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König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

Full text: König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

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reifte, sollte der Aronpnnz sich Kleist anschlie�en, und traf am 6. November in Frankfurt a. M. ein. wo die beiden
Aaisci bereits ihren Einzug gehalten hatten.
Erst am erschien dort der K�nig, diesmal begleitet von dem am H. November zum Aavit�n bef�rderten
Prinzen Wilhelm, dessen sehnlicher Wunsch, auch ins Feld zu ziehen, nun endlich erf�llt wurde, �welch eine Freude,
ich gehe mit dem A�nige Zur Armee", hatte er ausgerufen, als am 20. Oktober bestimmt wurde, da� er, zun�chst zu
einer sechsw�chigen Probe, den Vater begleiten solle. Ani November fand sich auch Prinz Friedrich inFrankfurt
ein, blieb aber nicht dauernd im Hauptquartier, sondern wurde der schlesischen Armee zugeteilt.
Einen Vorgeschmack des Arieges bekam Prinz Wilhelm, als sein A�niglicher Vater am Dezember nach
einer Besichtigung des Aorckschen Korps mit ihm die vorvostenkctte vor Mainz beritt. Man kam bis auf HOO Schritt
an die feindlichen Vorposten, doch siel kein Schu�, was den jungen Prinzen �sehr �rgerte".
Am 3^. Dezember begleiteten den A�nig seine beiden S�hne nach Heidelberg und von da am Neujahrsmorgen
nach Sandhosen bei Mannheim. Man h�rte und sah das Gesch�tz- und Gewchrfeuer, ohne in seinen Bereich zu kommen.
Beim Gintreffen an Ort und stelle war die Schanze schon von den Russen Sackens genommen, die ihr Hurra ert�nen
lie�en. �Ein eigener Neujahrsanfang, aber ein ewig unverge�licher Tag f�r mich", schreibt der Prinz seiner Schwester
Charlotte. Linen tiefen Lindruck machten die vielen Toten und verwundeten aus sein empf�ngliches Gem�t, aber weder
das Erhebende noch das Traurige beeintr�chtigen die treffliche Beobachtung des noch nicht ganz siebcnzehnj�hrigen Prinzen.
Er schildert h�chst anschaulich, nennt die beteiligten Truppen und f�gt sogar ein Aroki der Nebergangsstelle in den
Vrief an seine Schwester ein 2. die sp�teren Schreiben enthalten streng sachliche Mitteilungen, die den geborenen
Soldaten erkennen lassen. Alle loben ihn auch wegen seiner stei�igen und inhaltsreichen Briefe. Am russischen
Neujahrstage sahen die Prinzen mit ihrem Vater der Parade der den Rhein �berschreitenden russischen Garden zu,
betraten selbst aber erst am den franz�sischen Boden.
Am 3^. Januar verzeichnet Prinz Wilhelm in feinem Tagebuchs �Morgen Schlacht. Wie mir bei dieser
Nachricht zu Mute wurde, kann ich nicht beschreiben; der langersehnte Augenblick war endlich gekommen." Es war
die Schlacht bei ka Rothi�re, die bevorstand. Die Prinzen begleiteten am Februar den A�nig im wagen nach
Bar sur Aube, wo sie zu Pferde stiegen und unter dem Gesch�tzdonner des sich bereits entspinnenden Aampfes den Kaiser
Alexander aufsuchten, den sie auf einer h�he in der Gegend von Trannes fanden. Man hatte dort eine gute Uebersicht
und der Platz wurde den Tag �ber nicht verlassen. �Da ich alle Rapports mit anh�rte, so konnte ich dem ganzen
Gange der Schlacht recht gut folgen. Die erste Schlacht war mitgemacht, aber leider in gro�er Entfernung, ohne eine
Auge! geh�rt zu habend" Am n�chsten Tage begleiteten beide Prinzen ihren Vater nach Vriennc, das gerade vom
Feinde ger�umt wurde, w�hrend des im Schlosse abgehaltenen Ariegsrats besch�ftigten sie sich, ihrem Alter angemessen,
h�chst n�tzlich mit dem Teeren einiger Flaschen Champagner, die �mit den, Degen gek�pft" wurden, auf Bl�chers
Wohl und beobachteten von der Schlo�terrasse den Abzug der Franzosen. Dann ritten sie mit den Herrschern nach
kassicourt, wo die franz�sische Nachhut den Abzug �ber die voirebr�cke deckte, und Prinz Wilhelm h�rte �die ersten
�ugeln pfeifen". Der �ltere Bruder kam sich bereits kriegsgewohnt vor und konnte die Bemerkung nicht
unterdr�cken, da� es nur zwei gewesen seien und da� sie den Bruder sehr freuten, �jetzt, da sie ausgepfiffen haben".
Prinz Wilhelm aber hatte bescheiden nur die Tatsache berichtet und in seiner Wahrheitsliebe hinzugef�gt, am
Schlachttage sei man zu weit entfernt gewesen, um dergleichen zu h�ren. So grundehrlich und verst�ndig zeigt
er sich in allen seinen Briefen und Aufzeichnungen. Ueber das weitere vorreiten �bis ganz vorne vor" zu den
Bayern w�hrend der fortdauernden Aanonade fagt der Prinz noch: �Ich h�tte gern gesehen, wenn sie ein bischen
losgeknallt h�tten, denn wir waren im kleinen Gewehrschu�; aber da Papa dabei war, so war es mir doch lieb,
da� es nicht geschah." Im Schneesturm bei eisiger Aalte wurde der R�ckweg angetreten, in Trmmes bestieg der
1 Granier, a. a. �., S. ;62ff. � � A.a. �., S. (7^ff.; Dechend, 3. Veiheft zum Milit�r-Wochenblatt ;sy?, S. (23; Berner,
S. 6ff. In der Folge wird ein fur allemal nur Berner zitiert.
�
a Semer, a. a. V., S. 8. � * A. a. <&., S. 9.
        
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