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Friedrich der Große und die Osmanen

Full text: Friedrich der Große und die Osmanen

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Seine Sorge teilte der K�nig der russischen Regierung mit; eindringlich warnte er vor den �sterreichischen
planen und mahnte, ihnen beizeiten entgegenzutreten und gemeinsame Ma�nahmen im voraus zu vereinbaren.
3�t Gegensatz Zu seinem Vrudcr, dem Prinzen Heinrich, der ihn aufforderte, einen 23un6 (Europas gegen die
Gesterreicher ins ?eben zu rufen und mit den Waffen in der Hand ihnen Halt zu gebieten, wollte der "K�nig von
einem Kriege nichts wissen. Vie Gelegenheit schien ihm nicht g�nstig. ?r bezweifelte, da� es gelingen w�rde, gen�gend
Bundesgenossen zu finden, und f�rchtete, wie in der Arise der vergangenen Jahre, da� die ganze Kriegslaft auf seine
schultern fallen w�rdet Ver Streit, so erkl�rte er endlich, ginge nur Ru�land und die T�rken an; �er w�rde sich
sch�men, den Von Hmchote 6er T�rken zu spielen 2//. Un6 so warnte er denn auch in Petersburg, um die Arise nicht
zu versch�rfen, vor einem Vruche mit den (Defterreichern. Man werde fie nur den Franzosen in die Arme treiben.
?in neuer Krieg liege weder im preu�ischen noch im russischen Interesses
Den Blick auf die Zukunft gerichtet, machte er dann den Russen einen weiteren Vorschlag. Als die Pforte
in der Streitfrage �ber die Bukowina die russische Vermittlung anzurufen gedachte, warf er im Fr�hjahr die
Frage auf, ob man nicht die T�rken in ihrer Erbitterung gegen �sterreich best�rken solle: wenn der Wiener Hof
eines Tages zur Ausf�hrung seiner ehrgeizigen Entw�rfe schritte, werde man vielleicht auf eine t�rkische Diversion
rechnen k�nnen. Und als er im Verlaufe der Unterhandlungen aus Panins Bitte seine Ansicht �ber die Gruppierung
der M�chte und einen Feldzugsplan gegen Vesterreich entwickelte, da erkl�rte er, Preu�en k�nne nur gegen B�hmen,
M�hren und Gesterreichisch- Schlesien vorgehen und in Polen gemeinsam mit den Russen operieren, �w�hrend die
T�rken eine Diversion nach Ungarn ausf�hren m��ten".
Aehren wir auf den Schauplatz der gro�en Begebnisse zur�ck. U)ie hatte sich die kage der Vinge gestaltet?
Aemeswegs waren mit dem Frieden von Autschuk-Aainardsche und der t�rkisch -"�sterreichischen Konvention vom
7.Mai 4??5 �ber die Abtretung der Bukowina die Streitigkeiten zwischen den Raiserh�fen und der Pforte geschlichtet.
Vie Ausf�hrung der Vertr�ge f�hrte vielmehr zu neuen Zwistigkeiten. Vie Gsmanen weigerten sich, die Unabh�ngigkeit
der Tartaren und die Schiffahrt auf dem Schwarzen Meere zuzugestehen. Im Fr�hjahr 76 stellte der Gro�vezier
dem russischen Botschafter F�rst Repnin ein Ultimatum zu, in dem er den Verzicht auf die Unabh�ngigkeit der Tartaren
und die R�umung der im Friedensvertrage an Ru�land �berlassenm Festungen Aerlsch, Zemkala und Ainburn forderte
Und mit den Vesterreichern andrerseits dauerten die Verhandlungen �ber die Festsetzung des Grenzzugs der Bukowina fort.
So energisch der A�nig jeden Gedanken an eine Allianz mit den T�rken zur�ckwies � sie w�rde ihn nur,
erkl�rte er", in die Streitigkeiten der T�rken verwickeln, ohne f�r Preu�en einen Vorteil zu bieten �, so eifrig griff
er die Nachricht auf, die ihm Gaffron am April 5776 meldete, �da� die Pforte mit dem Plane umgehe, sich mit
Ru�land zu verb�nden". Er befahl ihm sofort, die T�rken in ihrem Vorhaben zu best�rken, und machte dem Prinzen
Heinrich, der auf Aatharinas erneute Einladung als Gast am Petersburger Hofe weilte, davon Mitteilung. Am
5^.Mai unterrichtete er seinen Bruder ausf�hrlich von dem neuen Szenenwechsel in Aonstantinopel: der Reis-Effendi,
der f�r die Gesterreicher allzu gro�e Parteilichkeit an den Tag lege, habe seinen Aredit eingeb��t; die besten A�'pfe
im Diwan seien f�r eine Allianz mit Ru�land; die Grenzanspr�che w�rden dem wiener Hofe nicht zugestanden;
Repnin k�nnte vielleicht aus dieser g�nstigen Stimmung Nutzen ziehen. �Ich wei�," schlo� er, �Ru�land kann ohne
Bundesgenossen auskommen; indessen glaube ich, die Sache verdient immerhin Beachtung." Und zwei Tage sp�ter:
er habe Gaffron beauftragt, f�r das B�ndnis zu wirken; �ich brauche Vir nicht, lieber Bruder, die Konsequenzen
im einzelnen zu erl�utern, sie springen in die Augen." Aber schon im Aeime erstickte der Plan; denn Katharina II,
erkl�rte sogleich dem Prinzen Heinrich: �Ihre sch�ne Allianzidee verursacht mir Skrupel'."
'
vgl. p. ?., Vd< 36, 5. 52?. - 3 vgl. p. 
    
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