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König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

Full text: König Friedrich Wilhelm III. und die preußischen Prinzen in den Befreiungskriegen 1813 - 1815

8vielen befehlslustigen Kr�fte, die sich 311 bet�tigen strebten, nicht Herr. Nur der Herrscher, dessen kandeskindcr die
k�mpfenden Truppen waren, hielt sich in klarer Erkenntnis des Unheils eines vielk�pfigen Befehls zur�ck und stellte
sogar zwei seiner Fl�geladjutanten Wittgenstein zur Verf�gung.
Nach Er�ffnung eines �berlegenen Arlilleriefeuers gegen Gro�-G�rschen wurden die drei Angaben Vl�chers
nacheinander gegen die D�rfer eingesetzt, � diese Vereinzelung war Wittgensteins Schuld. Die auf dem linken Fl�gel
stehende preu�ische R�serverai? ali?ne wurde durch das Erscheinen des Feindes bei Starsiedel gef�hrdet, aber die Russen
hielten sich noch �berall zur�ck. General Valkonski lie� sogar dem nachr�ckenden Teile des Heeres sagen, Eile sei nicht n�tig.
Vas Eintreffen Napoleons bei Aaja gab der Schlacht eine neue Wendung. Mit gro�er Tapferkeit waren
die D�rfer von den Preu�en genommen und wieder genommen worden. Dort und in den beiden G�rschen stritten
die preu�ischen Garden unter General v.R�der. Vei ihnen befanden sich der Kronprinz und Prinz Friedrich von Preu�en.
Den A�nig litt es nicht mehr auf dem Monarchenh�gel, weit kenntlich auf seinem leuchtenden Schimmel, ritt er nach
Aaja hinein, wo der Aampf am erbittertsten tobte. Als Major v. Block ihm meldete, da� sein F�silier- Bataillon
sdes Garderegiments zu Fu�) das Dorf nicht mehr halten k�nne, da es ganz als Sch�tzen aufgel�st und keine Reserve
da sei, begab er sich an das andere Ende des Grtes. Erst als die franz�sischen Sturmkolonnen nur noch h�chstens
80 Schritt von ihm entfernt waren, ritt er langsam zur�ck, besuchte andere Teile des Gefechtsfcldes und kehrte an.
Abend auf den Monarchcnh�gcl zur�ck^. Bo^en, der sonst den� A�nige gegen�ber ungemein kritisch ist, r�hmt als
Augenzeuge sein kaltes Vlut �und jene kriegerische Haltung, die ihn wirklich auszeichnet, man sah, da� er durch das
Preisgeben seiner Person den Truppen ein Beispiel geben wolle . .. Als unsere keute sich so heldenm��ig in den
D�rfern schlugen, lie� er, fortgerissen von innerer Empfindung, die Z�gel fallen, rieb sich die H�nde und sagte: ,Nun
mag es in Gottes Namen werden, wie es will, ein Auerstedt wird es nicht', und wirklich schien es, als wenn von
diesem Tage ab der A�nig mit etwas weniger Besorgnis in die Zukunft blickte 2". jedenfalls hatte er das volle
vertrauen zum Heere wiedergewonnen. Als der A�nig sich nach dem verlassen von Aaja nach dem linken Fl�gel
wandte, befahl er dem Gberst v. Voyen, halten zu bleiben und alle Meldungen inEmpfang zu nehmen. Er erinnerte
sich wohl daran, wie sch�dlich bei Auerstedt die Unkenntnis des Standpunktes des Befehlshabers gewirkt hatte. Hier
f�hrte er nicht den Befehl, aber der Augenblick konnte kommen, in dem er gen�tigt war, unmittelbar �ber seine
Preu�en zu verf�gen.
Nachdem auch Rahna, Alsin
-G�rschen und ein Teil von Gro�-G�rschen in die H�nde der Franzosen gefallen
waren, wurde H Uhr nachmittags das Aorps Horck eingesetzt, das russische Aorps Berg, das gleichfalls vorging, dagegen
wiederzur�ckgenommen. Nach lange hin- und herwogendem Aampfe hielten die Preu�en bei Eintritt der Dunkelheit
nur noch Gro�-G�rschen. Die Schlacht blieb unentschieden. Auch ein sp�ter k�hner Angriff Bl�chers mit einem
Teile der Kavallerie vermochte keine Entscheidung herbeizuf�hren. Doch gen�gte er, den Gegner vom Nachdringen
abzuhalten. Als Bl�cher in der Nacht �ber das Schlachtfeld zur�ckritt, erschien es ihm unfa�bar, da� die Verb�ndeten
es ger�umt hatten.
Wie Bl�cher, so nahm auch der A�nig die Schlacht f�r einen Sieg. Im Nachtquartier in Groitzsch setzte er
sich in bester Stimmung zu Tisch und konnte nicht aufh�ren, �die Bravheit der Truppen mit freudiger Dankbarkeit
anzuerkennen". Er und seine Umgebung �gingen in der festen Meinung schlafen, da� am andern Morgen das Gefecht
fortgesetzt werden w�rdet". Und die Preu�en hatten in der Tat sich voll und ganz bew�hrt, mit Recht durften sie sich als
Sieger ansehen, von den russischen Aorps hatte sich fast nur dasjenige des tapferen und einsichtigen Herzogs Eugen von
W�rttemberg ernstlich beteiligt. Die Ueberzeugung von einen: preu�ischen Siege hat der A�nig sich auch durch den folgenden
R�ckzug nicht rauben lassen. Noch am 5. Mai schrieb er seinem in Breslau zur�ckgebliebenen Sohne, dem Prinzen
Wilhelm: �Genug, da� wir nach einem f�rchterlichen Aampf das Schlachtfeld behauptet haben, das der Feind in der
Nacht verlie�. Die Armee hat �ber alle Begriffe, �ber alle Vorstellung und mit einer Ausdauer und Ergebung
1Nach Graf Henckel Pott Domiersmarck, Erinnerungen aus meinem ?ebcn, 3. 83, Zerbst l�^e. � a Zl'xppolb, (Erinnerungen ans
dem teben des Generalfeldmarschalls v. Voyen, 3 33&*/ S. 39, Leipzig ;k6i-�l�?n.
� �
Hmckel v. Vonnersmarck, a. a. G., 5. ;85ff.
        
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