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Reisebriefe des Prinzen Wilhelm (Kaiser Wilhelms des Großen) an seine Schwester Prinzessin Charlotte Kurfürstin Alexandra Feodorowna

Full text: Reisebriefe des Prinzen Wilhelm (Kaiser Wilhelms des Großen) an seine Schwester Prinzessin Charlotte Kurfürstin Alexandra Feodorowna

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Erwartung entsprochen. Vie Cascaden sind herrlich! � verzeih Me (Elle; aber der Courier, ein Falken Haufen, mu�
gleich fort. Aus Neapel mehr. � Die Narnschkin^ sahen wir eben in St. peter. � wie mu� ich best�ndig ??
gedenken! bei Allem Herrlichen II
Ewig Dein
Neapel! den 26 November 22.
Das himmlische Neapel ist gl�cklich erreicht! Aber welch ein Schlu�stein ist dies f�r die weite Reife! Alles,
nur nicht die herrliche Schweiz, vergi�t man beim Anblick Neapels! Diese Bogenf�rmige tage am Golfe in unendlicher
Ausdehnung von 22 Miglien, denn Oortici mit seinen hellleuchtenden H�usern am Fu� des Vesuvs stehet durch eine
H�user Reihe in ununterbrochener Verbindung mit Neapel, � ist unbegreiflich, unbeschreiblich sch�n! Neapel ist
au�erdem noch amvhitheatralisch auf Felsen und Vergcn gebaut, und Haus bei Haus, alles wei�, Zarkeine D�cher, �
und nun noch die ferne Aufsicht �ber das liebe Meer, nach dem Ufer von Sorrent und der Insel Capri; dies bildet
ein Ganzes, welches man sich vergeblich bem�hen w�rde einem Andern begreiflich zu machen! Man mu� es gesehen
haben um es zu begreifen! wir wohnen k�stlich in einem Pavillon des K�nigs nnt einer kleinen Terrasse und Garten,
unmittelbar am Aleer, ungef�hr in dem Mittelpunkt des Halbzirkels des Golfes, also die sch�nste kage die man sich
denken kann! Das Meer ist heute st�rmisch, so da� die Wellen hoch gegen die Terrasse aufspriitzen; dabei sitze ich
6 Uhr Abends bei offnen, Fenster und sehe den hellleuchtenden Mond sich im Meere spiegeln; � Mache Dir nun
einmal eine recht lebhafte Hdee von dein Allem, so kannst Du einigerma�en begreifen, wie nur hier zu Muthe ist!
Denn bei Allem Herrlichen und Sch�nen stehet mir ja best�ndig Ewig2!vor Augen; oh! k�nnte ich nur mit ihr diese
Gen�sse thcilen! Aber es ist ja schon ein hohes Geschenk des Himmels, meine Gef�hle kennen gelehrt zu haben, die
eine jede sch�ne Anregung noch vers��en, die uns die Natur gew�hrt! Gott seegne unsere Zukunft!! �
den 27.
welch eine Freude mir Dein lieber Vrief vom 50 und 3^ 8 td.Mkt.^ gemacht hat, kannst Du begreifen; nach so
langer Zeit konntest Du endlich Einmal wieder einem schriftlich gedenken; denn da� ich und E. Dir oft vor Augen
stehen, zeigen mir Deine lieben Zeilen. Wohl begegneten sich unsere Gedanken am 23. Oktober bei ihr, � ich
von Venedig, Du von Petersburg aus! Wie werth und theuer ist mir jener gewefen! ach! wie viel froher beging
ich ihn als diesen 22 M�rz! Sie sandte mir Veilchen von jenem Tage mit ein paar herrlichen Worten begleitet!
welche mir ewig theuer sein werden! � wie richtig hast Du das wort gefunden, wenn Du meine jetzige kage, auf
dieser sch�nen Reise, mit jenen Gef�hlen und Aussichten, eine magische nennst, wenn f).sj?apa^ dies lese, w�rde er Dich
und mich wieder romanesk und schw�rmerisch schelten, aber mir scheint zwischen romantischen Schw�rmereien und
wahrhaftem Durchdringen sch�ner Eindr�cke auf das Innere ein gro�er Unterschied zu herrschen; bei letzteren bleibt
man Herr seiner selbst, wie nian es immer sein soll. Nichts ist f�r das tumeur trauriger, als wenn man alle Gef�hle
in sich und in Andern unterdr�cken will!! � siapa gef�llt sich ungemein hier, und hat schon zwei Tage Zum Aufent-
halte zugegeben, so da� er erst am H"" Dez. abgehet.
Der Hof des Hz. v. Calabrien^ genirt ihn wenig, indem der Herzog ein sehr freundlicher Herr ist, der sich
zerrei�t um dem A. nicht l�stig zu werden. Gestern dinirten mir dort en famille. Die �lteste Tochter Christine,
Jahr alt, ist recht h�bsch und ganz c^i-m^nt; es ist ordentlich schade da� man Carl, wegen der Religion, nicht
hier engagiren kann; da sich wieder die Pers�nlichkeit nichts sagen l��t, so w�re dies au�erdem eine herrliche Gelegenheit
gewesen, zuweilen das herrliche Neapel von uns Allen besucht zu sehen. � Deine Empfehlungen an Philipp
von Homburg/ habe ich gemacht, so wie ich Deinen Vrief erhalten hatte, indem ich ihm gleich darauf inder VillaReale,
1 Maria Alexejeuilia Naryschkin, die Geliebte Kaiser Alexanders. � * ?[ife Radziwill. � 3 Herzog von Ualabrien, der sp�tere
A�niZ Franz; seine Tochter Christine war (806 geboren. � * vgl. oben 5. (28. Prinz Philipp war �sterreichischer Feldmarschalleutnant.
        
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