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König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

Full text: König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

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�bernommen, �lurc?? feinen Pormarfdj bedrohte er Vl�cher in der rechten Flanke, seine eigene ?age aber wurde viel
gef�hrlicher, weil er sich in eine Sackgasse begab. 3m Hauptquartier war man noch nicht geneigt, diesen Vorteil aus*
zunutzen, Vl�chers Initiative wurde sogar als unbequem empfunden. Noch w�hrend der Er�rterungen hier�ber griff
Napoleon Vl�cher am 29. Januar bei Vricnne an. R�ch unentschiedenem Kampfe zog er sich in der Nacht auf
Trannes zur�ck, um der Hauptarmee n�her zu sein. W�hrend Napoleon zwei Cage bei Vrimne stehen blieb, um
Verst�rkungen heranzuziehen, verschlechterte sich seine Cage durch die Bewegungen feiner Gegner. Endlich zeitigte die
Uneinigkeit im Hauptquartier und das Ueberwiegen politischer Gesichtspunkte eine merkw�rdige Aushilfe. 23l�^er
wurden zu einem Angriff mit den bereiten Truppen der schlesischen Armee zwei Korps der Hauptarmee zur Verf�gung
gestellt, wie einem Schauspiel sah das Hauptquartier der sich am 5. Februar entwickelnden Schlacht von ta Rothiere
von den H�hen von Trannes zu, � mit gemischten Gef�hlen: Schwarzenbcrg, durch die Politik feines Kaifers und
Metternichs gebunden, von den beiden andern Herrschern angefeindet, hatte sich selbst von der Schlachtleitung aus-
geschaltet, Preu�ens K�nig war tief verstimmt, offenbar in unrichtiger Auffassung �ber den Charakter des Gefechts
von Vrienne befangen und nichts weniger als hoffnungsfreudig. Eine Einwirkung hatte er nicht, denn obwohl sein
�ltester General den Befehl f�hrte, waren feine preu�ischen Truppen au�er f�nf Schwadronen des Streifkorps des
Prinzen Viron von Kurland zur Stelle. Schwarzenberg, korrekt und taktvoll, hielt sich gleichfalls zur�ck, nachdem er
einmal Vl�cher den Vefehl �bergeben hatte, der Zar aber griff unzweckm��ig in die Verwendung der Garden und
Reserven ein. Bl�cher erfocht einen Sieg �ber Napoleon, den ersten auf franz�sischem Voden. Seine Wahl hatte sich
als eine �beraus gl�ckliche erwiesen, nicht da� seine Schlachtleitung eine so hervorragende gewesen w�re,
�
seine
Pers�nlichkeit war es, die alle elektrisierte, das Vertrauen zu dem alten Helden zog auch die (Entfernten heran.
In der Front griffen die Russen die bei ?a Rochiere stehenden Franzosen an, auf dem linken Fl�gel k�mpften
mit gro�er Tapferkeit die Gesterreicher unter Gyulay, auf dem rechten griff der Kronprinz von W�rttemberg unter
schwierigen Verh�ltnissen verst�ndnisvoll ein, und aus eigenem Entschl�sse erschien IPre6e mit Bayern und Vesterreichern
in der linken Flanke des Feindes und trug dadurch sehr wesentlich zur Entscheidung der Schlacht bei, Napoleons Heer
w�re vernichtet worden, wenn man ihm nicht �goldene Vr�cken" gebaut h�tte, � eine Verfolgung unterblieb. Die
Monarchen, die den ganzen Tag �ber ihren Aufenthalt nicht gewechselt hatten, verlie�en das Schlachtfeld uni 9 Uhr
abends, des Erfolges noch unsicher. Auf die Meldung eines jungen Offiziers �Die Schlacht ist gewonnen," erwiderte
der K�nig: �Ja woher wissen Sie denn das'?" Als dann Vl�chers Adjutant Nostiz den Sieg best�tigte, war er
sehr erfreut und meinte, �da� man dem sich zur�ckziehenden Feinde nicht mit zu gro�er Vorsicht folgen m�sse 2 ". ?r
war also, wie am Ausgange der Schlacht bei Leipzig, von der Notwendigkeit der Verfolgung durchdrungen, doch fehlten
ihm die Mittel dazu.
Napoleon vermochte den R�ckzug auf das linke Aubeufer auszuf�hren; auch am 2. Februar unternahmen die
Verb�ndeten nichts Entscheidendes. Ver A�nig und der Zar, am fr�hen Morgen durch Kanonendonner geweckt,
wohnten mit Schwarzenberg einem Teile der K�mpfe gegen die abziehenden Franzosen bei, dann folgte 9 vormittags
ein Ariegsrat im Schlosse von Vrienne, in dem der weitere Vormarsch auf f)aris beschlossen wurde. Vl�cher durfte
mit feiner Armee seinen eigenen Weg l�ngs der Marne nehmen. Nachdem diese Beschl�sse gefa�t waren, ritten der
A�nig und der Zar nach Tassicourt zu wrede, der sich vergeblich bem�hte, sie aus dem Gefahrsbereich zu entfernen.
Die Hauptarmee marschierte auf Troyes, wo am 8. Februar auch der A�nig und der Zar eintrafen. Allm�hlich
gewann man Alarheit �ber die schweren Niederlagen, die Vl�cher inzwischen an der Marne erlitten hatte. Das gleich-
zeitige Stillstehen der Hauptarmee, die Schwarzseherei Anesebecks, der in diesem daf�r ung�nstigsten Augenblick den
Abschlu� eines Friedens bef�rwortete, und ein amtlicher Bericht �ber die v�llige Ersch�pfung der Mittel Preu�ens
belasteten des A�nigs f�r tr�be Eindr�cke allzu empf�ngliches Gem�t. Vie Diplomaten, mit Ausnahme der russischen,
waren s�mtlich f�r den Frieden, und Metternich stellte einen auf die Isolierung Ru�lands hinzielenden Antrag. Aaiser
1Erz�hlung Kaiser Wilhelms in W. v. Bremen, Denkw�rdigkeiten des Generals ?. v. Fransecky, 5. 504, Verlin \$\3.
2 Tagebuch &es General? Grafen c, Z�0I�13 in �Ariegsgeschichtliche Einzelschriften", Heft 5, S. 84, Verlin (88^.
        
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