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Die Wohnräume Friedrichs des Großen in Schloß Sanssouci

Full text: Die Wohnräume Friedrichs des Großen in Schloß Sanssouci

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wilke zum Kauf angeboten worden. (Es scheint, da� er damals in den Vesttz des Prinzen August von Preu�en
gelangt ist, denn am 25. November \8%\ schreibt das K�nigliche t^ausministerium an den Hofmarschall von Z??eyertnf,
da� der im Nachla� des Prinzen August befindliche Stuhl, �auf welchen: K�nig Friedrich ILMajest�t verschieden ist",
auf Vefehl des K�nigs �zu Sanssouci im Sterbezimmer des- Gro�en K�nigs aufgestellt werden soll". Von hier ist er
dann nach dem Hohenzollern-Museum gekommen. 3" den Schatullrechnungen des K�nigs (K�nigliches tzausarchw)
befinden sich einige Rechnungen des Tapeziers Gleisberger �ber gro�e gepolsterte St�hle zum pers�nlichen Gebrauch
Friedrichs, die ihm anscheinend in der letzten Lebenszeit eine bequeme Sage erm�glichen sollten. Sei einem Rosten-
anschlage vom 8, Januar wird die vorgesehene Vergoldung gestrichen und durch wei�en Anstrich ersetzt, so da�
die Aosten anstatt 409 Taler J8 Gr. nur 80 Taler H8 Gr. betrugen. Ueberzogen war der Stuhl mit apfelgr�nem
Samt zu H Talern die Elle. Am 5. Juli liefert Gleisbcrger eine Vettstelle mit allem Zubeh�r �vor Seine Majest�t
zu Sanssouci", und am HO, Juli dazu �auf dem neuen Bett eine Stuhl-tehne im R�cken und 2 Arm-kehnen mit
Vacken". Alle diese Bequemlichkeiten verm�gen anscheinend dem von Schmerzen geplagten K�nig keine Erleichterung
zu verschaffen, denn bereits am \%. Juli liefert Gleisberger f�r Taler 2 Gr. wieder einen gro�en Stuhl, der wei�
angestrichen ist, mit apfelgr�nem Atlas �berzogen und mit Scharnierhaken und Spnngfedern versehen ist. Sp�ter wurde
noch ein Fu�gestell dazu nachgeliefert. 3 diesen: Stuhl sehen wir den Sterbestuhl des K�nigs, wie er noch heute im
Hohenzollern-Museum erhalten ist und der auch der gleichzeitigen Darstellung von Vock in allen Einzelheiten entspricht.
Auch von dem Feldbette 6es*K�ntgs ist uns eine von dem Aronprinzen Friedrich^wilhelm (III.)angefertigte Abbildung
erhalten, die den gleich nach dem Tode auf dem Bette aufgebahrten Friedrich den Gro�en darstellt l.
Zur Erinnerung an den Gro�en A�nig und sein Dahinscheiden in diesem R�ume hat der Aaiser eine diesen
Moment darstellende Marmorgruppe des Vildhauers Magnussen hier aufstellen lassen.
Auch das Allerheiligste von Sanssouci, die Vibliothek, wurde nicht vor Sch�digungen bewahrt. Zwar der
Raum selber wurde unver�ndert gelassen, aber die wenigen darin befindlichen M�bel mu�ten dem ver�nderten
Geschmack weichen.
In der Spiegelnische standen der Schreibtisch Friedrichs mit einem Sofa, dessen Ueberzug aus �reichem Stoff",
an anderer Stelle als Ni^p 6'�r bezeichnet, war, und zwei Caburetts. Das Sofa stand w�hrend der Regierung A�nig
Friedrich-Wilhelms II. in der Stube des Geheimen Sekret�rs Ritz. Ver Schreibtisch kam in das dritte Aavalierzimmer
und das darauf stehende �Porzellan-Schreibzeug haben S. Majest�t der A�nig Selbst Eigen verschenkt". Aber nicht
einmal f�r ein Sekret�rzimmer wurde das Sofa w�rdig genug befunden, denn am 2^. Juni 5800 schreibt Friedrich-
Wilhelm III. an seinen Hofmarschall von Massow, da� er �in der Voraussetzung, da� dasjenige Aanapee, welches
ehemals in der Vibliothek auf Sanssouci gestanden hat .... f�r Mich und Meinen Gebrauch von keinem bedeutendem
werthe sein kann", es dein Aastellan Droz geschenkt habe. Vei der Absch�tzung wird der wert des Aanapees auf
23 Taler angegeben. So gingen bereits damals die kostbarsten Andenken an den Gro�en A�nig anscheinend
unwiederbringlich verloren.
Durch das dem Schreibtischplatz gegen�berliegende Fenster blickte Friedrich auf einen kostbaren Aunstbesitz, den
antiken betenden Anaben aus Vronze, der in einer zum Teil vergoldeten Eisenlaube gerade an diesem Platze von ihm
aufgestellt war. Dem A�nig war diese wunderbare Antike, die aus dem Rachla� des franz�sischen Generalintendanten
und Aunstsammlers Fouquet in den Besitz des Prinzen Eugen und aus dessen Nachla� durch Vermittlung -eines
H�ndlers in den des Prinzen Achtenstein �bergegangen war, bereits angeboten worden. Erst im Mai
als Sanssouci fertig wurde, befahl er seinem Gesandten Podewils �ber sie zu berichten und erwarb sie dann zu dem
preise von 5000 Talern. Der Transport der unter Leitung eines besonderen von, A�nig gesandten Veamten sorg-
f�ltig verpackten Figur ging erst auf einer von Maultieren getragenen Tragbahre und dann auf dem Wasserwege vor
sich, bis die Vronze endlich in Sanssouci anlangte. Auch dieses Andenken an den Gro�en A�nig wurde bereits von
1 Vgl.die Abbildungen des Stuhles und Bettes bei Seidel: Ffoi\en^oUeni'^ixiixhiidj <^y, 5. 2^0, wo auch die Schilderung des
Kronprinzen abgedruckt ist.
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