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Friedrich der Große und die Osmanen

Full text: Friedrich der Große und die Osmanen

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w�rde, um ihren plan der Vertreibung der (Dsmanen aus Europa zur Ausf�hrung zu bringen. 3 dieser st�rm-
geschw�ngerten Atmosph�re sollte sich die �Mission" des Gesandten barauf beschr�nken, auf das aufzupassen, was da
vorginge, und zu berichten, was er �mit eigenen Augen" gesehen. Ferner wurde Dies angewiesen, wenn die T�rken
von einer Allianz mit Preu�en spr�chen, zu erwidern, fie sollten sich erinnern, �da� wir mit Ru�land m Verbindung
(en liaisons) stehen". Und im August wiederholte der K�nig den ausdr�cklichen Befehl an ihn, sich �ber ein Simonis
nicht ohne �positive Ordre" zu �u�ern. Seine �Hauptrolle" bleibe die eines Vwbachtcrs^.
Vald aber traten Ereignisse ein, die Friedrich bestimmten, seine passive Haltung wenigstens vor�bergehend auf-
zugeben. Den Anla� bot Kaiser Joseph. m Herbst 1^8^ provozierte dieser einen Streit mit Holland, um die
Veffnung der Scheldem�ndung Zu erzwingen. Da gleichzeitig infolge von Reformen, die Joseph II.durchf�hren wollte,
Unruhen in Ungarn ausbrachen, riet der K�nig den T�rken, die Aufst�ndischen zu unterst�tzen und so ihrem alten
Widersacher ernste Ungelegenheiten zu bereiten. Und a?s dann der Kaiser den fr�heren plan, die �sterreichischen Nieder-
lande gegen Bayern einzutauschen, wiederaufnahm und an dessen Ausf�hrung ging, schlug Friedrich abermals, wie \778,
an der Pforte Alarm. Er lie� fie wie damals zur Teilnahme am Kampfe auffordern, falls es wegen Bayerns zu
einer Entscheidung durch die Waffen kommen sollte (Februar 5785)2. Zwar mi�gl�ckte der Anschlag des Kaifers,
aber Friedrich f�rchtete f�r die Ruhe Europas. 3m Ulai \785 sprach er die Besorgnis aus, ein neuer allgemeiner
Krieg stehe bevor. Seine Hoffnung f�r die Vewahrung des Friedens wollte er darauf gr�nden, da� ein neuer Gro�-
vezier und Mufti, beide geschworene Feinde der Kaiscrh�fe. ans Ruder gelangt waren: damit er�ffne sich die Perspektive
auf eine Diversion inUngarn, die den Kaiser zur Vertagung feiner bayerischen plane bestimmen k�nne. �Gegen Ende
dieses Jahres oder zu Beginn von \786", so erkl�rte er, �wird sich alles enth�llen; dar�ber hinaus wird der Friede
nicht w�hren. Ich tue alles, uni auf jedes Ereignis vorbereitet zu fein 3/' Und im Juni j?85 lie� er den T�rken
sagen, �da� der Kaiser noch den Kopf voller pl�tte gegen Bayern habe", und rief sie zum Kampfe auf: bas sei eine
gro�artige Gelegenheit f�r fie, gegen Vesterreich loszuschlagen, w�rden doch auch die durch Veschneidung ihrer Privilegien
erbitterten Ungarn sich dem Kampfe gegen Joseph anschlie�en 4.
Aber dieses war auch der einzige Fall, wo er von einer t�rkischen Offensive etwas wissen wollte, soviel er
sonst zu R�stungen gegen Gefterreicher und Russen dr�ngte. Vhne Umschweife erkl�rte er, sollte es zum offenen Kriege
mit Ru�land kommen, k�nne man ruhig die Grabschrift f�r die Pforte aufsetzen, da ihr keine ausw�rtige Macht zu
Hilfe eilen werde, Heer und Flotte aber in v�llig ungen�gendem Zustande sich bef�nden sJuli 
    
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