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König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

Full text: König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

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dem walle Trommler und schlugen Chamade, die Kapitulation folgte. Die Erkl�rung dieses eigenartigen Porganges
lag in der Spaltung der Besatzung in eine donapartistische und eine k�nigliche Partei.
Nach dein Falle der beiden Sambrc-Festungen wandte der Prinz sein Hauptaugenmerk den Maas-Festungen
zu und nutzte die zur Heranschaffung der erforderlichen gr��eren Belagerungsmittel und zur Sicherung der r�ckw�rtigen
Verbindungen erforderliche Zeit 511 Unternehmungen gegen die Ardennen-Festungcn aus. Die zwei Brigaden mu�ten
philippeville und Marienbourg einschlie�en, w�hrend die Truppen vor Sivet verst�rkt wurden. Prinz August
begann am 28. Juli mit der Beschie�ung von Marienbourg, dem schw�chsten dieser Pl�tze, der schon am 3l(. in Besitz
genommen wurde. Am August war auch Philippe mIle nach Beschie�ung und Er�ffnung der Laufgr�ben in
preu�ischen H�nden, am \Q. das inzwischen eingeschlossene Rocro^ nach dreist�ndigem Bombardement, von nun an
siel die Unterst�tzung durch die englischen Velagerungsparks fort, weil Wellington den Grundsatz aufstellte, nur Festungen
als feindlich 511 behandeln, die sich weigern w�rden, Ludwig XVIII.als K�nig anzuerkennen. Da das geringe preu�ische
Material sich bereits �or Cohs?dy und Montme'dy befand und der Prinz mit Recht jede Zersplitterung vermeiden wollte,
mu�te er sich vorerst mit der engen Einschlie�ung der �brigen Festungen begn�gen, traf aber gleichzeitig Vorkehrungen
f�r die Belagerung. Am \\. 21uguft winden die beiden Givet und Mont d'Haurs �bergeben. Dann lie� er das
von Gruppen des Norddeutschen Bundeskorps eingeschlossene Mezieres durch von �X)efel und I�Nch mit vieler M�he
heran geschaffte schwere Gesch�tze beschie�en. Am 3. September erfolgte die Uebergabe unter freiem Abzug der Garnison.
Es biteben noch die kleineren, die Strafe von Luxemburg durch die Ardennen sperrenden Festungen Montm^dy und
(ongwy �brig. Wegen des nahe bevorstehenden Friedens entschlo� sich Prinz August zun�chst f�r die leichtere Aufgabe,
der Fortnahme von Montmedy, das indessen erst am 28. September �bergeben wurde. Am {8. kapituliert ?on$tx>y,
nachdem der dort eingetroffene Prinz die Bedingungen gebilligt hattet
Prinz August hatte die ihm gestellte Aufgabe mit gro�er Umsicht und Energie gel�st, neun Festungen wurden
in, kaufe von drei Monaten unter seiner Teilung erobert, obwohl die Armut Preu�ens an Belagerungsmaterial, der
�ble Wille Englands und die unerw�nschte R�cksicht auf die neue franz�sische k�nigliche Regierung die gr��ten
Schwierigkeiten bereiteten. Seine Berichte beweisen seine gr�ndliche Fachkenntnis.
Was der K�nig zu Beginn der Befreiungskriege versprochen hatte, mit dem Thronfolger und allen Prinzen
seines Hauses bei dem Heere zu bleiben und, ebenso wie das ganze Volk, mit ihm zu k�mpfen, hat er treulief) gehalten.
Die Bedeutung dieser Cat geht weit �ber jenen Befreiungskampf hinaus, d�r leitende Gedanke ist ein dauerndes Ver-
m�chtnis geblieben f�r das K�nigliche Haus, das Heer, das preu�ische, heute das deutsche Volk. Hundert Jahre sp�ter
wiederholte sich derselbe Porgang als etwas anscheinend Selbstverst�ndliches, ausgedehnt auf die deutschen Vundesf�rsten
und die Prinzen ihrer erlauchten H�user. Aber Preu�ens K�nig braucht nicht mehr hinter m�chtigeren Herrschern
zur�ckzutreten und sich seines Einflusses auf sein eigenes Heer zu begeben. Ebenb�rtig und hochragend steht er als
Deutscher Aaiser heute neben seinen Bundesgenossen, und er selbst leitet als oberster Feldherr fein Heer nach den�
vorbilde seines unverge�lichen kaiserlichen Gro�vaters, des Gr�nders des neuen Deutschen Reiches.
1 o. Vo%, Napoleons Untergang \$\5, II, 5. 23?ff., Berlin
        
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