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König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

Full text: König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

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bei Haynau �berfiel er die franz�sische Division Saison und hieb sie Zusammen, wie sein K�nig wollte er zeigen,
da� Me Preu�en nicht geschlagen seien.
(Bneifeuau flatte die Hoffnung auf eine Unterbrechung des R�ckzuges an den bei Schweidnitz angelegten Ver-
schanzungen noch nicht aufgegeben. Der Zar erwies sich allen Vorstellungen, da� diese Stellung in Anlehnung an die
Festung stark genug und ein R�ckmarsch hinter die Vder nicht n�tig fei, unzug�nglich, wahrend K�nig Friedrich
Wilhelm, der inzwischen selbst bort eingetroffen war, die Richtigkeit der Auffassung GneiscnauZ anerkannte, aber meinte;
�Die 3ache ist leider nicht zu �ndern, die Russen wollen es nicht anders 1." Bl�cher und (Sneifenau haben dann,
unterst�tzt von Hardenberg, energisch gegen eine Fortsetzung des R�ckzuges �ber die Oder Stellung genommen im
Gegensatze zu Anesebeck, der in einem weichen bis an die Weichsel nichts Bedenkliches fand. Am H. Juni stellte
Gneisenau dem A�nig nochmals dringend vor, da� man die Muffen h�chstens bis Streben begleiten d�rfe. Der an
demselben HIage zu pl�stm^ abgeschlossene und am n�chsten Morgen von den Monarchen im Predig erHause von
Vber-Gr�ditz unterzeichnete Waffenstillstand ersparte Friedrich Wilhelm die Entscheidung zwischen den rein milit�rischen
Anforderungen, denen er im Herzen zustimmte, und denen der Politik. Auch die Zustimmung zum Waffenstillstand
mu� ihm Neberwin�img gekostet haben, doch war er von der Notwendigkeit �berzeugt, wie der zuverl�ssige Hippen
berichtet, beurteilte er die Tage der Dinge mit dem gewohnten ruhigen Scharfblick am richtigsten, und oft sind damals
im Streite der Meinungen feine Worte wiederholt worden: �Alldiese �ber den Waffenstillstand Unzufriedenen werden,
wenn er zu Ende geht, mit ihren Kriegs anfta?ten noch nicht fertig sein und die Verl�ngerung w�nschen." Er hat
bann auch in einem Erla� die Notwendigkeit begr�ndet, �die kurze Zeit auszunutzen, um so stark zu werden, da� wir
auch unsere Unabh�ngigkeit erk�mpfen". Der Waffenstillstand wurde zu einer Zeit flei�iger, fast fieberhafter Arbeit
auf organisatorischen: Gebiete, neue Truppenteile wurden aufgestellt, und die Landwehr fing erst jetzt an, ernste Fort-
schritte zu machen. Mit Scharnhorsts, wenn auch nur als zeitweise angesehenem Ausscheiden fehlte eine einheitliche
Hand zur Teilung von Organisation und Heeresbewegungen, soweit von einer solchen auf preu�ischer Seite die Rede
fein konnte, weniger seine amtliche Stellung als bas ganz pers�nliche Vertrauen seines k�niglichen Herrn hatte seinen
Einflu� gest�tzt. Niemand erkannte seine Unersetzlichkeit besser als der Fl�geladjutant Major von Chile, dem ungef�hr
die heute dem Chef des Milit�'rkabinetts zufallenden Gesch�fte oblagen. Er beantragte beim K�nige eine Trennung
der Gesch�fte dura? Schaffung von zwei Stellen, eines kommandierenden Generals oder wenigstens eines General-
auartiermeister-, und f�r die Verwaltung eines beim K�nige verbleibenden Chefs des Rriegsoepartements. Des trefflichen
Chile mit bewundernswerter (Offenheit und W�rme vorgetragener Vorschlag wurde vom K�nig, dem mit dem Waffen-
stillstand ein guter Teil feiner Frische abhanden gekommen war, nur unvollkommen angenommen. Gneisenau erhielt
zwar den Titel eines �Generalquartiermeisters der Armee", doch fehlte die einheitliche preu�ische Armee, sie blieb
zerst�ckelt. Gneisenau blieb, nachdem er w�hrend des Waffenstillstandes die schlesische kandwehr organisiert hatte, bei
Vl�cher, und beim K�nige fiel fortan au�er den, Vortrage �ber die Heeresbewegungen auch der �ber veiwaltungs-
angelegenl^eit Anesedeck zu. Hierin lag der Keim f�r so manchen Fehlgriff. Trotzdem wuchs der preu�ische Einflu�
bis zu einem gewissen Grade dadurch, da� Bl�cher nun den st�rksten preu�ischen Heeresteil befehligte, und da� Gneisenau
somit erheblich auf die Gesamtoperationen einzuwirken vermochte. Er hatte selbst nicht in des K�nigs unmittelbarer
Umgebung bleiben wollen �, mit Recht, beide Naturen pa�ten nicht zusammen.
wie gleich nach der gro�en Niederlage des Jahres 1.606, so s�umte auch jetzt Friedrich Wilhelm nicht, die
neuesten taktischen Erfahrungen f�r das Heer nutzbar zu machen. Sein Einflu� auf die vom August datierte
�Instruktion f�r die Commandeurs, Brigadechefs und Brigadekommandeure^" tritt bei einem Vergleiche mit seinen fr�heren
Aufzeichnungen und Anweisungen unverkennbar hervor. Dieselben gro�en Gesichtspunkte lassen sich in beiden erkennen.
1 Nach einer am 8. ;gI8 von General von Griesheim niedergeschriebenen m�ndlichen Mitteilung des Generals R�hle
port lilienstern im AriegZarchio I,E. 59, ausf�hrlich erz�hlt in meinem �K�nig Friedrich Wilhelm in. in der Zchlacht", ?. (�9ff. �
1 0. Hippel, Beitr�ge Zur Charakteristik Friedrich Wilhelms HIV 3. 85, Vromberg \&
    
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