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Reisebriefe des Prinzen Wilhelm (Kaiser Wilhelms des Großen) an seine Schwester Prinzessin Charlotte Kurfürstin Alexandra Feodorowna

Full text: Reisebriefe des Prinzen Wilhelm (Kaiser Wilhelms des Großen) an seine Schwester Prinzessin Charlotte Kurfürstin Alexandra Feodorowna

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sehen lassen! Nie kann ich ihm genug diesen Beweis seiner unendlichen G�te danken; er wu�te durch papa, da� neue
Hoffnungen vorhanden waren, und setzte noch hinzu, da� meine Angelegenheit doch weit weniger schwierig zu entscheiden
sein wird als Fritzens, wenngleich dagegen die memige hinsichtlich der langen Bekanntschaft und der dadurch erzeugten
tiefen Gef�hle weit schmerzlicher noch sein m��te! Auch �ber Fritz sprach er viel und lobte feine C1 au�erordentlich. �
Die Schrift, welche ich papa eingereicht habe, und welche mir so bestimmte Hoffnungen giebt. hat Wittgenstein) nun
auch wiederlegen lassen; ich habe sie gelesen; nat�rlich konnte sie mich nicht freudig stimmen; doch f�rchte ich nichts,
und lasse sie meinerseits nun wiederlegen. Gott gebe seinen Seegen, wenn der entscheidende Ausspruch geschiehst!! �
Recht oft erhalte ich Briefe von P�. ?.2r die mein einziger Trost jetzt sind, da sie mir Nachricht von ihr bringen! �
Heute waren wir lange beim As. Alexander; ich hatte eine sehr interessante Unterredung mit ihm �ber das Milit�r
und vorz�glich �ber die Cavallerie; k�nnte ich nur rascher mit der franz�sischen Sprache fort. � Jetzt sollen wir noch
einem Ball beim Us. v. Vestreich beiwohnen a?s Nachfeier des gestrigen Hamenstages der Kaiserin, der blos durch
ein Din� en frak en famille gefeiert ward. Abends war die ganze Stadt erleuchtet; vorz�glich sch�n war des
Kf. Alexanders und papas Haus.
Adieu. Sch�nes an Nix und Michel. Den Aaisermnen lege mich zu F��en,
Ewig Dein treuer Vruder
U).
Rom, den 59 November 22.
So w�ren wir denn gl�cklich bis zu dem herrlichen Rom gekommen! Es ist nur ein ganz eigenes Gef�hl,
wenn ich mir sage, da� ich wirklich in dieser Weltber�hmten Stadt mich befinde! Von hier ging einst die Welt
Herrschaft aus, � und wie vieles zeugt nicht noch von der ehemaligen Gr��e dieses Roms! Aber seine Vcwohner
sind nicht mehr die Alten! Nichts ist trauriger zu sehen, als unter diesem sch�nen Himmelsstrich dies schreckliche und
schlechte Volk! � Aber was hat man hier in Hinsicht der Aunst zu sehen, � und Alles f�hrt einen auf die Geschichte
zur�ck. Die Ruinen der Tempel, Triumph Vagen, pall�ste, das Collisseum, das Capitol, Mt. Cavallo, u. s. w., wie
m�chtig erinnert dies Alles an die gro�e Vergangenheit! Herrlich erhalten sind das Pantheon, der Vesta Tempel,
die Triumph Vagen des Constantin und Sevtimius Severus, die Trajans- und Antonius S�ulen, das grandiose Collisseun,!
Ungeheuer sind die Ueberbleibsel der Termen des Carracalla und Titus; man schwindelt, wenn man sich diese pallastc
ausgebaut denken soll; so Etwas Gro�es kennt man heut zu Tage nicht mehr; � aber doch Eins � und das ist:
die Peters Airche! Von dem Eindruck, den sie mir gemacht hat, kann ich keine Beschreibung machen; ich war wie
zerschlagen �ber die gigantesken Dimensionen dieses wundervollen Geb�udes! I! Selbst Papa ist �ber alles erstaunt
gewesen, und das will viel sagen. Ganz herrlich war das Schauspiel der Erleuchtung des Aeu�ern der Peters
Airchc durch lampen und Fackeln, welche tetztere auf ein gegebenes Zeichen erst angesteckt werden! Dieser Moment
ist unbeschreiblich, man glaubt die ganze Airche w�rde im Feuer aufgehen, pr�chtig war gleich darauf die ber�hmte
Girandola auf dem Castel S. Angelo. Die Gerbe der Vranienbaumer Feuer Werke ist zwar noch weit starker, aber
doch kann man dieses sehr gut noch nach Innen sehen. � Der Vatikan ist �ber alle Veschreibung, nicht nur wegen
seiner unglaublichen Gr��e, sondern wegen der Sch�nheit der Ausf�hrungen m der Architektur, n�mlich unter Andern
die logen und Stanzen Ravhaels! Und nun gar die Aunst Sch�tze die daselbst aufgestellt sind. Unz�hlige der herrlichsten
Antiken, alles herrlich und in den sch�nsten kocalen aufgestellt, welche wieder nun mit Antiken S�ulen und Fu� V�den
gebaut sind. Und die Gem�lde! Die Transfiguration, Madonna di Foligno! u. s. w. � Tivoli hat ganz meiner
'
Prinzessin Elisabeth von Bayern.
� '
Prinzessin luise Radziwlll.
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