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König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

Full text: König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

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kennzeichnende Bemerkung: �Ich wiederhole nur, da� man in diesem Augenblick nicht blo� patzig einreden, fondern auch
im Handeln sein m�ge; denn ebenso rasch, als unsere Aktien steigen, wenn Napoleon uns, d. h. der Hauptarmee den
R�cken zeigt, ebenso schnell fallen sie wieder, wenn er sich uns gegen�berstellt." Die Hauptarmee machte eine kleine
Vorw�rtsbewegung. Napoleon hatte sich, bei ?aon geschlagen, ohne da� die Sieger den Erfolg ausnutzten, von der
schlesischen Armee abgewandt und erschien bei 2lrcis sur Aube auf dem rechten Ufer des Flusses, nachdem U)rc6c am
20. M�rz den (Drt auf Befehl ger�umt hatte. Schwarzenberg entschlo� sich, den Gegner beim Uebcrgange �ber den
Flu� anzugreifen und zog die verf�gbaren Cette des Heeres dazu heran. Ver K�nig und der Zar fanden sich gegen
Mittag ein und sahen der sich entwickelnden Schlacht von der H�he von Z?Tcsnil Lettre zu, am n�chsten Cage, an dem
der Kampf fortgesetzt wurde, weiter vorw�rts von der H�he Mesnil la (Comtesse. Napoleon gelang es, mit seinen
an Zahl weit unterlegenen Kr�ften die Schlacht abzubrechen, um sich � als letzte Aushilfe � gegen die r�ckw�rtigen
Verbindungen feiner Gegner Zu wenden. Ader dieses einst fo wirksame Mittel hatte seine Kraft verloren. Am
23. M�rz sprach Sdjt�arjenberg in Uebereinftimmung mit dem Zaren und dem K�nige den gleich nach der
Schlacht gefa�ten Entschlu� 1 zur Bereinigung mit Bl�cher zu geineinsamer Angriffsbewegung aus. Am 2<{.
wurde auf dem Marsche der den Feldzug entscheidende plan zum schnellen Marsche auf paris entworfen, w�hrend
Napoleon nur durch Kavallerie verfolgt werden sollte. Es bleibt strittig, von wem der selbstverst�ndlich gewordene
Gedanke ausging. Viele beanspruchen dieses Verdienst f�r sich, � nur der bescheidene K�nig nicht, der ihm
indessen r�ckhaltlos zustimmte. Die �V�lkerwanderung nach paris", jene alte Forderung Bluters und Gneisenaus,
kam nun endlich in Flu�.
Am 25. gewann man mehr F�hlung mit den vor der Front der schlesischen Armee zur�ckgebliebenen
schwachen Korps Marmont und Mortier, die durch den Vormarsch der Hauptarmce von ihrem Kaiser getrennt
waren. Schwarzenberg traf Anstalten, ihnen auch den Abmarsch nach Paris zu verwehren. Dadurch entspann
sich das Gefecht bei Fere Champenoise. Auf den Kanonendonner eilten K�nig Friedrich Wilhelm und Aaiser
Alexander herbei, um sich der vom Kronprinzen von W�rttemberg gef�hrten Heere^vorhut anzuschlie�en. Da
h�rte man auch von r�ckw�rts Gesch�tzfeuer und nahm eine feindliche Kolonne wahr � es waren zwei von
russischer Kavallerie der schlesischen Armee verfolgte schwache franz�sische Divisionen. Die beiden Herrscher lie�en
eine russische Batterie heranholen, die ihr Feuer gegen die Franzosen er�ffnete und noch allm�hlich verst�rkt wurde,
vergebens bem�hten sich der menschenfreundliche K�nig und der Zar dem Blutbade Einhalt zu tun, indem sie
den Gegner zur Waffenstreckung auffordern lie�en. Die beiden Divisionen wurden vernichtet, aber den Hauptkr�ften
gelang der Abmarsch auf Paris.
Am 29. M�rz waren die Verb�ndeten so nahe an der Hauptstadt, da� sie sich ihrer noch vor der Ankunft
Marmonts und Mortiers h�tten bem�chtigen k�nnen, aber dem Zaren lag daran, an der spitze der Garden in Paris
einzuziehen, � darum mu�te die schlesische Armee Ruhetag halten und jenen den Weg frei machen. Die Preu�en
yorcks nahmen zu beiden Seiten der Stra�e Aufstellung und begr��ten ihren K�nig, den sie zum erstenmal auf
franz�sischem Boden sahen, n�t donnerndem Hurra. Er aber ritt stumm vor�ber. Niemand wei�, was in seiner Seele
vorging: vermochte er das rechte wort f�r die Gr��e des Augenblickes nicht zu finden, verletzte ihn das abgerissene
Aeu�ere der tapferen M�nner, war es noch nicht �berwundener Groll gegen Horck, gedachte er der nicht unverschuldeten
Niederlagen der schlesischen Armee im Februar? � Den Prinzen Wilhelm bek�mmerte seines K�niglichen Vaters
Schweigen tief, und noch im hohen Alter hat er der schmerzlichen Empfindung Ausdruck verliehen 2.
Am 30. M�rz erfolgte der Angriff auf Paris, den die beiden Herrfcher von der H�he von Romainville, da wo
sich jetzt das Fort gleichen Namens befindet, beobachteten. Am sp�ten Nachmittage machten Unterhandlungen deni
blutigen Kampfe ein Ende, der K�nig nahm sein Hauptquartier in pantin, an: 3^. r�umten die franz�sischen Truppen
die Hauptstadt, und wenige Stunden sp�ter hielten die beiden Herrscher mit Schwarzenberg ihren feierlichen Einzug,
1 Hake den 23. M�rz an Hardenberg. Geh. Staatsakte Rep, 74, O. Ap. 18, IV. � a u. Vremen, Franfecky, 5. 305.
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