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Friedrich der Große und die Osmanen

Full text: Friedrich der Große und die Osmanen

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Erw�gung ziehen m�ssen, falls die Vesterreicher fortf�hren, bei den Verhandlungen, die damals �ber die Teilung Polens
im Gange waren, neue Schwierigkeiten zu machen. Auch der russische Premierminister, Graf pam'n, bezeichnete die
Allianz mit der Pforte als �letztes Mittel", um die wiener Regierung zur Nachgiebigkeit zu zwingen'. Mit den:
Augenblicke aber, wo die Verst�ndigung zwischen den drei Ceilungsm�chten erzielt war, wurde der t�rkische Antrag
hinf�llig, und es war von ihm nicht weiter die Rede.
V
Abstauen der Beziehungen, Plane einer Garantie des. osmanischen Reiches
und der Bayerische Lrbfolgekrieg
Den Gegensatz zwischen Wien und Petersburg �berbr�ckend, hatte die Teilung Polens zu einer neuen
Gruppierung der M�chte gef�hrt, �ogar der Plan tauchte auf, ein politisches V�ndnis zwischen den Teilungs-
m�chten zu errichten.
In diesem System war kein Raum f�r die E�rkei. So kam es, da� Friedrichs Interesse f�r die Pforte mehr
und mehr erkaltete und er bereits im April 1.772 die Abberufung seines Gesandten aus Ronstantinopel ins Auge
fa�tet War erst der Friede geschlossen, dann sollte ein einfacher Gesch�ftstr�ger oder auch nur ein Aansul die Ver-
tretung Preu�ens �bernehmen. Zum Nachfolger Zegelins wurde imNovember I.77H der Sekret�r Gaffron ausersehen.
Unumwunden erkl�rte Friedrich jetzt, er habe nichts mit der Pforte zu verhandeln, weder politische noch Handclsfragen.
Nicht l�nger als ein wollte er Gaffron in Aonstanlinopel belassen
Vie Vers�hnung der drei M�chte war indessen nicht von Dauer. Der politische Himmel bezog sich schnell
wieder. Der Plan des preu�isch-�sterreichisch-russischen Dreibundes scheiterte. Gerade die Ceilung Polens, die die
Verst�ndigung angebahnt hatte, barg in sich den Reim neuer Irrungen. Obwohl die Grenzen der Erwerbungen in
den Ceilungsvertr�gen von festgelegt waren, wurden sie bald zum Gegenstand neuen Streites, als Gesterreich,
einen geographischen Irrtum vorsch�tzend, sein Gebiet erweiterte und Preu�en dem Beispiel folgte. Es kam zu scharfen
Auseinandersetzungen mit dem Petersburger Hofe.- Auch der alte Gegensatz und das alte Mi�trauen zwischen Wien
und Berlin wurden wieder lebendig. Die Verstimmung unter den M�chten erreichte ihren Gipfelpunkt, als Gesterreich
nach dem Frieden von Rutschuk-Rainardsche die Gelegenheit ergriff und unter dem Vorwand einer Grenzregulierung
die Bukowina in Besitz nahm, in: Vertrauen darauf, da� Ru�land und die Pforte, beide vom Ariege ersch�pft,
keinen Widerspruch erheben w�rden.
Das neue Anwachsen der �sterreichischen Macht erf�llte den A�nig mit h�chster Besorgnis f�r die Zukunft.
Erschien es ihm doch als bedenkliches Symptom f�r die geheimen Absichten des Wiener Hofes, immer weiter um sich
zu greifen und die Ilniversalmonarchie Aaiser Aarls V. zu erneuern. Er f�rchtete den politischen Ehrgeiz des jungen
Aaisers, den er als das treibende Element erkannte. Noch legte ihm seine Mutter Maria-Theresia einen Z�gel an.
Aber wie, wenn sie die Augen schlo�? Genug der Anspr�che waren es, die Vesterreich geltend machte: auf die
bayerische Erbschaft, auf das venezianische Dalmatien, auf Elfa� und Lothringen, wahrlich, an Z�ndstoff zu neuen
blutigen Ariegen fehlte es nicht.
1Script Zegelin5 vom 23. April. ??2
(vgl. p. C., Vd. 52, 5. 2;?, 2,9, 263). � * vgl.p.(?., Ob. 52, S. 79. � �vgl.p. C., Vd. 36, 5. 5<*?f. I� der Port Fmckenstein
aufgefetzten Ministerial -Instruktion vom 25. Juni (775 f�r Gaffron hei�t es: �II n'est question dans le moment pr�sent d'aucune sorte
Je n�gociation entre le Roi et la Porte ... Ilne s'agit aujourd'hui que d'entretenir les Turcs dans les sentiments de confiance qu'ils ont
pris pour leRoi, et de conserver ? Sa Majest� l'influence qu'Elle s'est acquise chez eux par les sages conseils qu'EHe leur a donn�s, et par
ce langage de v�rit� qu'Elle leur a tenu pendant tout le cours de leur derni?re guerre" (Berlin, Geh. St??tS*2Jtd)tD),
,2*
        
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