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Reisebriefe des Prinzen Wilhelm (Kaiser Wilhelms des Großen) an seine Schwester Prinzessin Charlotte Kurfürstin Alexandra Feodorowna

Full text: Reisebriefe des Prinzen Wilhelm (Kaiser Wilhelms des Großen) an seine Schwester Prinzessin Charlotte Kurfürstin Alexandra Feodorowna

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verlebt, als da� man ohne Dankbarkeit scheiden konnte. � Ich mu� mir aber alle Nebengedanken wegen i?;1 bei
diesen Zeilen verbitten. Da� and? sie zur Annehmlichkeit des Hauses beitr�gt, wird kein Mensch leugnen � aber
auch weiter nichts.
Ich mu� endigen, Cheils mu� der Vrief auf die Post, theils aber Hab ich schon mit diesen 5'^, leiten
10 Sotten nacl) Tisch getrieben; Brief und Rapport an
papa. Den Kaiferinnen lege midj zu F��en. Vitl I)cr.v
lidics an Air".
Ewig Dein treuer Sruber
wichen.V27 Uhr.
Heidelberg, den July
Es ist kaum m�glich, meint man einmal auf Reisen
ist, einen Tag wie den heutigen froher und angenehmer 511
begeben, als wir es gethan. Vox allem aber empfange hier
nun meine herzinniglichsten Gl�ckw�nsche; der IVorte bedarf
es nicht, um Die alles herzuz�hlen was ich f�r Dich erstehe,
also Dir w�nsch. Denn auch feit der anderthalbj�hrigen
Trennung von Dir, hoffe ich, hast Du Dich immer mehr
�berzeugt, wie nahe Du und Dein Schicksal meinem herzen
sind. Der Bestand Deines Gl�ckes sind unfere einzigen und
hei�esten w�nsche f�r Dich. Gott erhalte Dich und segne Dich
in der bangen Stunde, die Dir bevorstehet 5!�
Jetzt ineinen Dank f�r Deinen Vrief nach der Nachricht
von Papas Nnfall; recht befriedigend ist es f�r mich, da� Dir
die auf die Art gemacht ward, wie ich es nur
andeuten konnte. Da� wir Dir schon mit dem ersten posttage
keine Details gaben, hoffe ich, wirst Du begreifen.
�rinjcfffn August? von preisen, �Senitihlin fccs Kurf�rsten IPilbcIms II.
t'on Xjff?eii'?n(�e[. Mnonfmer Kupfptftid; non C. (Priinm undt Sury
Karlsruhe, den 2.Nehr konnte ich gestern nicht schreiben, indem wir noch hierher mu�ten, aber ganz
konnte ich den Tag nicht verstreichen lassen, ohne Dich augenscheinlich von unserm Andenken an Dich an demselben
zu �berzeugen. Von dein gestrigen borgen giebt Dir Fritz gewi� ausf�hrlich und romantischer als ich es vermag
Nachricht. Genug da� wir das herrliche Heidelberg nebst schlo� und Umgebungen besuchten und am sogenannten
Wolfsbrmmen auf Dein Wohl tranken; � als beweis unserer frohen Stimmung diene die Vemcrkung, da� ein jeder,
der bei der Gesundheit mit dem Glas anstie�, auch zugleich seinen Stuhl r�ckw�rts umschmei�en mu�te. - Um Dir
daher keine Wiederholungen h�ren zu lassen, will ich Dir lieber den Fortgang meiner Reise seit meinem letzten Vriefe
aus Ivesel mittheilen. � Den 26"" Juni ging ich �ber Hauten nach Cleve. Vei erslerem Grte sah ich die Ucbcrrestc
der r�mischen Zeiten, Amphitheater, Reste von Gem�uer u. s. w. Vei Clevc besichtigte ich die �u�erst h�bsche Gcgeud,
die durch Natur und Auust ganz charmant ist. Don einer h�he hat man eine sehr weite Aussicht nach Holland
hinein. Den 2?'" ging ich �ber Trefeld, wo ich die Vrandenbfch: Husaren und Dragoner" sah, nach D�sselborff.
In Crcfeld, welches eine superbe Stra�e hat, wurde ich mit unglaublichem Jubel und gro�er Herzlichkeit empfangen,
ohne da� im geringsten Empfang Feierlichkeiten stattgefunden h�tten. - - InD�sseldorfs besah ich am 28"" die Truppen.
1 Elise Radziwill. � s t?g?. Sain��, Prinz Wilhelm und Prinzessin ?Iife Ka�.�iiuill; Deutsche Rundschau, ;yi.i,- � ' Gro�-
f�rst Nicolau?, der (Scnml�l der Prinzessin Charlotte. � * 52. Juli, Geburtslac, drr pr�njeffln Charlotte. � 5 (8. August \s\f), (Scbuit
ber Gro�f�rstin tnaria-ZZicoIdjctPita. � � 7�. yiuti�cnburgifdfes ?)nfiircii=Hcgimfiitund 5. brandend. Dragoner Regiment,
        
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