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König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

Full text: König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

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f>rinz Vilhelm der Aeltere
f>rinz Wilhelm, der j�ngste, geborene Bruder des K�nigs, eine der leuchtendsten Gestalten jener Zeit,
tapfer, wie jeder Hohenzoller, unternehmend, milit�risch gut beanlagt und im Kriege bereits bew�hrt, schien zu einer
F�hrerrolle berufen zu sein, von vaterl�ndischem Geiste getragen, sich seiner gesteigerten Pflicht als Prinz des K�nig-
lichen Hauses bewu�t, stolz darauf, ein Nachkomme des Gro�en Aurf�rsten zu sein', sehnte er sich nach einer seinem
Range � er war damals Generalleutnant � entsprechenden T�tigkeit. Ss war eine Entt�uschung, da� er zun�chst
nur Vl�chers Hauptquartier zugeteilt wurde.
In der Schlacht von Gro�-G�rschen wurde ihm der Befehl �ber �ie preu�ische Reservekavallene �bertragen.
A)ar damit die Absicht verbunden, ihr trotz der Unterstellung unter den russischen General v. wintzingerode Selb-
st�ndigkeit zu wahren, so wurde sie doch nicht erreicht. Andernfalls h�tte der sirinz sicherlich seine gesamten Reiter
und nicht allein das Branden burgische A�rassier- Regiment gegen Marmonts vordringende Bataillone gef�hrt 2. Mit
diesem Regiment sprengte er ein Karree und trieb den Gegner in der Richtung auf Starsiedel zur�ck. Vie branden-
burgischen K�rassiere begr��ten ihn fortan mit Hurra, sowie sie ihn sahen, und der K�nig verlieh ihm das Eiserne
Kreuz 2. Klasse s. Die <. Klasse verlieh der K�nig grunds�tzlich keinen� K�niglichen Prinzen, auch dann nicht, wenn
sie sich l�ngst als Gruppenf�hrer Ruhm erworben hatten. Anfangs schien es sogar zweifelhaft, ob ihnen die 2. Klaffe
zuteil werden w�rde. Bei einer Betrachtung hier�ber schreibt Prinz Wilhelm: �Vas Eiserne Kreuz w�re mir lieber
als das f)rmzsein>."
Vie Schlacht bei Bautzen und das Reitergefecht bei Haynau machte er wieder in Bl�chers Stabe mit. In der
Schlacht an der Katzbach begleitete er ihn, als er die Front der einzelnen Bataillone abritt, um die Mannschaft anzufeuern 6.
Auch als Bl�cher am ?. Oktober niit dem Kronprinzen von Schweden eine Besprechung �ber die Heeres-
bewegungen hatte, war der Prinz anwesende Von gr��erer Bedeutung war seine Beteiligung an einer zweiten
Besprechung, die am Morgen des 1.8. Oktober, des entscheidenden Tages der Schlacht von Leipzig, stattfand. Des
Kronprinzen von Schweden zweifelhafte Haltung verlangte gebieterisch eine Kl�rung der Sachlage. Es kam darauf
an, ihn zum �berschreiten der parthe links neben der schlesischen Armee zu bewegen. F�r den Fall, da� dies nicht
gelingen sollte, hatten der preu�ische General v.B�low und der russische General v. Wintzingerode sich bereit erkl�rt,
auch gegen den Befehl Bernadottes Vl�chers Offensive mitzumachen, und Prinz Wilhelm wollte n�tigenfalls als
Bruder des K�nigs das Oerf�gungsrecht �ber das Korps V�low beanspruchen, um es im Sinne der h�chsten Heeres-
leitung zu verwenden. Zu diesem Aeu�ersten kam es nur darum nicht, weil Bl�cher, wie immer, nur das Interesse
des Ganzen im Auge, dem zaudernden Oberbefehlshaber der Nordarmee das Korps tangerm abtrat In der V�lker-
schlacht ist der Prinz dann an Bl�chers Seite gewesen.
Endlich am 25. Oktober, w�hrend der Verfolgung der franz�sischen Armee, erhielt der tapfere Prinz em
Kommando. Er �bernahm, zun�chst vertretungsweise, den Befehl der 2. Brigade des Korps yorck an Stelle des bei
verwundeten Prinzen Karl von Mecklenburg. Nur Teile semer Brigade konnten schon an: 1- Januar
bei Ca �b �ber den Rhein gesetzt werden, Prinz Wilhelm blieb die Nacht auf der Znsel und konnte erst am 2. Januar
den Rest auf der inzwischen fertig gewordenen Pontonbr�cke auf das linke Ufer �berf�hren. Demn�chst wurde der
Prinz f�r den zu anderweitiger Verwendung bestimmten Generalleutnant v. H�nerbein zum Vrigadechef der 8. Brigade
ernannt und �bernahm als solcher den Befehl �ber die Avantgarde des Korps, die gleichzeitig die Vorhut der gesamten
schlesischen Armee bildete. Seine Anordnung f�r Aufkl�rung und Befehls- und Nachrichten�bermittlung waren, wie
1 schreiben an seine Gemahlin vom 28. Februar \&\n. Agl. HauZarchio.
�
3 v. Caemmerer, Geschichte des FriWahrsfeld-
zugeZ 48^3, II, S. 66 u. 337, Berlin J9O*), und o. Unger, Gneisenau, S. IN, Berlin )9^.
� * Schreiben an seine Gemahlin nom s.,
\0. und H- Mai ;�;5.
� * Desgl. vom s. 2Iprlt \a\3, � 6 Friederich, Geschichte des Heidftfeldzuges l�<3, 4. Vd., 5. (36, Berlin tgo3.
�
a 2chneil�awind, Prinz Wilhelm von Preu�en, 5.65, Verlin {BS6,
�
7 Friederich, a.a.O., S. I35ff. 0. Unger, 2l�ch�r, S. U'ff�/
Serlin 5308. Verselbe, Gneifenau, S. 238, Verlin *9H-
        
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