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Reisebriefe des Prinzen Wilhelm (Kaiser Wilhelms des Großen) an seine Schwester Prinzessin Charlotte Kurfürstin Alexandra Feodorowna

Full text: Reisebriefe des Prinzen Wilhelm (Kaiser Wilhelms des Großen) an seine Schwester Prinzessin Charlotte Kurfürstin Alexandra Feodorowna

134 Xîu aber weißt, daß ich wenigstens bis zum 25 Jahr ein steinernes herz haben will, so wirst Du begreifen, daß ich noch an nichts ernstliches denke. Uebrigens haben sich nach Nuits Abreise schon andere Bewerber eingefunden, von denen der Aronprinz von (Defterreid? 1 nicht gefallen hat — sehr begreiflich. In Hanau habe ici? ein kleines Geschenk für Dich zum Geb. Tag nachträglich aqmrirl; der Ring aber ist ans Aachen. ?eb? jetzt wohl. VOas inachen Veine vielen Ainder? ?egc mich den Majestäten zu Füßen und mcl Herz- liches au Nicolas. Aus Deiner Warschauer und hiesigen Reise wird wohl nichts?! Dein treuer Vruder hierbei eine Einlage von Caroline, die etwas verzögert nachkommt. Ein Vetter von meinem Schliefen ist heute zum militärischen Begleiter von Adbatchen ernannt worden, da er am H^" in Uniform gesteckt wird. Die Epauletts sind schon angepasst. II.Italien Verona, d. Vctober 22. lvas habe ich nicht alles seit meinem letzten Brief gesehen! Den ganzen Rhein von Düsseldorf bis Bafel; die franzsch: Schweiz!!! und nun ist Italien betreten! Manchmal ist es mir wie ein Traum. Vom Rhein spreche ich Dir nicht mehr, denn zum Theil kennst Du ihn ja selbst und vom andern Theil erzählten wir schon oft. Heidelberg wurde besucht; in Vruchsal sahen wir die alte Markgräfin von Babcn 5, die unbeschreiblich gnädig und herzlich gegen mich war. 3n Carlsruhe blieben wir einen halben Tag beim ultra preußischen Großherzog 4, der uns feine ganz charmanten Truppen zeigte. Am 2 ttn langte ich bei papa in Neuchatel an. Er war sehr erfreut mich zu sehen und blieb noch am 3 iEn daselbst. Ich blieb bis zum 6 te", um Karl abzuwarten, der von Strasburg aus, über Schaffhausen, Zürich und Bern am 5 ien in Neuchatel eintraf. Den 7 te11 gingen wir, nachdem ich also 4. ganze Cage, und dieselben sehr angenehm, inNeuchatel zugebracht hatte, nach Lausanne! welch eine Gegend die des Genfer Sees! am 3"" gings längs dem See nach Genf selbst; unbeschreiblich lachend und freundlich ist diese Straße; fortwährend liegen die hübschesten tandhäuser am Wege; der schöne stille See zur Seite und jenseits desselben Me Felsen Ufer und hinter denselben oie Eis Berge» Der Mt.Blanc war in voller Fracht. Den 9 feri fuhren wir nach (C^amouny, am Fuße des 2T?t. Blanc. Der weg dahin gehet durch das herrliche Thal der Arve, welches aufsteigt von dem üppigsten Grün bis zu den schroffesten Fels Massen 5 — 6000 Fß. hoch. Das Chamouny Thal selbst ist höchst wild und merkwürdig durch die vielen Gletscher welche sich tief in das Thal hinabsenken, und durch das Eis Meer, welches man durchwandert nach- dem man den 5000 Fß. hohen Mt. Anvert bestiegen hat. Dies geschah den tC(l- Ein herrlicher Anblick dies Eis Aleer; es ist eingeklemmt zwischen den spitzesten und steilsten Felsen die man sich denken kann. Den U ten zurück nach Genf und den le" am andern Ufer des Genfer Sees nach St. Maurice; dieser weg mit der unendlich lieblichen Ansicht auf die Straße, welche wir am 8 fen durchreisten, ist herrlich!!! wie oft wünschten wir euch, — und ich die theure Geliebte!! —!zu uns um unser Entzücken zu teilen! — Den 1,3"" nach Vrieg am Fuß des Stmplons, nach- dem wir das Wallis durchfahren waren. Es ist etwas einförmig, da die Fels Massen, die enorm sind, wenig Abwechselung gewähren. Den tcn gtugs nun über den Simplonl hier hört alle Beschreibung auf. Alles wilde, imposante Don Felsen, Strömen, wasserstürzen u. f. m. mag man sich noch so ungeheuer denken und doch macht 1 Per spätere Kaiser Ferdinand. — * (Eapitön Graf Schliefen war Adjutant des Prinzen, premierleutnant von Schlüssen würde damals militärischer Vegleiter des Prinzen Albrecht, der am 4. Oktober (8^ (ein ;o, keben5jahr vollendete. — 8 Die J75<* geborene INarkgräfin Amalie, vgl. oben 5. »29, 34tnn. \o. — * Vgl. oben S. 528, 3lnm. 5,
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