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Friedrich der Große und die Osmanen

Full text: Friedrich der Große und die Osmanen

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Friedrich der Gro�e und die Gsmanen
von
Gnstav Verthold volz
W^ie Veziehungen Friedriche des Gro�en zu den Vsmanen lassen sich unter einem doppelten Gesichtspunkt betrachten,
unter einem kulturhistorischen und einem politischen.
Wie sich Morgenland und Abendland, verschieden nach Sitte, Denkart und Charakter, einander gegen�ber-
traten, konnten wir uns an der Hand zahlreicher Verichte aus beiden tagern vergegenw�rtigen bei der Schilderung
der t�rkischen Gesandtschaft, die im Winter den Berliner Hof aufsuchtet Das Gegenst�ck bildet die von
A�nig Friedrich im Vnent verfolgte Politik, der die folgende Darstellung gewidmet ist.
I
Stellung der Gsmanen im europ�ischen Htaatensystem und die ersten
preu�isch-t�rkischen Beziehungen
Noch im \7. Jahrhundert hatte der Islam als Feind der ganzen Christenheit gegolten, der Kampf gegen
den Halbmond den Charakter eines Areuzzugs getragen. An den Nlauern Wiens war (683 der Ansturm der T�rken
zerschellt, und die Siege des Markgrafen kudwig von Vaden und des Prinzen Eugen van Savoyen bei Szlankamen
und Zenta, bei f)eterwardein und Belgrad hatten sie vollends niedergeworfen. Seitdem hatte das Vsmanenrcich viel
von seiner fr�heren Vedeuwng eingeb��t; selbst die Erfolge, welche Me T�rken nach Eugens Tod �ber Kaifer Karl VI.
davontrugen, und die R�ckerwerbung von Belgrad und den GrenzvrovinZen hatten ihnen nicht ihr altes Ansehen und
ihre alte Macht wiederzugeben vermocht.
Diese ver�nderte Stellung spiegelt sich klar in der meisterhaften Neberstcht wieder, die K�nig Friedrich 5?H6
im ersten Kapitel seiner �Geschichte meiner Zeit" �ber die XU?d}k und bas- politische System Europas bei Antritt seiner
Regierung gibt 2. Vanach erscheint ihm Europa als eine gro�e Republik von Staaten, unter denen Frankreich und
1 vgl. 9otieit3ollerti -Jahrbuch *9O7, S. ;?ff. �
* V9I. Publikationen aus den R�nigl. Preu�. ZwatZarchwen, Sd. *,
5. 206 ff. leipzig ;�?��.
ijo^rnjoUern
.Jahrbuch 19(5, u
        
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