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Friedrich der Große und die Osmanen

Full text: Friedrich der Große und die Osmanen

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so hatte Friedrich bann im Juli 5??? nochmals die �sterreichisch-russische Garantie angeregt, doch ohne da� es su
weiteren Verhandlungen dar�ber tarn 1.
Auch jetzt ging panin nur mit Vorbehalt auf den Vorschlag der preu�isch Garantie ein. kr
w�nschte, Friedrich folle zun�chst lediglich f�r feine Person und offne den Petersburger Hof zu kompromittieren, der
Pforte die Garantie ihrer europaischen Besitzungen anbieten. Die sp�tere Teilnahme Ru�lands machte er von der
Bedingung abh�ngig, da� die T�rkei eine Verst�ndigung �ber die schwebenden Streitfragen herbeif�hre. Darauf regte
er selbst an, die V�rgschaft nicht auf einen k�nftigen, sondern bereits auf den gegenw�rtigen Zeitpunkt zu erstrecken,
da auf diese Weise jeder weiteren Abtretung an Gesterreich vorgebeugt und die Integrit�t des osmanischen Reiches
sichergestellt werde. Um so eher auch werde Me Pforte ihren Streit mit Ru�land beizulegen suchen und so vielleicht
der Krieg ganz vermieden werden. Dabei verhehlte panin keineswegs, da� die Kaiserin Aatharina �etwas Widerwillen"
gegen den Garantieplan hege 3 Obwohl sich auch der K�nig, in Anbetracht der kriegerischen Stimmung der Pforte,
nur geringen (Erfolg von diesem Schritte versprach, lie� er sofort am \5, November seinem Vertreter am Bosporus
die n�tigen Weisungen zugehen. Doch die Verhandlung kam bald ins Stocken, so da� Friedrich sich schon am
9. Dezember auf Ru�lands Vunsch bereit erkl�rte, sie zu vertagen 3.
Ungleich bedeutsamer war der zweite Vorschlag, den der A�nig ebenfalls am 5??? nach Peters-
burg gesandt hatte. Dieser zielte auf nichts Geringeres als eine Isolierung Vesterreichs. Das Verh�ltnis zwischen
Preu�en und Frankreich hatte sich allm�hlich so gebessert, da� Friedrich jetzt die Erweiterung der preu�isch-russischen
Allianz durch ein V�ndnis mit dem versailler Hofe anregte.
Noch war die Verhandlung �ber den neuen Dreibund nicht �ber vertrauliche Vorbesprechungen mit panin
hinausgediehen, als ganz unerwartet an, 50. Dezember der Tod des Aurf�rsten Maximilian -Joseph eintrat, der
eine neue politische kage schuf. Vor der Regelung der bayerischen Erbfolge mu�ten nun alle �brigen Pl�ne des
A�nigs zur�ckstehen.
Ein neuer Arieg zwischen Preu�en und Gesterreich kam zum Ausbruch. Jetzt dr�ngte Friedrich, wie w�hrend
des Siebenj�hrigen Arieges, die Pforte, �ber die Vestcrreicher herzufallen. Aber die Tage �hnelte der des Jahres
wo die T�rken und Tartaren zum Angriff auf das mit ihm verb�ndete Ru�land bereit waren. Auch jetzt schickten sich
die Vsmanen zum Aampfe gegen die Russen an. Um so mehr mu�te der A�nig suchen, den Sto� der T�rken
auf Vesterreich abzulenken, als Aatharina II., blieb sie vor dem Aneg mit der Pforte bewahrt, durch ihre Allianz
zur Unterst�tzung Preu�ens verpflichtet war. Jedoch ebensowenig wie gl�ckte ihm die k�sung des �u�erst
schwierigen Problems. Vergeblich dr�ngte er Gaffron, alles zu tun, um ein friedliches Abkommen zwischen Ru�land
Und der Pforte zustande zu dringen. Vergeblich ermahnte er ihn, den T�rken die gute Gelegenheit vorzustellen, die
sich ihnen zur R�ckeroberung der Vukowina und zur Erwerbung Siebenb�rgens b�te. Wenigstens seit den Zeiten
Solimans sei sie noch nie so g�nstig gewesen und werde vielleicht in drei�ig Jahren, ja in Jahrhunderten nicht wieder-
kehren. Einzig sei die Gunst der milit�rischen tage, die ihnen �sterreich gegen�ber viel leichteres Spiel verhei�e
als gegen Ru�lands
Ebensowenig, wie es im Bayerischen Erbfolgekrieg, der nun entbrannte, zu gr��eren Aktionen kam, so auch
in der Arim, wohin die Pforte eine Flotte entsandte, die aber Schiffbruch litt. Im Frieden von Teschen, der am
Mai geschlossen wurde, begn�gte sich A�nig Friedrich, den wiener Hof zum Verzicht auf seinen Plan der
Einverleibung Bayerns gen�tigt zu haben; nur das Innviertel blieb in �sterreichischen H�nden. Aehnlich begn�gte
sich Aalharina II,in der Aonvenlion von Ainali Aawak im IN�rz mit dem Zugest�ndnis der freien Schiffahrt
auf dem Schwarzen INeere und der Unabh�ngigkeil der Tartaren, die ihr die Pforte so lange streitig gemacht hatte.
1Der K�nig an Sohns, \2t M�rz ;??6, 3�. M�rz, 3. Mai und ;5.Juli n?7, nebst Vcricht von Salms, (8. AprilN?? (G- St. A.).
�
a Der K�nig an Solms, ,4. Oktober, und dessen Antworten vom 2>. Oktober und 7. November \iii(G. St. A.). � � Ver K�nig an
Gaffron. 15. November; an golms, 55. November und 9- Vezember 5??? (G. St. A.).
�
A Der K�nig an Gaffron, 6. M�rz, l.und �2. April,
5. Mai, 8. Juni N?� (G. St. A.).
        
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