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König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

Full text: König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

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aufgegeben, als bas Verharren des K�nigs von Sachsen im V�ndnis mit Napoleon Torgau den Franzosen �ffnete.
?$ entstand die Frage, ob vor der R�umung Sachseng noch eine Schlacht anzunehmen sei, wie Wittgenstein es von
vornherein, und zwar bei Bauten beabsichtigt hatte. Der K�nig w�rdigle Me von Hardenberg in �bereinstimmung
mit Gneisenau hervorgehobenen politischen und moralischen Gesichtspunkte und stimmte trotz Knesebeck f�r die
Schlacht. Er wu�te, da� seine Truppen sich auch im schlimmsten Falle so schlagen w�rden, da� Vesterreichs und
Europas Achtung ihnen gesichert blieb. Der �sterreichische Minister Graf Stadion, der nun im Hauptquartier eintraf,
vermochte sich dem Eindruck i�er �gro�en Festigkeit" bis K�nigs nicht zu entziehen. Ein politisches Programm der
drei M�chte wurde aufgestellt.
Die Verb�ndeten stellten sich auf dem linken Ufer der Spree bei Vautzen bereit. Ver eine n�rdliche Kolonne
befehligende Marschall Ney r�ckte gegen die rechte Flanke der Verb�ndeten vor. Am Mai nachmittags beobachteten
die Herrscher von einer Schanze, bei der Stadt und dann vom Stadtturme und vom oberen Stockwerke des Schlosses Grten-
b�rg eine t>o,,l linken Fl�gel aus unternommene russische Erkundung. In der folgenden Nacht wurde Barclay mit
seinem Korps und dem seinem Vsfehle unterstellten Korps Horck Ney entgegengesandt, wich aber nach einem bei K�nigs-
wartha errungenen Erfolge vor der Uebermacht nach dem rechten Fl�gel der Aufstellung zur�ck. Am 20. schritt Napoleon
zum Angriff. Eine heftige Kanonade veranlagte die Monarchen, den Mittaastisch zu verlassen und sich schleunigst
nach der h�he zwischen Kubsch�tz und Ienkermtz Zu begeben. Wittgenstein war von der Schlachtleitung so gut wie
ausgeschaltet, Kaiser Alexander befahl selbst, von Diebitsch und Knesebeck beraten. Als das Gefecht auf den: rechten
Fl�gel begann, wo Vl�cher befehligte, begaben sich der K�nig und der Zar auf kurze Zeit zu ihm nach den Kreckwitzer
h�hen. Friedrich Wilhelm w�nschte, dem dicht an die Spree vorgeschobenen und hart umdr�ngten Kleist Unterst�tzung
zu gew�hren, doch mu�te sich dieser, vom Feinde umfa�t, zur�ckziehen, und auf dem linken Fl�gel gingen die Russen
in die vorher ausgew�hlte hauptstcllung zur�ck. Her erst in der Dunkelheit aufh�rende Kampf blieb unentschieden.
Trotzdem war man im Hauptquartier der Verb�ndeten zufrieden und sah dem n�chsten Tage mit Zuversicht entgegen.
Napoleon setzte den Angriff am 25. fort, und Neys Einwirkung gegen die rechte Flanke wurde immer wirksamer und
gef�hrdete den rechten Fl�gel der Frontlinie, den Vl�cher befehligte. Vergeblich schlug der A�nig vor, durch eine Rechts-
schicbung der russischen Mitte die tage zu bessern. Unter diesen Umst�nden blieb nichts �brig, als Knesebecks Rat
zu folgen und die Schlacht rechtzeitig abzubrechen, bevor eine volle Umfassung die Vernichtung anbahnte.
Das Abbrechen gelang vollst�ndig, der R�ckzug vollzog sich in ausgezeichneter Grdnung. Der Zar gab,
nachdem er die Schlacht so wenig zweckm��ig geleitet hatte, den Vefehl wieder an Wittgenstein ab. kange ritten die
Herrscher, die im Artilleriefeuer ausgeharrt und zuerst nur ihre Begleitung zur�ckgeschickt hatten, schweigend neben-
einander, bis der A�nig sich in den Worten tust machte: �Ich habe anderes erwartet. wir hofften, nach Westen zu
gehen, und gehen nun nach Vsten." Nach einem Beschwichtigungsversuche Alexanders fuhr er fort: �wenn Gott
unseren Anstrengungen seinen Segen erteilt, so werden wir vor der ganzen Welt das Gest�ndnis ablegen m�ssen, da�
wir nur ihm allein den Ruhm des Erfolges zu danken haben." wieder hatte Friedrich Wilhelm bewahrheitet, was
Stein, gewi� ein nicht zu seinen Gunsten voreingenommener Veurteiler, einmal von ihm gesagt hat: �Der K�nig ist
der Einsichtsvollste und Gescheitest� von allen", er war nicht geh�rt worden und er hatte nicht die Macht, seine bessere
Einsicht dem kaiserlichen Freunde gegen�ber durchzusetzen. Sein Gottvertrauen war echt, aber die herbe, berechtigte
Kritik in jenem Ausspruche ist doch unverkennbar.
Aus dem Nachtquartier Reichenbach wurde am 22. Mai der R�ckzug nach (auban fortgesetzt. In einem
Tagesbefehl vom 23. suchte der K�nig seine Truppen zu beruhigen, die das abermalige weichen nicht verstehen wollten,
und spendete ihnen und ihren F�hrern reiches tob. Schon vorher hatte er die Aufgabe der Einschlie�ung von
Glogau vorbereitet.
Am 26. erfolgte eine neue � abermals unklare � Regelung des Oberbefehls. Er wurde formell Varclay
�bertragen, doch sollte dieser im Hauptquartier bleiben, das hei�t der Zar behielt sich alles selbst vor. Vl�cher erhielt
den Vefehl �ber die Truppen des rechten Fl�gels. An demselben Tage f�hrte Vl�cher ein k�hnes Reiterst�ck aus.
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