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Friedrich der Große und die Osmanen

Full text: Friedrich der Große und die Osmanen

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m�sse sich die Pforte mit seiner Freundschaft begn�gen. Ebenso beschied er sie in, Februar J782: �Meine Allianz mit
Ru�land gestattet mir nicht, mit dem Viwan abzuschlie�en." Als Vorbedingung f�r ein V�n�mg bezeichnete er den
Fall, da� die Russen mit Vesterreich Verpflichtungen eingingen, die das letzte Vand zwischen Preu�en und Ru�land
Zerrissen. Auch ietzl noch meinte er, das Verh�ltnis zwischen Petersburg und Wien fei mehr ostentativ als intim1.
wie aus einer Denkschrift vom Mai hervorgeht, war der A�nig sich klar bewu�t, da� er auf sein
B�ndnis mit Aathanna nicht mehr z�hlen konnte. Indem er eine Ankn�pfung mit England ins Auge fa�t, wirft
er dann die Frage auf, ob er die Pforte nicht miteinbeziehen solle: �biegen wir", so begr�ndet er diesen Gedanken,
�mit Ru�land und Vesterreich im Krieg�, k�nnen wir keine g�nstigere Diversion erwarten als von Seite der T�rken."
Die Nation sei den Preu�en wohlgeneigt; in Ermangelung eines besseren d�rfe man eine solche Hilfe nicht verschm�hen.
Indessen verzichtete er bald wieder auf das Projekt einer englischen Allianz, und als ein Aufruhr in der Arim
ausbrach, der zur Vertreibung des den Russen ergebenen Uhans Schahin Geray f�hrte, und als sich die Pforte abermals
an ihn wandte, da er�ffnete er ihr, da� er allein die T�rken nicht unterst�tzen k�nne; denn er selbst habe von keiner
Seite Hilfe zu erwartend
Seit dem September 5?82 verhandelte Rachanna II.mit Joseph �ber die Ausf�hrung ihrer orientalischen Pl�ne.
Die Aaiserm�chte lie�en die Pforte �ber das zwischen ihnen geschlossene V�ndnis nicht im Zweifel, wie ein Blitzstrahl
traf den A�nig die Aunde, und schon damals, im Januar ;?33, schrieb ei: �hiermit betrachte ich mich als verabschiedet."
Noch fehlte freilich, wie er sagte, der �formelle Abschied". Aber auch dieser lie� nicht auf sich warten: imJuli zeigte
ihm die Zarin das mit Vesterreich nu� schon l�nger als zwei Jahre bestehende Defensivb�ndnis an^.
Mit h�chster Sorgfalt vermied Friedrich auch jetzt alles, was den Petersburger Hof h�tte reizen k�nnen.
�Meine Allianz mit Ru�land ist nicht offen gebrochen", schrieb er an Gaffron und befahl ihm f�r den Fall, da� die
T�rken wieder von einem V�ndnis spr�chen, sie darauf hinzuweisen, wie sie die unwiederbringlich g�nstige Gelegenheit
des Siebenj�hrigen Krieges vers�umt h�tten; Preu�en, wiederholte er, habe jetzt selbst keine Unterst�tzung zu gew�rtigen.
So bleibe f�r die Pforte nur die Hilfe Frankreichs, vielleicht auch Schwedens und Polens; sie m��te suchen, Frankreich
zum Vruch mit dem Aaiser zu dr�ngen. Als Ziel Katharinas bezeichnete er die Vertreibung der Gsmanen aus Europa,
als Ziel Josephs die Eroberung von Serbien, Vosnien, Belgrad und eines Teiles von Epirus oder Dalmatien
st<). Januar Bald darauf teilte cr der Pforte auch den russisch-�sterreichischen FeldzuZsplan mit 5.
So wenig er gesonnen war, um der T�rken willen mit Ru�land zu brechen, war er doch bereit, zusammen
mit dein versailler Hofe die Vermittelung zu �bernehmen^.
Immer sch�rfer spitzten sich die Dinge zu. Katharina beschlo�, zun�chst die Krimihrem Reiche einzuverleiben.
Da griffen die Franzosen ein, die mit R�cksicht auf den Tevantehandel die Aufteilung der T�rkei nicht dulden konnten.
Sie forderten den russischen Verzicht auf die Krim und wandten sich um Unterst�tzung an die H�fe von Wien, Tondon,
Verlin, Madrid und Turin. Fruchtlos war ihr Appell an Gesterieich und England.
Friedrich sah sich vor eine schwere Entscheidung gestellt. Nachdem das B�ndnis zwischen Katharina und Joseph
zu einer vollendeten Tatsache geworden war, glaubte er, an der Allianz mit den Russen nicht mehr festhalten zu k�nnen,
wollte er sich ihnen nicht auf Gnade und Ungnade ergeben ?. Er nahm daher die Gelegenheit wahr, die sich ihm bot,
um durch einen Vun� mit Frankreich das preu�ische System auf eine neue feste Grundlage zu r�cken.
1 vgl. Peters, S. 24 f. So weist Friedrich auch am 22,Mai(782 einen Antrag der Pforte ini*Hinweis darauf zur�ck, da� zwischen
Ru�land und Vosterreich noch kein V�ndnis bestehe (vgl. ebenda, S. 28). � * Die Denkschrift �Consid�rations sur l'�tat politique de l'Europe"
vom 9. Mai ;?S2 ist abgedruckt in der Historische� Zeitschrift, Vd. 60, S. 259 ff. � * Vgl. peters, S, 29. � * Am 28. Januar (783
schreibt der li'?niq an _3nlione-l�larie von D�nemark: �Les deux cours imp�riales ont Reclure ? Constaminople qu'elles sont alli�es; ainsi
que je me regarde comme cong�di�." Am \<). Juli: ,,Je vitns, ily a quelques jours, de recevoir mon cong� en forme de la Pantocratrice de
Toutes les Russies" ((S. St. A.). Unter die Antwort auf den Vericht des Ministe� von �^cttjberg corn H.Juli �ber die Notifizierung des
SiinbTiiffcs der Aaiseim�chte durch den russischen Gesandten schrieb Friedrich eigenh�ndig: �Nous voili cong�di�s de la cour de P�tersbourg."
vgl. Zinkeisen, Vd. S, S. 932.
� 5 vgl. peters, 5. 3of. � � vgl. peters, S. 32.
�
T vgl. Heimann, Vd. 2, S. 5^9.
        
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