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Friedrich der Große und die Osmanen

Full text: Friedrich der Große und die Osmanen

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bezeichnete, die er seinem Neffen hinterlassen k�nne: sie weide Preu�ens Feinde und Neider zur Aufrechterhaltung der
soeben eingegangenen Vertr�ge bestimmend Dabei ist zu beachten, da�, als er diese Worte schrieb, der Abschlu� des
Vertrages mit Ru�land noch ausstand. Friedrich scheint sich damals sogar mit der Hoffnung nicht nur auf das
Zustandekommen beider Allianzen, sondern auch ihrer Verschmelzung zu einem Dreibund getragen zu haben. Aommt
diese in Frage, so �u�erte er, wird sie leicht zu verwirklichen fein?.
Doch kein g�nstiger Stern leuchtete den Verhandlungen mit den T�rken. Aaum er�ffnet, stie�en sie auf
Schwierigkeiten. In Aonstantinovel begann wieder das alte Intriguenspiel. Den preu�isch-russischen Gegnern gelang
es, die Pforte zum f�rmlichen Protest gegen die Aandidatur �tanislaus Poniatowskis zu bestimmen. W�hrend Friedrich,
seiner Zusage gem��, den Russen getreulich sekundierte, verst�rkte er nur das Mi�trauen, das die T�rken noch immer
gegen ihn hegten, vollends war es aber die Allianz mit dem Petersburger Hofe, die ihren Unwillen erregte. 5o
verlief denn die Verhandlung mit der Pforte im H�nde.
Aber eben diese Verhandlung hatte auch den Argwohn der Russen geweckt. Friedrich sah sich gen�tigt, sie
kurzweg zu dementieren, als Katharina II., durch Achmets Sendung beunruhigt, ihn daraufhin interpellieren lie� 2.
Und er mu�te sich sogar im Jahre 1?65 zur Abberufung Rexins entschlie�en, als die Russen diesen beschuldigten, die
preu�isch-t�rkischen Verhandlungen von neuem in Gang gebracht zu haben.
IV
Die preu�ische Friedensvermittlung w�hrend des russisch-t�rkischen Krieges
(5768� ;??H
Die Einmischung der T�rken in die Frage der R�nigswahl hatte bereits gezeigt, wie gro� ihr Interesse an
den Vorg�ngen in Polen war. Der Petersburger Hof begn�gte sich jedoch nicht mit dem Erfolg, den er mit der
Erw�hlung Stanislaus PoniatowKkis errungen hatte; er ging an die Reform der polnischen Verfassung und warf sich
zum Schutzherrn der Dissidenten, zunml der Anh�nger des griechisch-katholischen Bekenntnisses auf. Immer sichtbarer
ward sein Vestreben, ganz Polen unter seinen beherrschenden Einflu� zu bringen. Damit begegnete er dem heftigsten
Widersland nicht nur in Polen selbst, sondern auch bei den Nachbarm�chten. Schon im Fr�hling 576? w�re es
dar�ber fast zum offenen Aampfe mit Vesterreich gekommen. Im folgenden Jahre gen�gte eine kleine Grenzverletzung,
die sich russische Truppen bei der Verfolgung polnischer Gegner zuschulden kommen lie�en, um den offenen Rrieg
zwischen Ru�land und der Pforte zu entfesseln.
An A�nig Friedrich trat damit die Frage heran, welche Stellung er gegen�ber dem Streite, der den ganzen
Vsten in Aufruhr versetzte, bewahren sollte. Durch sein V�ndnis war er zur Unterst�tzung Ru�lands verpflichtet.
Wohl gelang es ihm, diese zun�chst auf Zahlung von Subsidien zu beschr�nken. Aber die unmittelbare Gefahr bestand,
da� fr�her oder sp�ter auch Vesterreich zum Schwerte griff. Dann mu�te er ebenfalls am Kampfe teilnehmen. Dabei
handelte es sich um einen Arieg, der nach zwei Fronten zu f�hren war, gegen Gesterreich und gegen Frankreich, das
seinem Alliierten mit tatkr�ftiger Hilfe beigesprungen w�re. Und diesen Aamvf hatte er allein auszufechtm, da Ru�-
lands Ar�fte ganz durch die T�rken gebunden waren.
F�rwahr, �beraus ernst erschien die Situation. Sie gestaltete sich um so kritischer, als damals auch im Westen
Europas ein neuer Aolonialkrieg zwischen Frankreich und England drohte, war nicht zu bef�rchten, da� dieser,
wie 5 796, so auch jetzt Deutschland in feine Areise zog?
1 Friedrich an Heinrich, <*. Vezember \itt\ vgl. ?uvres de Fr�d�ric le Grand Zitiert: ?uvres), 8&. 26, 5. 298. � a Der
K�nig schreibt an den Gesandten Vohd in Wien, U- November �S'il s'agira d'une triple alliance d�fensive ? conclure entre moi,
la Russie et la Porte, l'affaire saura prendre bient�t consistance" (p. 
    
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