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Reisebriefe des Prinzen Wilhelm (Kaiser Wilhelms des Großen) an seine Schwester Prinzessin Charlotte Kurfürstin Alexandra Feodorowna

Full text: Reisebriefe des Prinzen Wilhelm (Kaiser Wilhelms des Großen) an seine Schwester Prinzessin Charlotte Kurfürstin Alexandra Feodorowna

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der herrlichen Promenade in der Stadt, l�ngs dem Meere begegnete. Er legt sich Dir und Niki zu F��en. Er war
sehr krank gewesen, ist aber ziemlich besser.
� Eben kehren wir von pompej zur�ck! welch eine unglaublich
interessante Besichtigung! ir fuhren sogar durch die Strafen.
Inpapas Beisein m�rben Ausgrabungen veranstaltet, welche eine sehr h�bsche Ausbeute gew�hrten; sehr viele Campen,
<�las=Bronce und Irdenn Gef��e und eine ganze U)agschale. � Unbeschreiblich sch�n sind die Vronce Statuen welche
hier im Museum aufgestellt sind, und mit denen selbst der sonst so unvergleichlich reiche Vatikan nicht versehen ist.
Gestern wurden auch hier beim Museum einige Gr�ber ge�ffnet, die sich in gro�er Anzahl finden, in denen auch
sehr h�bsche Urnen und Vasen gefunden wurden, nebst den v�lligen Skeletten. Vorgestern haben wir den Vesuv
bestiegen. (Ein Ev�nement f�r Alle Entfernte die unserer dabei gedenken ; hier ist es aber etwas so gew�hnliches, da�
fast selbst jede Dame, die man fragt, oben war. Dennoch bleibt es einem merkw�rdig und f�r die R�ckerinnerung
h�chst angenehme Unternehmung, welche aber im h�chsten Grade fatigant war. papa lie� sich den Krater hinauf
tragen, bis an dessen Fu� wir alle zu Esel ritten. Carl, ich und noch (Einige machten die Cour um den ganzen
Krater, der seit der letzten Eruption 3 /4 Meilen im Umfang hat. Vas best�ndige auf und nieder Stetgen des sehr
unregelm��ig gestalteten Randes des Kraters, in der oft gl�h-hei�en Asche, war sehr beschwerlich. Der Schwefel Rauch,
der noch aufsteigt, war oft unertr�glich. Die lawa raucht noch an vielen Stellen. Alles hier ist noch voll von dem
herrlichen Schauspiel des letzten Ausbruchs vor H Wochen; wir hoffen immer noch eine R�p�tition zu erleben. Der
Krater stehet sehr schauerlich und wild in seiner Tiefe aus, die jetzt 800 Fu� betragt. Veinahe Va der h�he des
Vesuvs ist eingest�rzt wie einige sagen; andere behaupten, es seien nur gegen 200 Fu� eingefallen, von einer Seite,
dagegen eine andere Seite h�her geworden. Die Verw�stungen, welche die tawa anrichtet, sind sehr bedeutend. Dieses
graue Meer siehet sehr garstig aus. � Beim Erwachen habe ich stets den' Vesuv vor Augen, ein sch�ner Anblick. �
IVelche herrliche Aussichten man hier von so unz�hligen Punkten hat, la�t sich garnicht beschreiben. papa ist auch
ganz entz�ckt davon. So unter andern die Wohnung des Hz. und Hzgin. v. Calabrien im 3 Stock des Schlosses, mit
einem stiegenden Garten, sehr comfortable eingerichtete elegante Stuben, gew�hren eine der herrlichsten Aussichten auf
das Meer, den Vesuv, die Stadt, portici. Sortent, Eapri, etc. Man k�nnte in einem Beschreiben bleiben, um den
Entfernten nur einigerma�en einen Begriff von dem hiesigen Genu� zu geben! � Auch an Vergn�gungen, die ich
sonst niehr fliehe als aufsuche, fehlt es hier nicht. Ich nehme Alles mit jetzt, denn ich komme mir wie in einem
sch�nen Craum vor, mit den Hoffnungen und der reinen hohen Ueberzeugung von Gegenliebe im Herzen,
siehet mir alles wieder freudig aus, � nach so schweren Zeiten. Und dennoch fragten mich einige Damen, warum ich
so sehr ernst aussehe! Also doch ist mein Inneres immer auf dem Gesicht zu lesen! � Cebe wohl.
Ewig Vem treuer Freund
U).
Philipp H.somburg^ wird mir die Nadel einhandigen. Den Majest�ten lege mich zu F��en. �
Florenz, den 30 Dezember 22.
Seit meinem letzten Vrief haben wir nun das sch�ne Neapel, und zwar k r^i-et verlassen, denn nirgends
habe ich mich so gefallen wie dort. Nachdem Papa abgereist war und alles Sehenswerthe in Augenschein genommen
war, bin ich noch zur Vesichtigung einiger interessanter Gegenstande zur�ckgekehrt, und habe dann H sehr ergiebige
Jagden mit den� Hz. v. Talabrien gemacht. Den letzten haben wir ein Semmarium besehen, in welchem auch
Chinesen aufgenommen und unterrichtet werden, es waren 8 vorhanden, von denen H im Costume, ein gar komischer
Anblick. � In Rom lie�en wir von, 22 alles Herrliche noch Einmal bei uns vor�berziehen und sahen auch
noch vieles Neue nicht minder merkw�rdige, wozu die Engelsburg zu rechnen ist, und viele sch�ne privat Gallerten.
Die Peters Rirche und der Vatikan bleiben unvergleichlich ; unbeschreiblich sch�n war der letzte Augenblick inSt: Peter,
<8*
        
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