert und mit goldenen und silbernen Treffen
garniert. Den Dienst als Reisemarschall versah der F�hnrich Conincf, und der Amsterdamer Resident des Aurf�rsten,
Doegeii 9, nahm, wie schon oben ausgef�hrt,. auf Veranlassung IDeimanns ebenfalls an der Reise teil. Der Aurf�rst
hatte inzwischen durch ein Schreiben �ont <$. Mai seine Befriedigung �ber die Annahme der Patenschaft seitens der
Stadtgemeinde und �ber die nach seiner Hauptstadt unterwegs befindliche Gesandtschaft zu erPennen gegeben. Dieses in
deutscher Sprache abgefa�te Schreiben^ ist �Venen Edlen, Unseren besonders lieben Nachtbaren, B�rgermeistern und
Rath der Stadt Amsterdam" gewidmet und lautet wie folgt:
�Von Gottes Gnaden Fndench Wilhelm usw. Unfern g�nstigen Gru� und wohlgeneigten: Willen zuvor.
Edele besonders liebe Nachtbahren I Da� die Herren Unser an sie geschehenes Ersuchen so guthwillig angenommen,
auch zu Bezeugung dero Freude �ber die Geburth unseres jungen Churprmzens und Verrichtung des christlichen lVercks
der Gevatherschafft, dero Tolleguen, den Edlen Herren Johann Huvdecoper, Rithern Herrn von Marseveen, Neerdyck,
B�rgermeistern und Rath dero Stadt, absenden und dero wohlmeinende mil mehreren Bezeigungen gegen
gedachten Unserm Churprinzen bestetligen wollen, dessen chuen wir uns g�nstiglich bedancken, in sonderheit aber
gereichet Uns zu angenehmen Gefallen, da� Sie gemelten dero Colle^uen zu diesem christlichem U?ercke erwehlen und
gebrauchen wollen, welcher denn auch in der Herren Nahinen alles zu Unserm besonderem Contentement verrichttcl
und Uns dero nachlbahrliche gulle Zuneigung dergestalt versichert, da� wir Uns gegen Sie h�chlich odli^iret erkennen;
gestald wir dann an die Herren g�nstnachtbahrliche gesmnende, sie wollen in sothanem guten Verst�ndnu� enntinuiren
und sich vergewissern, wornmen wir unsere gegen dero Stadt tragende gutte Genegenheit in der That werden erwei�en
k�nnen, da� Wir uns jeder Zeit bereitwillig dazu werden erfinden lassen, auch Unsern Churvrinzen zu gleichm��iger
Bereitwilligkeit anwei�en wollen. Gestall den(n) die Herren in: �brigen ein mehrere von dero l^olle^uen zu vernehmen
und demselben, was Wir zu unterschiedenen Mahlen mit Ihm �ber dieser Materie geredet, vollkomen Glauben
beizumessen belieben tragen wollen, womit wir die Herren in Gottes gn�diger Beschirmung, zu aller gl�cklichen
Prosperit�t und Wohlstande befehlen. C�ln, an der Spree, den May^ Ao
Der Herren guthwillige.An die Stadt Amsterdam. Friderich Wilhelm, Churf�rst."
1Geheimes Staatsarchiv, R. 35, 227 (Holland KeUtiones). Dort 3<>�t- C. Copes, brandenburgischem Residenten in den Nieder-
landen, wissen wir wenig mehr, als da� er eifrig und erfolgreich f�r den Kurf�rsten gewirkt hat.
�
!De Roeoer nennt ihn liier nicht ganz
richtig �Ducht". � 8 3n gleicher Raffung im K�rtigl.Hausarchio und bei de Roover vorhanden.
� * Neuen Stils.
        
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