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Zum Hohenzollernjubiläum 1915. Der Krieg 1915

Full text: Zum Hohenzollernjubiläum 1915. Der Krieg 1915

XI
In eben der Zeit, 100 in Italien die Dinge auf den Bruch zutrieben, hatte au der Ostfront eine neue und
�beraus folgenreiche Bewegung eingesetzt. Sie wurde zuerst fichtbar in einem �berraschenden Vorsto�, den die Armee
?)in6enburgs nach Aurland unternahm, Sie r�ckte Ende April in breiter Front gegen die Eisenbahnlinie tibau �
D�naburg vor, nahm nach erfolgreichen K�mpfen am 5. Mai Schauten (5d?atr>li) und ging gegen Mitau vor. ?s
war eine Bewegung, die zwar auch selbst�ndige Zwecke �erfolgte, zugleich aber dazu bestimmt war, oie Aufmerksamkeit
der feindlichen Heeresleitung von der Stelle abzuziehen, an der der eigentliche Hauptsto� gef�hrt werden follte. Diese
Stelle war die russische Front in Ivestgalizien, an Dunajec und Biala. Der �sterreichische Generalstabschef Freiherr
von Conrad halte mit richtigem Blick erkannt, da� hier infolge der besonders reichlich vorhandenen Eisenbahnverbindungen
eine g�nstige Gelegenheit f�r den unbemerkten Aufmarsch gro�er Cruppenmassen gegeben sei, und der deutsch?
Gencralstabschef von Falkenhayn verstand es, mit k�hnem Wagemut und gro�en: Geschick, ohne Aufsehen so viel
Truppen aus der Westfront herauszuziehen und sonst verf�gbar zu machen, als zu einem durchschlagenden Angriff
an dieser Stelle n�tig waren. 3n aller Stille, vom Feinde unbemerkt, wurde so eine starke Armee samt reichlichen,
Gesch�tz inH)cftgati3ien versammelt; und w�hrend die russische Heeresleitung gespannt die Tage imNorden beobachtete
und Verst�rkungen dorthin sandte, begann pl�tzlich am 2.Mai fr�h um 6 Uhr auf der ganzen Einte von (Sorlice
bis Carnotp eine ungeheure Aanonade aus \500 Gesch�tzen als Vorbereitung eines Angriffs, der um Uhr auf
der ganzen Front einsetzte. Generaloberst von Mackensen leitete diese gro�e Durchbruchsschlacht, die ;o Cage hindurch
anhielt. Der �berraschte Gegner wurde von Stellung zu Stellung zur�ckgedr�ngt, von Dunajec und Viala �ber den
Ivisloka, von da weiter bis �ber den San; es war ein best�ndiges K�mpfen und Vordringen, das nun auch die
Stellung der Russen in den Aarparthenp�ssen unhaltbar machte, die von dort zur�ckstrebenden Truppen in die allgemeine
R�ckzugsbewegung verwickelte und so allm�hlich fast ganz �Falizien dem Feinde entri�, der unter ungeheuren Verlusten
immer weiter zur�ckweichen mu�te. Am \^. Mai erreichte die Vorhut der Verb�ndeten f)rzemysl; nach heftigen
K�mpfen in der n�heren und weiteren Umgebung wurde die Festung am 3. Juni wieder eingenommen. Am 3^. Mai
war die wichtige Stellung von Stryj erst�rmt worden, am 9.Juni wurde die Grobes Stellung erobert, am 22. Juni
war Cemberg im Besitz der Verb�ndeten. Mackensen wurde zum Feldmarschall ernannt.
Inzwischen hatten die Russen gegen�ber den fr�her schon erw�hnten Fortschritten der Verb�ndeten in der
Bukowina seit Ende April die f�r den Angriff auf Aonstantinovel bestimmte, bei Vdessa gebildete Armee heran-
gezogen und waren im Mai vom Dnjestr bis an den f>ruth vorgedrungen. Hier aber kam ihr Gegenangriff seit den:
20. Mai zum Stehen; Durchbruchsversuche bei Rolomca scheiterten. Im Juni drangen die Verb�ndeten auch hier
wieder vor; Ende des Monats �berschritt Anfingen den Dnjestr.
Im Norden, in Aurland, war von der Hindenvurg-Armee am 7. Mai kibau genommen worden; am 59. Mai
wurde ein gro�er Vorsto� der Russen s�dlich des Ni�men bei Schaki abgeschlagen; die Deutschen behaupteten sich in
Titanen wie in Aurland. Ihre Front war jetzt in Aurland durch die Windau bezeichnet, verlief weiter s�dlich auf
dem Gstufer der Dubissa, weiterhin vor der kinie Njemen, Bobr, Narew, westlich der Weichsel an der Vzura-Rawka-
Tinie; weiter s�dlich schlo� sich die Stellung der Gesterreicher an der f)ilica an; die Nidafront der Russen in S�dpalen
war seit dem Mai auch ins Wanken geraten.
Nach der gro�en Durchbruchsschlacht in westgalizien setzt wiederum, aus �hnlichen Motiven wie fr�her, auf
der Westfront ein gro�er franz�sische englischer Durchbruchsversuch ein, mit unbemerkt herangef�hrten Verst�rkungen und
unter starker Artillerievorbereitung, in einer Frontbreite von 30 1cm, s�dwestlich von kille bis Arras. Er gipfeil in
der sogenannten torettoschlacht vom 9. und Mai. Es gelang den Gegnern am ersten Tage zwischen Carency
und Neuville etwa 3 Km in unsere Stellungen einzudringen, aber am Mai wurden dann die Angriffe auf die
(orettoh�he und auf die Grte Ablain und Tarency abgewiesen; und wenn sp�ter auch ein Teil dieser Stellung ger�umt
wurde, so war doch die Frontlinie in der Hauptsache fest geblieben, der Durchbruchsversuch des Gegners mi�lungen.
d�
        
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