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Friedrich der Große und die Osmanen

Full text: Friedrich der Große und die Osmanen

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Damit w�re alle Arbeit uni� M�he verloren gewesen, die der K�nig seit zur Heilung der schweren
Kriegssch�den aufgewandt. Noch war da2 U?erk nicht vollendet. Noch stand das Heer nicht auf seiner alten h�he.
Auch der Staatsschatz war noch nicht wieder gef�llt; erst in f�nf Jahren rechnete Friedrich, die geplante Auff�llung
auf 20 Millionen Taler erreicht zu haben'.
Und wof�r sollten diese Vpfer gebracht werden? Damit Ru�land, nachdem es bereits seine Hand auf Polen
gelegt hatte, den Arieg gegen die stforte siegreich beenden konnte I Auch die Vernichtung der T�rkei lag nicht in
preu�ischem Interesse.
Der A�nig war von Anfang an entschlossen, alles zu tun, um diesen Krieg �im Dienste Ru�lands", wie er
ihn selber nennt 2, zu vermeiden.
Und so setzte er sogleich den Hebel in Aonstantinopel an. �chon w�hrend des Vesuches des t�rkischen Gesandten
Achmet Effendi im Jahre hatte er von �guten Diensten" gesprochen, die er durch seine Vermittlung der siforte
bei allen Streitigkeiten mit Ru�land erweisen wollet Jetzt war der Augenblick gekommen, das wort einzul�sen.
Als der Aricg bereits in naher Aussicht stand, hatte der Minister Graf Finckenstein angeregt, w�hrend des Winters
freundschaftliche Vorstellungen in Aonftantinopel zugunsten des Friedens zu erheben. Friedrich schob die Entscheidung
zun�chst hinaus. Raum war jedoch der Vruch erfolgt, so erm�chtigte er den Major von Zegelin, Rexins Nachfolger,
zu der Erkl�rung, da� er �allezeit" gern durch seine �Kons. cMcia" das Einvernehmen zwischen beiden M�chten
wiederherstellen w�rde. Gleichzeitig � die Schriftst�cke kreuzten sich � lie�en die t�rkischen Minister ihm sagen, sie
verspr�chen sich guten Erfolg, �wann die H�fe von Preu�en und England ihre Vermittlung offerierten". Umgehend
teilte der A�nig diese Er�ffnung der russischen Regierung mit, ohne deren Zustimmung er nichts unternehmen wollte.
Doch die kriegerische Stimmung des Sultans war nicht zu d�mpfen; denn als Zegelin die ihm aufgetragene Erkl�rung
erst m�ndlich, dann auf Erfordern auch schriftlich abgab, erhielt er von dein Gro�vezier zur Antwort, die R�stungen
seien bereits allzu weit vorgeschritten, um noch vor Beginn der Operationen zu verhandeln; doch werde die f)forte
seinerzeit die preu�ische Vermittlung annehmend
N)ar damit der Weg nach dieser Heite zun�chst gesperrt, so suchte der A�nig desto eifriger eine Verst�ndigung
mit Vcsterreich, um wenigstens f�r Deutschland den Frieden zu retten. Die Verhandlungen f�hrten Ende August
zur Zusammenkunft mit Aaiser Joseph II. inNei�e und zu einem Neutralit�tsabkommen zwischen beiden Herrschern ''.
Unentschieden hatte w�hrend des sommers I.76Y der Nampf hin und her gewogt, bis es im September dem
russischen Heerf�hrer gl�ckte, die T�rken zweimal am Dniester zu schlagen und das von ihnen ger�umte Chozim zu
besetzen. Gering, so schreibt Friedrich in seinen Denkw�rdigkeiten ", war die Ariegskunst der Russen, noch geringer die
der T�rken, und sarkastisch vergleicht er die Streitenden niit dem Ein�ugigen, der den Vlinden schl�gt und so einen
vollen Erfolg �ber ihn erringt.
tie� sich auch den bisherigen russischen Ivaffentaten keinerlei entscheidende Bedeutung beimessen, so riefen sie
doch in Petersburg einen wahren Siegestaumel hervor. Man verstieg sich nach dem Verichte des preu�ischen Gesandten
zu dem k�hnen f?Iane, �dem Vsmanenreich den t�dlichen Streich zu versetzen vom Schwarzen Meere her und
von den Dardanellen sollte Aonstantinopel angegriffen, die fremden V�lker, Griechen, Georgier, Montenegriner usw.,
sollten gegen die T�rken aufgewiegelt werden.
Sorgenvoll blickte Friedrich in die Zukunft. Er �u�erte die Bef�rchtung, da� die Eifersucht des Wiener
Hofes geweckt und schlie�lich �durch die Verkettung der Ereignisse" ein allgemeiner Aneg entfesselt w�rdet Und so
1 vgl. das politische Testament Friedrichs des Gro�en fort \?G8, zusammengestellt von Kriclfe (Konservative Monatsschrift,
Jahrgang 69, 5. 370). - a Vgl.p.L., Ad. 2o, S. 3,8. � 3 vgl. p. �5., ?3λ. 22, 5, 20Tf�� *Pg!. p.C., Vd.2?, $, 379, 550, H?y;
?&. 2�. 5. *6f., (02. � 6 Vgl. Volz. �Friedrich der Gro�e und Joseph II. inNei�e uni� Neustadi" (Hohenzollern^Iahrbuch ;?0k, S. Y5ff.)
und �prinZ Heinrich von Preu�en uni� die preu�ische Politik vor der ersten Teilung polens" (Forschungen zur Nrandenburg. 11, preu�.
Geschichte, Vd. 18, S. !5;ss.). � � Vgl. ?uvres, Vd. 6, S. 25.
� < Bericht dc>Z Grafen 3o!w5, 3, Oktober ;?by (P. C., Vd. 2?,
S. (53 2Inm. 3). � s Friedrich an Solms nnd Richd, (8. Oktober l?�3 (p. C., Vd. 29, S. I52f.).
        
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